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Missbrauch von Namensliste sorgt für Ärger

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Eine Namenliste von Erstklässlern der Heilbronner Dammgrundschule mit ausschließlich ausländisch klingenden Namen findet rege Verbreitung in Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Bei einem Elternabend in der Turnhalle hing die Liste kurz aus. Schulleiterin Silke Rauscher sagt, sie habe niemals daran gedacht, dass sich die Liste wenig später im Internet wiederfinde. 

Aushang abfotografiert

Ein Elternteil hatte nach Informationen unserer Zeitung den Klassenaushang abfotografiert und weitergegeben, jemand Drittes hatte ihn anschließend in einer Facebookgruppe veröffentlicht. Der Beitrag wurde kurze Zeit später gelöscht, war aber dennoch bereits weit verbreitet worden. Wie rechtspopulistische Seiten und Gruppen reagieren, lässt sich erahnen: "Deutschland gibt es nicht mehr. Das muss man leider hinnehmen. Es ist vorbei“, wird in einer fremdenfeindlichen Community kommentiert.

Es trifft zu, dass die Dammgrundschule einen sehr hohen Anteil an Migrationskindern hat – übrigens seit vielen Jahren. 2016 waren von 273 Schülern 239 mit Zuwanderungsgeschichte (87,5 Prozent), wie es im Bildungsbericht der Stadt Heilbronn heißt. 2017 sind es noch mehr geworden. Aber anstatt dies zu kritisieren, "kann man doch froh sein, dass all diese Kinder in eine Schule gehen, in der sie mit Freude beschult werden“, sagt Rauscher. Es sei "unglaublich“, dass die Namen der Kinder im Internet verbreitet würden. Sie sei traurig und erschüttert. Derzeit lässt die Schulleiterin prüfen, ob Anzeige erstattet wird wegen Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz.

Verärgerung aber kaum Handhabe

Rauscher ist inzwischen der Ansicht, dass sie die Liste besser nicht hätte aushängen sollen – dies sieht das Regierungspräsidium Stuttgart genauso. Viele Eltern sind ebenfalls verärgert. Kritik an der Schulleitung übt allerdings niemand, weil die Namen ihrer Kinder in diesem Zusammenhang in Facebook genannt wurden. Die Liste sei ja eben nicht für die gesamte Öffentlichkeit sichtbar gewesen, sondern nur für einen Abend für die Eltern der Erstklässler, schreibt eine Elternbeirätin auf Facebook. Dass man diese Liste fotografiert und verbreitet habe, sei "furchtbar“.

IT-Fachanwalt Jan Morgenstern aus Speyer sieht "kaum eine Handhabe“, gegen die Verbreitung vorzugehen. Jedenfalls nicht, wenn wie in diesem Fall Hinweise auf Vertraulichkeit und Verwendungszweck ("Nur für den Privatgebrauch“) fehlen. Ein Elternabend sei zwar ein kleiner Kreis aus Leuten, aber "auch mehr oder weniger öffentlich“. Die Problematik aufgegriffen hat auch Mimikama, eine private Initiative gegen Internetmissbrauch. Mit der Verbreitung der Liste werde Fremdenhass ausgelebt auf dem Rücken von Kindern, die "nicht typisch deutsche“ Namen trügen.

 

 

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