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Junge Umweltschützer

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Eine Parkgarage als Ausstellungsort und sämtliche Kunstwerke aus Plastik: Die Susanne-Finkbeiner-Schule in Heilbronn hat mit ihrem Projekt "Plastic World“ einen etwas anderen Weg gefunden, Schüler und Besucher an das Thema Umwelt und Kunst heranzuführen. Insgesamt 44 Schüler schufen Bilder, Kleidung, Objekte und Skulpturen aus Plastik, um auf die Verschmutzung der Weltmeere und unserer Umwelt aufmerksam zu machen. Jeder der Parkplätze in der Schulgarage beherbergt nun eine eigene kleine Ausstellung.

Überall Kunststoff

Eine blaue, gesunde Erde strahlt im Vordergrund, während ihre dunkle, braun-schwarze Version bedrohlich dahinter steht. Sie zeigt die künstlerische Projektion der Welt im Jahr 2066. "Wir haben auf der Kugel, die die Erde heute zeigt, Plastikinseln aus Bügelperlen hinzugefügt“, erklärt Annalena Eckert.

Ihre Gruppe habe die Weltkugeln aus aufblasbaren Bade-Bällen hergestellt und bemalt. "Mich interessiert dieses Thema sehr. Ich will später nicht in einem Haufen Müll leben. Wir können froh sein, dass wir noch auf der bunten Weltkugel leben. Obwohl diese Plastikinseln im Meer mich auch hier schon aufregen. Wir bräuchten Jahre, um das alles wieder in Ordnung zu bringen“, erzählt die 19-Jährige.

Kulturelle Kunst

Hiba Scharifs Projektgruppe stellte Kleidung aus Plastik her. Voller Stolz zeigt sie auf eine Schaufensterpuppe: "Den Rock habe ich gemacht. Er besteht aus einem Regenschirm.“ Das Projekt habe viel Spaß gemacht. Eine Lehrerin habe vorgeschlagen, aus alten Materialien etwas Neues zu schaffen, das auch im Alltag gebraucht wird. Viel Kulturelles sei bei ihrer Gruppe in das Projekt mit eingeflossen, da die meisten Schüler aus dem arabischen Raum stammten. Das spiegele sich in der Kunst wider.

In dem Ausstellungsbereich, an dem Fabian Krahl mitgearbeitet hat, sieht es bunt aus. Die Gruppe baute Meeresbewohner aus Plastik nach und ließen sie wie ein Mobile von der Decke hängen, sodass es aussieht, als schwämmen sie. "Ein Korallenriff setzt sich zum Beispiel aus einem Plastiksieb, Strohhalmen und aufeinander gestapelten Überraschungs-Ei-Hüllen zusammen“, berichtet Krahl. "Wir wollen zeigen, dass wir uns um die Natur kümmern müssen, sonst geht sie kaputt.“

Keine Plastikflaschen

Zu Beginn des Projekts reisten 44 interessierte Jugendliche zu einem Workshop in Speyer, bei dem es um den Plastikmüll im Meer ging. "Die meisten Lehrer haben gar nicht erwartet, dass von den Schülern eine so große Resonanz kommt“, berichtet Kunstlehrerin Evelyn Bäumler. Die Bereitschaft zu arbeiten sei toll gewesen. Ein Wochenende lang trafen sich die Künstlergruppen, bastelten und diskutierten. Schulleiter Ludwig Müller berichtet, bei der Eröffnung der Ausstellung hätten die Schüler sogar auf Plastikinstrumenten Musik gemacht.

Die Lehrer wollten nun weiter mit den Schülern darüber sprechen, was man noch machen kann, um Kunststoff zu vermeiden. Ein großes Thema seien alltägliche Gebrauchsgegenstände: "Mehr Leute sollten sich einfach Glas- statt Plastikflaschen kaufen“, findet Eckert. Die Leidenschaft der Schüler ist deutlich zu spüren. Bäumler freut sich über den nachhaltigen Effekt des Projekts und möchte das Thema Natur- und Umweltschutz auch zukünftig in den Lehrplan einbauen.

 

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