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Mit 15 eine Autobiografie geschrieben

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GeoMarian, das ist keine neue Erdkunde-App oder ein Reiseportal. Hinter diesem Pseudonym steckt der 15-jährige Marian Grau aus Affalterbach. Geo, weil der Zehntklässler sich dazu aufgemacht hat, reisender Weise die Welt zu erobern. Auf seiner Homepage stellt sich Marian als Blogger, Autor und Schüler vor. Und, wie es sich für einen Nachwuchs-Influencer gehört, erstattet er regelmäßig auf Social-Media-Kanälen mit Fotos, Videos und Texten Bericht über all seine Trips.

Insidertipps vom Weltenbummler

Zahlreiche Insidertipps von der Buchung bis zur Packliste liefert der Weltenbummler auf seinem Blog. Er empfiehlt ausgefallene Destinationen und Unterkünfte und macht seinen Lesern gehörig Appetit auf fremde Länder. Marian hat 31 Länder in gerade einmal drei Jahren abgegrast. 2013 steckte er sich in Kambodscha mit dem Reisefieber an. Asien ist immer noch sein Lieblingskontinent, sonst war er bisher in Europa und Südamerika unterwegs.

Im Sommer geht es nach Asien

Die weiten Reisen, oft auch Roadtrips durch mehrere Staaten, legt er in die Ferien. Übers Wochenende bleibt er eher in Europa und unternimmt Städtetrips. Auf seiner Homepage sieht man immer live, wo er sich gerade befindet. Regelmäßig verrät Marian dort auch seine nächsten Reisepläne. Diesen Sommer geht es mal wieder nach Asien, nach Thailand mit Zwischenstopp in Dubai. Außerdem steht noch eine Reise in die USA an, mit seinem Vater Markus Böhl und dessen Frau Caro, ein bisher weißer Fleck auf der GeoMarian-Karte. "Das hat keinen genauen Grund, es hat sich einfach noch nicht ergeben“, so Marian.

Die Reiseplanung ist seine Leidenschaft

Er macht auch kein Geheimnis daraus, dass er meistens mit seinen Eltern oder seiner sogenannten Reisetante unterwegs ist. Eine seiner großen Leidenschaften ist die Suche nach Flugschnäppchen und überhaupt die ganze Reiseplanung im Vorfeld. "Da steigere ich mich gern richtig rein“, berichtet der Zehntklässler begeistert. Offen steht der junge Blogger auch dazu, dass er ein enges Verhältnis zu seiner Mutter Manuela Grau hat. Der Teenager sieht das als eine Stärke an. "Ist doch prima, wenn man zu seinen Gefühlen stehen kann!“

"In meiner Klasse gelte ich eh schon als etwas verrückt, weil ich ständig Reisezeitschriften lese.“ Ob er bei dem vielen Vereisen noch zum Lernen kommt? Hier ist der Gymnasiast ganz arbeitsökonomisch unterwegs: "Ich versuche, immer 80 bis 90 Prozent im Unterricht aufzusaugen, dann muss ich daheim nicht so lange zum Vorbereiten sitzen.“ Seine Noten sind sehr gut. Nicht nur das Lernen, auch das Schreiben geht dem Reisejunkie leicht von der Hand, nicht einmal sechs Monate benötigte er für sein Erstlingswerk.

Autobiografie schnell geplant

Die Idee, dass er doch aus all seinen Erlebnissen ein Buch schreiben könnte, überkam ihn im Flugzeug über Südamerika. Systematisch wie er nun einmal ist, verfasste der Blogger einen Facebook-Beitrag, in dem er sich selbst Fragen zu einem möglichen Buch stellte. Den Beitrag las eine Mitarbeiterin des Eden-Books-Verlags und stellte den Kontakt zu seiner jetzigen Verlegerin her.

Sein Bruder Marlon

In seiner Autobiographie "Bruderherz: Ich hätte dir so gern die ganze Welt gezeigt“ nimmt, neben dem Reisen, seine nicht gerade gewöhnliche Familiengeschichte einen großen Teil ein. Das im April erschienene Taschenbuch ist einem sehr wichtigen Menschen gewidmet: seinem Bruder. Auch der Name des zwei Jahre älteren Bruders beginnt mit M, Marlon. Doch im Unterschied zu Wirbelwind Marian, der als kleiner Junge schon die heimische Reihenhaussiedlung unsicher machte, ist sein Bruder nicht mobil. Aufgrund der Stoffwechselerkrankung Morbus Leigh ist Marlon schwerbehindert. Die Eltern sprechen offen darüber, dass ihr Erstgeborener nur eine kurze Zeit bei seiner Familie bleiben wird, auch Marian weiß das von klein auf an.

In den Urlaub ging es immer nach Olpe

Nichtsdestotrotz empfindet er seine Kindheit als glücklich. Obwohl mit einem Kind, das rund um die Uhr Fürsorge benötigt, für die Familie manches gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich war. "Mal schnell einen Ausflug machen, das klappte nicht. Da hätte das Eiscafé schon zu gehabt, bis wir überhaupt losgekommen wären“, erklärt Marian. Auch ein normaler Familienurlaub in einer Ferienwohnung ohne einen Kinderpflegedienst hätte für seine Eltern keine Erholung bedeutet, da sie dann Marlon hätten komplett allein versorgen müssen. Doch die vier M’s, wie die Graus auch von Freunden genannt werden, fuhren trotzdem zusammen in den Urlaub. Allerdings steuerten sie stets das gleiche Ziel an: das Kinderhospiz in Olpe.

Marian hat nicht das Gefühl mit einer Bürde zu leben

Mit der Bezeichnung "Schattenkind“, die für Geschwister von behinderten oder kranken Kindern gebraucht wird, kann der 15-Jährige nichts anfangen, sie ist ihm zu negativ besetzt. "Ich kenne inzwischen unglaublich viele Geschwisterkinder und sie sind eigentlich alle witzig und sehr weise.“ Marian ist ein positiver, fröhlicher Mensch, der nicht das Gefühl hat, mit einer Bürde zu leben. "Mein Leben ist nicht schlimm, es war nur ein furchtbares Erlebnis, als Marlon gestorben ist“, sagt der Affalterbacher. Der große Bruder bleibt auch nach seinem Tod weiterhin präsent in Marians Leben. Zu Hause hängt noch sein Name an der früheren Kinderzimmertür. Marian nimmt immer ein Foto von ihm auf alle seine Reisen mit und hält inne, wenn etwas ihn an sein Bruderherz erinnert. Über Marlon schreibt er, dass die Sonne aufging, wenn er lachte und dass er ihn viel gelehrt hat. Zum Beispiel bewusster zu leben: "Wegen Marlon bin ich ich.“

Marians Blog

Wenn ihr mehr über Marians Reisen erfahren wollt, besucht seinen Homepage. Außerdem ist er unter #GeoMarianBlog auf Instagram, Pinterest und Facebook zu finden. Habt ihr Interesse an seiner Autobiografie bekommen? Bei unserer Verlosung auf stimmt.de könnt ihr ein Exemplar gewinnen! 

In Heilbronn und Umgebung bietet der Verein Solidaria e.V. Aktionen für Geschwisterkinder an und setzt sich für die Entlastung von Familien mit behinderten oder schwerkranken Kindern ein.
Hier findet ihr noch mehr Informationen zum deutschen Kinderhospizverein.

 

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