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Rasender Wiederholungstäter

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Erneut ist ein junger Raser ein Fall fürs Gericht geworden. Und wieder lag das gefahrene Tempo in extremen Höhen. Weil er im Juni mit 158 Stundenkilometern im Tempo-70-Abschnitt der Neckarsulmer Straße in Heilbronn Richtung Norden gebraust war, musste sich ein 21-jähriger Heilbronner am Dienstag vor dem Amtsgericht verantworten.

Bußgeld verdoppelt

Eigentlich. Denn kurz vor der Verhandlung erhielt Richter Hans-Martin Dietrich ein Schreiben vom Rechtsanwalt des Angeklagten. Der bekundete, der Termin möge bitte in den Januar verschoben werden, damit sein Mandant das im Bußgeldbescheid verhängte Fahrverbot erst im Januar antreten könne. Man werde den Einspruch gegen den Bußgeldbescheid dann auf die reinen Rechtsfolgen beschränken - und die Tat einräumen. Der Angeklagte war auch nicht zur Verhandlung im Gericht erschienen. Ein Spiel auf Zeit also, um einen genehmen Startpunkt für ein dreimonatiges Fahrverbot zu erreichen.

Kommt man damit durch? Immerhin war der junge Mann 88 Stundenkilometer zu schnell gefahren, abends um 21.48 Uhr. Der Bußgeldbescheid sah neben dem dreimonatigen Fahrverbot eine Geldbuße von 1200 Euro vor - doppelt so viel wie der Regelsatz, weil die Bußgeldbehörde bei diesem hohen Tempo Vorsatz annahm. Zwei Punkte in Flensburg sind bei solch einer Raserei ebenfalls fällig.

Ungehöriges Vorgehen

Als "etwas ungehörig" bezeichnete Richter Dietrich das Vorgehen, am Verhandlungstag so ein Schreiben zu senden. Er sprach aber bewusst kein Urteil, in dem er den Antrag ablehnte. Er will einen neuen Termin ansetzen. Weil der Anwalt im Fall eines Urteils laut Gesetz wieder Rechtsmittel dagegen einlegen kann und das Verfahren sich noch länger hinziehen könnte.

Fakt ist: Der junge Mann erhielt schon mal ein Fahrverbot, weil er 2016 in Bad Friedrichshall im Tempo-50-Abschnitt mit 91 Sachen unterwegs war.

Vor einer Woche stand ein 20-Jähriger wegen 960 Euro Geldbuße und drei Monaten Fahrverbot vor demselben Richter. Er war im Tempo-50-Bereich in Biberach mit 117 km/h durch den Ort gerauscht. Nach einer Standpauke des Richters zog dieser Angeklagte seinen Einspruch zurück. Bußgeld und Fahrverbot sind damit rechtskräftig geworden.

 

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