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Betrunkene Radfahrer

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Radfahrer sind zuhauf in der Region unterwegs. Nicht alle sind nüchtern. Das Phänomen hat auch mit den Jahreszeiten zu tun, sagt Polizeisprecher Rainer Köller

Im Stadtbereich werden mehr Radfahrer angehalten

Sind zurzeit mehr betrunkene Radfahrer als sonst unterwegs? 

Rainer Köller: Das mag gefühlt so sein, lässt sich statistisch aber nicht belegen. Trunkenheitsfahrten von Radfahrern werden in derselben Statistik geführt wie die von Kraftfahrzeugfahrern. Unsere Erfahrung ist, dass im Frühjahr und Sommer mehr Radfahrer mit hohen Promillewerten angetroffen werden als in den anderen Jahreszeiten. 

Ist es ein städtisches Phänomen, weil hier mehr Streifen unterwegs sind als etwa in Widdern oder Botenheim?

Köller: Im Stadtbereich werden mehr alkoholisierte Radfahrer angehalten. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind in der Stadt in der Tat mehr Beamte unterwegs, zum anderen sind die Wege auf dem Land weiter und das schreckt Betrunkene sicherlich eher von einer Fahrt ab. 

Radfahrer sind aktive Verkehrsteilnehmer

Es ist doch positiv, wenn ein Betrunkener sich nicht hinters Steuer eines Autos setzt, warum wird er trotzdem bestraft?

Köller: Grundsätzlich begrüßt es die Polizei natürlich, wenn jemand mit Promille nicht Auto fährt. Radfahrer sind aber ebenfalls aktive Teilnehmer am Straßenverkehr und können einen Unfall verursachen. Da geht es nicht nur um die Eigengefährdung des Radlers, sondern auch um die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. 

Wie viel Alkohol darf ein Radfahrer intus haben? 

Köller: Ab 1,6 Promille droht einem Radfahrer eine Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr, so wie diese einem Autofahrer schon ab 1,1 Promille droht. Wenn ein Radfahrer 0,3 Promille oder mehr intus hat und jemanden gefährdet oder sogar schädigt, dann muss auch er, genauso wie der Lenker eines Kraftfahrzeugs, aufgrund der Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt werden. 

Welche Strafen gibt es?

Köller: Das Strafgesetzbuch droht für eine sogenannte "folgenlose Trunkenheitsfahrt“ eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe an. Über die Höhe entscheidet in jedem Einzelfall die Staatsanwaltschaft beziehungsweise ein Gericht. Wenn unter Alkoholeinfluss andere gefährdet oder geschädigt werden, liegt die Strafandrohung höher. Falls der Radfahrer einen Führerschein hat, droht ihm außerdem in beiden Fällen ein Entzug der Fahrerlaubnis. 

Fast alle betrunkenen Radfahrer waren männlich

Wer sind die betrunkenen Radfahrer ? 

Köller: Die Radfahrer, die in diesem Sommer im Bereich Heilbronn mit über 1,6 Promille angehalten wurden, waren zu fast 100 Prozent männlich. Die meisten waren zwischen 20 und 50 Jahre alt. 

Wie viele werden erwischt?

Köller: Eine statistische Auswertung ist nicht möglich. Eine händische Auszählung im Bereich des Stadtkreises Heilbronn ergab in der Zeit von März bis heute die Zahl von zehn wegen Trunkenheit angezeigten Radfahrern. Vier von ihnen fielen nach Stürzen oder einem Unfall mit anderen Beteiligten auf. 

 

 

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