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Hanf streicheln und Hocker bemalen

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Spaghetti? Wurstsalat? Eine Cola? Leni Fröhlich kann sich das Lachen kaum noch verkneifen. Bei jeder Frage ihrer Mutter Nicole tippt die Zwölfjährige auf das Nein-Symbol, das vor ihr liegt. Unterstützte Kommunikation ist gar nicht so einfach, aber das gehört zum Beruf des Heilerziehungspflegers. Die Lebenswerkstatt Heilbronn bietet am Samstag eine der 21 Praxiserlebnisse bei der Eltern-Schüler-Werkstatt an der Eichbottschule

Mit Eltern

Zum dritten Mal organisiert die Lernende Region Heilbronn-Franken diese etwas andere Berufsorientierung an der Eichbottschule. "Die Eltern sind immer noch die wichtigste Person, die sollen ihr Kind später in der Ausbildung begleiten und auch bei der Berufsfindung“, erklärt Organisatorin Monika Kreh, warum dieses Angebot eben nicht nur für Schüler ist. 150 Kinder und 160 Eltern sind für diesen Tag angemeldet. Eine Elternbeteiligung von hundert Prozent sei schon sehr stark, betont Kreh. Sogar die höchste an allen fünf Schulen in der Region Heilbronn-Franken, an denen dieses Format durchgeführt wird. Auch die Firmen scheinen inzwischen richtig heiß auf eine Beteiligung zu sein. 21 bieten den Schülern an diesem Vormittag die Möglichkeit, in Berufe zu schnuppern, darunter Handwerksberufe wie Bäcker, Holzbearbeitungsmechaniker und Mechatroniker, aber auch zahnmedizinische Fachangestellte, Erzieher und Polizist. 

Auswahl 

Während die Fünftklässler noch ihr eigenes Programm mit Experimenten, Programmierung und Feuerwehr haben, können sich die Sechst- bis Neuntklässler im Vorfeld je zwei Werkstätten aussuchen. Dort dürfen sie selber ran. Die Firma Volkert hat sich direkt in ihrem natürlichen Umfeld eingerichtet – im Heizungskeller der Schule. Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung-Klima nennt sich die Ausbildung. "Es ist wirklich sehr umfangreich durch die Verbindung verschiedener Bereiche“, erklärt Ausbilder Thomas Wurst. Eine kleine Gruppe streichelt Hanf. Nicht, weil der so schön weich ist, sondern weil er glattgestrichen werden muss, bevor man ihn um ein Gewinde wickelt. Denn mit Hanfsträngen und Gewindepaste werden die wirklich dicht.

Aktiv mitmachen

In einem Zimmer stehen Schüler in Schutzanzügen vor Kartonhockern und bemalen diese. Die Heinrich Schmid GmbH ist zum zweiten Mal dabei. "Wir wollen junge Leute fürs Handwerk begeistern“, sagt Rekruterin Svenja Marquardt. Vergangenes Jahr sei sogar danach einer für ein Praktikum vorbei gekommen. Das wird Simge Susan wohl nicht machen. Die 14-Jährige steht auf Büroberufe, war aber krank und musste dann die Werkstätten nehmen, die noch frei sind. "Aber interessant finde ich es trotzdem“, erzählt sie. Weil sie hier etwas Praktisches tun kann, findet sie die Eltern-Lehrer-Werkstatt auch besser als eine Bildungsmesse. "Da erzählen sie einem ja nur irgendwas.“ 

 

 

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