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Hilfe zur Selbsthilfe

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Noch gibt es einiges zu tun auf der Baustelle im Kasese-District im Rwenzori Mountains National Park. Bisher hat lediglich das Fundament seinen Platz gefunden. Doch schon bald wird hier im Südwesten Ugandas ein großes Gebäude stehen. Der Heilbronner Verein "Schenke eine Ziege“ hat rund 700 000 Euro gesammelt, um dort eine Sekundar- und Handwerkerschule für 300 Schüler zu errichten. Im späteren Frühjahr 2019 soll zunächst die Handwerkerschule eingeweiht werden. 

Erfolgreicher Sponsorenlauf

Die Hölderlin-Realschule in Lauffen hat einen großen Beitrag dazu geleistet. 12 000 Euro sind bei ihrem Sponsorenlauf in diesem Jahr zusammengekommen, wovon 8000 Euro an das Projekt in Uganda fließen – der Rest geht in eine fest einbetonierte Slackline auf dem Schulhof sowie an den von Hans Krauss betreuten Abenteuerspielplatz in Lauffen.

Die frühere Zweite Vereins-Vorsitzende Tina Truckenmüller war mehrere Jahre Lehrerin an der HRS, während ihre Kollegin Tanja Schäfer den Sponsorenlauf initiierte und sich die Schüler von diesem Projekt sehr beeindruckt zeigten. "Die Projekte, die wir durch unsere Sponsorenläufe fördern, sollen einen Bezug zur Schule und zu Kindern haben“, sagt Realschul-Rektor-Rektor Horst Münzing

Seit zwölf Jahren gibt es den Verein "Schenke eine Ziege“ inzwischen. "Wir freuen uns natürlich, wenn Kinder die Schule in Uganda unterstützen“, sagt der Vorsitzende Dr. Robert Wunderlich. In diesem Projekt sind mittlerweile 748 Familien mit 3500 Menschen zusammengeschlossen. 621 Ziegen gingen seit 2006 an die Familien.

Viele Projekte

Der Verein hat inzwischen weitere Projekte angeschoben, ganz auf die Wünsche der Menschen vor Ort ausgerichtet: Eine kleine Grundschule sowie eine Krankenstation mit 15 Betten. Auch Kaffee- und Bananenplantagen gibt es auf der 26 Hektar großen Fläche. 

Zwei Trucks stehen den Einheimischen für den Transport von Lebensmitteln zur Verfügung. Familien oder Kaffeebauern können diese mieten. Darüber hinaus vergibt der Verein Mikrokredite.

Beim Neubau hat die Handwerkerschule Vorrang. Sie geht zuerst an den Start. "Das englische Schulsystem ist ein Knackpunkt“, sagt Robert Wunderlich. Für ihr späteres Leben bräuchten die Schüler keine Fächer wie Biologie, Physik oder Chemie. "Dort braucht man vor allem Schlosser und Handwerker.“ Der vierjährigen Sekundarschule schließt sich die zweijährige Handwerkerschule an.

Einheimische Angestellte

Von den 300 Schülern, die künftig in beide Einrichtungen gehen, sind 200 im Internat untergebracht, der Rest sind Schüler, die in der näheren Umgebung wohnen. Es sind ausschließlich Einheimische beschäftigt: 35 ugandische Mitarbeiter.

Die Budget-Unterstützung wird alle drei Monate überwiesen und mit zunehmender Dauer zurückgefahren. Wunderlich: "Die Menschen sollen ihre eigenen Projekte auf die Dauer finanzieren können.“ Er und der Verein wollen die Unterstützung als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden wissen. "Unser Ziel ist, dass wir uns überflüssig machen“, so der 32-jährige Mediziner.

 

 

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