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Wie viel Lärm darf sein?

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Im Grünflächenamt der Stadt Heilbronn ist es ein Dauerthema: der Ärger von Anwohnern über die Nutzung von Bolzplätzen. In den zurückliegenden Wochen haben sich die Beschwerden gehäuft, weil die Bolzplätze vor allem in den Abendstunden ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche sind – nicht nur zum Ballspielen, auch für Trinkgelage, wie Niklas Köppel vom Grünflächenamt bestätigt. "Mit Polizei und Ordnungsamt versuchen wir, den Konflikt zu beruhigen.“

Neue Zeiten 

Der Sontheimerin Monika Salomon bereitet der Bolzplatz gegenüber ihrem Haus in der Robert-Bosch-Straße fast täglich Kummer. Seitdem der Platz beim Jugendhaus vor rund zehn Jahren gebaut wurde, liegt sie mit der Stadt Heilbronn über die Nutzungszeiten im Clinch. Ihr Pech: Nutzungsbeschränkungen wie in einem Wohngebiet kann Salomon nicht einfordern, ihr Haus liegt – als einziges Wohngebäude in Bolzplatznähe – im Gewerbegebiet.

Dennoch sei man ihr entgegengekommen, informiert das Grünflächenamt, und habe den Sonntag ausgenommen. Spielen erlaubt ist laut zweier Schilder nur noch von Montag bis Samstag, 8 bis 22 Uhr. Geändert habe sich durch die Einschränkung allerdings nicht viel, sagt Salomon. Die 67-Jährige kann nicht erkennen, dass sich die Nutzer an die neuen Zeiten halten und am Sonntag wegbleiben.

Öffnungszeiten werden nicht eingehalten

Dass sie selbst um die Einhaltung der Zeiten bittet, nütze in der Regel nichts. "An diesem Sonntag war ich sechs Mal drüben und wurde auch noch aufs Übelste beschimpft.“ Bei der Stadt hat man ihr geraten, bei Verstößen die Polizei zu rufen. "Doch es dauert oft sehr lange, bis die Beamten überhaupt kommen können.“ Und nicht selten seien die Jugendlichen kurze Zeit später wieder da.

Mit den Öffnungszeiten des Bolzplatzes an Werktagen habe sie sich längst abgefunden, die Jugendlichen müssten sich schließlich austoben. Aber an Sonntag- und Feiertagen "möchte ich, dass einfach mal Ruhe ist“, bekräftigt Salomon, die gesundheitlich eingeschränkt ist und das Haus kaum noch verlassen kann. Auch deshalb wäre es ihr wichtig, ohne den Lärm von gegenüber sonn- und feiertags auf der Terrasse sitzen zu können.

Nicht nur zum Bolzen genutzt

Der Platz wird nicht nur zum Bolzen genutzt: Dort sei auch ein Treffpunkt für junge Erwachsene, die mit dem Auto vorfahren. Seitdem es mobile Lautsprecher gibt, sei die Musik noch lauter geworden. Abends gingen Flaschen zu Bruch. Beliebt sei es auch, "mit Einkaufswagen über den Platz zu fegen. An manchen Tagen ist zehn Stunden lang Krach“, klagt Salomon. Auch noch nach 22 Uhr.

Als einzige Lösung sieht sie, den Platz nachts und an Sonn- und Feiertagen abzusperren – so wie an einigen der Standorte üblich. Das halte die Nutzer jedoch nicht ab, ist die Erfahrung bei der Stadt: "Junge Leute klettern auch über vier bis sechs Meter hohe Zäune“, sagt Niklas Köppel. Monika Salomon lässt nicht locker: "Es kann doch nicht sei, dass ich Lärm einfach hinnehmen muss.“

 

 

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