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Vielfältige Schulsozialarbeit

Übersicht

Vieles ist längst Standard und hat sich bewährt, zum Beispiel Klassenrat, Streitschlichtung, Pausenengel, Schülermentoren oder Jobbörse. Das Aufgabenfeld der Schulsozialarbeit an den Grund- und weiterführenden Schulen in Obersulm ist komplex, wie die Berichte aus dem Schuljahr 2017/18 zeigen. Die Arbeit beruht auf drei Säulen: der individuellen Beratung von Schülern, teils auch von Lehren und Eltern, auf der Gruppenarbeit im Unterricht und auf den offenen Angeboten.

Starke Kinder

Prävention und Aufklärung sind die Stichworte für die Arbeit in den Klassen. Die Evangelische Jugendhilfe Friedenshort, Träger der Schulsozialarbeit in Obersulm, entwickelte das Konzept "Starke Kinder“, das vor sexuellem Missbrauch und Gewalt schützen soll. In Affaltrach und Eschenau zum Beispiel war das im Schuljahr 2017/18 wieder ein Thema.

Sexualpädagogik und Gewaltprävention, aber auch die Suchtgefahren stehen an der Realschule auf der Agenda. Albrecht Weippert erweiterte das Angebot, stellt er doch fest, dass Cannabiskonsum stattfindet. "Spätestens ab Klasse 8 gibt es Jugendliche, die das ausprobiert haben.“ Den Reiz, Verbotenes zu tun, habe es immer schon gegeben. Aber: "Ich nehme wieder die Tendenz wahr, den Konsum von illegalen Drogen, vor allem Cannabis, zu verharmlosen.“ Wozu das führen kann, schilderten den Achtklässlern Suchtkranke vom Freundeskreis Sucht.

Soziale Kompetenzen

An der Käthe-Kollwitz-Schule wird dieses Feld zum Beispiel durch Präventionstheater für die oberen Klassenstufen beackert. Ein Gemeinschaftsprojekt aller Obersulmer Schulen und des Jugendreferats ist der Selbstbehauptungskurs für Mädchen. Christine Fröschke-Weiß stellt fest, dass das konstante Angebot des Klassenrats sich als sinnvoller und erfolgversprechender für die Kollwitz-Schule herausstellt als kurzzeitige Projekte.

Soziale Kompetenzen sind an allen Schulen Inhalte der Arbeit. An der Michael-Beheim-Schule befassten sich die Achtklässler in einem Projekt mit dem Thema Respekt. Der Umgang mit sozialen Medien, Smartphone & Co. spielt eine immer größere Rolle. Albrecht Weippert plädiert dafür, dass sich auch die Grundschulen auf den Weg machen, medienpräventive Angebote zu entwickeln, bekommen doch immer mehr Grundschüler schon ein Smartphone.

Projekt Schulimkerei

Gewalt, Suchtprävention, Medien, Themen, die für Jugendliche immer eine Herausforderung seien, würden die Schulsozialarbeit weiter fordern, meint Monika Schirmer, bis Juni an der Michael-Beheim-Schule tätig. Ein neues Format kam an der Realschule gut an: Ehemalige schilderten im Stile von Speeddating den Neuntklässlern ihren Werdegang.

Offene Angebote der Schulsozialarbeit gibt es in den Pausen, so kann man in den Büros spielen oder einfach nur chillen. Das wird überall gerne angenommen. Eigene und die Gefühle anderer wurden in Affaltrach im Sozialtraining thematisiert. Ein besonderes Event in Eschenau war die Tischkicker-Schulmeisterschaft.

Das Schüler-Café dreimal die Woche in der Mittagspause "ist nach wie vor einer der Hotspots, den die Schüler nutzen, um ihre Themen mit mir zu besprechen“, berichtet Christine Fröschke-Weiß von der Kollwitz-Schule. "Dieses Projekt geht auf jeden Fall weiter“, teilt Weippert die Begeisterung einer kleinen Gruppe von Fünft- bis Siebtklässlern, die die Schulimkerei betreibt. Die ersten Kilo Honig konnten geschleudert werden. Unterstützung leistete eine Technikklasse, die Bienenkästen baute.

Wichtige Einzelfallhilfe

Teilweise sehr intensiv ist die Einzelfallhilfe, bei der es um Schulangst, Leistungsdruck, Konflikte, familiäre Schwierigkeiten, Pubertät, Nichteinhalten von Regeln geht. In Affaltrach (218 Schüler) führte Nina Nazliay 89 Einzelfallberatungen, in Eschenau (78 Schüler) waren es 18. An der Primarstufe der Beheim-Schule (184 Schüler) wurden 47 Gespräche geführt, an der Gemeinschaftsschule (225 Schüler) waren es 246. An der Realschule (447 Schüler) wurden 106 Beratungen registriert. An der Kollwitz-Schule in Weiler mit ihren 69 Schülern stellt die Einzelfallarbeit aufgrund der Besonderheiten der Schülerschaft den Hauptbestandteil des Arbeitsumfangs der Schulsozialarbeit dar, hält Christine Fröschke-Weiß fest. 

 

 

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