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Der Dschungel beginnt am Neckar

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Das Ausgangsprodukt war wenig ansehnlich. Die Hochwasserschutzmauer unter der Dorfkirche ist seit Jahren unschön besprüht. Die Johann-Michl-Promenade, das vielgelobte Offenauer Neckarufer, hat sicher Besseres verdient. Jetzt hat der Künstler Stefan "Aritzona“ Hans positive Zeichen gesetzt, zusammen mit Jugendlichen bei einer Ferienaktion.

Eine Dschungellandschaft im Stil von Henri Rousseau

Stefan Hans, dessen Name "Aritzona“, trotz -tz, auf einen Amerika-Aufenthalt verweist, ist seit Jahren wichtiges Mitglied der Offenauer Galerie B 27. Statt Comics, einer Spiegelung des Wimpfener Ufers oder verschiedenen Fischen, Themen die ebenfalls im Gespräch waren, entschied er sich im Dialog mit der Verwaltung, die 40 Meter lange und zwei Meter hohe Wand im Stil von Henri Rousseau als Dschungellandschaft zu gestalten.

Rund einhundert Sprühdosen "Molotow“, die sich speziell für Graffiti-Aufgaben eignen, darunter eine großzügige Spende der Firma Kwasny aus Gundelsheim, hatte der Künstler dabei. Außerdem Atemschutzmasken, Handschuhe und ein Buch mit Entwürfen, das den sechs Nachwuchskünstlern einen ersten Eindruck vermitteln sollte. Wichtig war Hans vor allem das Malen ohne Skizzen oder Umrisse: "Findet eure eigenen Pflanzen, seid mutig bei Farben“, lautete sein Rat, denn "auch Baumstämme sind nie einheitlich braun“.

Leere Wand

Und so waren die ersten Elemente schon nach einer halben Stunde auf der Wand, obwohl so eine leere Wand Respekt verleiht. Nathalie Höll, Julia und Rebecca Lauerer, Jonas Thumel und Joy Weber hielten sich an die technischen Anweisungen des Fachmanns, schüttelten die Dosen häufig, verwendeten "fat caps“ für Flächen und "skinny caps“ für Linien. Sie arbeiteten von oben nach unten, vom Hellen ins Dunkle und versuchten eine Handschrift zu entwickeln. Die Ideen sprudelten oft geradezu heraus: Palmen und Lianen hatten plötzlich Besuch von Tieren, und das Licht aus der zentral angeordneten Sonne begrenzte die Elemente auf der richtigen Seite. Zwar wurde auch mal nach neuartigen Formen gegoogelt, aber die meisten Einfälle kamen beim Brainstorming während des Mittagessens oder in den kreativen Pausen auf der Neckarterrasse.

Schon am zweiten Tag veränderte die Gruppe die geplanten "Arbeitszeiten“ und fing schon morgens um acht an, machte dafür früher Schluss, denn sobald die Sonne den Zenit überschritten hatte, brannte sie unerbittlich.

Komplimente von Spaziergängern

Mit dem Fortschreiten der Arbeiten nahmen die positiven Kommentare von Spaziergängern zu. Vera Teschner, die mit ihrer Frühsportgruppe am Neckarufer war, sprach ein Lob aus: "Ihr macht das klasse.“ Und auch die Gruppe des Kindergartens St. Anna blieb stehen und bewunderte die Details.

Eingebaute Überraschungen

Hans hatte die Künstler ermuntert, Überraschungen einzubauen: "Jeder kann eine Signatur im Wald verstecken, etwas, an das ihr euch immer erinnern werdet.“ Jonas war der erste mit einer überdimensionalen Biene, dazu kam noch eine fleischfressende Pacman-Pflanze. Joy versteckte einen Hund im Dickicht, bei Nathalie war es eine Hanfpflanze; Julia wollte von Anfang an ein Alpaka einbringen. Besonders auffallend war dann das große Auge von Rebecca, das den Betrachter ansieht. Ironische Details baute Hans in das Kunstwerk ein. Ein Sprayer in Schwarz, und die Hausfrau, die mit ihrer großen Tasche gerade auf dem Weg zum Bäcker ist.

Eine Verschönerung des Neckarufers

Fabelhafter Eindruck "Großartig“ fand Sonja Schumm von der Gemeindeverwaltung das Gesamtwerk. Sie schaute öfters mit einem Eis bei den Graffiti-Malern vorbei und lobte die Fortschritte und den fabelhaften Gesamteindruck.

Als echte Verschönerung des Neckarufers bezeichneten die Ingelfingers, die Großeltern von drei Künstlerinnen das Werk. Die Großeltern lobten bei der Abschlussbetrachtung auch die Ausdauer der sechs Teilnehmer, die sich bei der Ferienaktion ins Zeug gelegt hatten. 

 

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