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Ein halber Liter für einen guten Zweck

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Immer einen Stuhl weiter rutschen die Wartenden, fast alle Sitzgelegenheiten sind bereits belegt. Für manche ist es mittlerweile Routine, bei anderen ist noch etwas Nervosität zu spüren. Doch eines haben alle gemeinsam: Sie sind hier, um Blut zu spenden

Gegenseitige Hilfe

Der Weinsberger Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der auch Ellhofen, Eberstadt und Lehrensteinsfeld in sich vereint, organisiert einmal im Jahr in der Gemeindehalle Ellhofen eine Spendenaktion. 

Seit 2011 mit dabei sind die Sulmtalnarren in ihren königsblauen T-Shirts. "Wir hatten damals unser 44. Jubiläum und haben uns gefragt, was wir zu diesem Anlass unternehmen sollen“, erzählt Peter Wiederhold, Zugmarschall des Karnevalvereins. Die Narren beschlossen, 44 Freiwillige für die Blutspendenaktion zufinden – was ihnen gelang. "Seitdem sind wir jedes Jahr dabei und helfen, wo wir können.“ Im Gegenzug ist das Weinsberger DRK bei den Veranstaltungen der Sulmtalnarren zur Stelle. "Wir unterstützen uns gegenseitig“, meint Bereitschaftsleiter Uli Hoffmann

Stationen bis zu Blutspende 

Wer Blut spenden will, muss zuvor einige Stationen durchlaufen. Am Eingang werden die Freiwilligen registriert und geben an wie alt sie sind. Denn nur zwischen 18 und 72 Jahren darf gespendet werden. Mit einem ausgefüllten Fragebogen geht es dann weiter zur Temperatur- und Hämoglobinwertmessung. Gibt es hier keine Auffälligkeiten, geht ein Arzt mit dem Spender hinter einem Sichtschutz den Fragebogen durch und bespricht Dinge wie Vorerkrankungen oder ob der Spender Medikamente einnimmt. Und dann wartet die Warteschlange

Dort sitzt auch Herbert Schmidt, dem die ganze Prozedur schon längst vertraut ist. "Ich bin heute zum 94. Mal bei der Spende. In der Regel mache ich das vier bis fünf Mal im Jahr“, erzählt er.

166 Spender

Doch nicht alle sind so erfahren: 30 Erstspender besuchen an diesem Tag die Gemeindehalle. "Das ist wirklich eine sehr gute Zahl“, sagt Uli Hoffmann. Generell ist der Saal gut gefüllt. Insgesamt 166 Männer und Frauen kommen über den Tag verteilt und legen sich hier unter die Nadel. Darunter auch Tatjana Mandel und Fabian Kleiner, die beide zum ersten Mal dabei sind. Wie man sich davor fühlt? "Relativ entspannt“, meint Tatjana und legt sich kurz darauf ganz gelassen auf eine der Liegen im Saal.

Kreislaufprobleme

Draußen ist es nun nach wochenlangen Höchsttemperaturen angenehm kühl. "Wir sind froh, dass das Wetter mitspielt“, meint der Bereitschaftsleiter. Bei großer Hitze hätten viele Menschen auch so schon Kreislaufprobleme, eine Blutentnahme könne einen Spender dann noch zusätzlich schwächen. Doch gerade im Sommer werde aufgrund der vielen Unfälle, vor allem mit Motorradfahrern, am meisten Blut benötigt

Nach der Blutabnahme geht es für die Spender erst einmal zehn Minuten in den Ruheraum, der unter anderen vom Jugendrotkreuz beaufsichtigt wird. Hier kann man die Belohnung schon riechen: Das Restaurant des Golf- und Landclubs Schloss Liebenstein hat dem DRK herzhafte Leckerbissen gespendet.

 

 

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