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Sie reden nicht, sie handeln

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Am Hohenlohe-Gymnasium Öhringen (HGÖ) tut sich was. Seit 2017 gehört die Schule dem bundesweiten Netzwerk "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an. "Die Schüler wollen etwas tun, ohne großes Aufsehen, einfach weil es für sie selbstverständlich ist“, erklärt Frank Schuhmacher. Dem Schulleiter des HGÖ ist Freude darüber anzumerken, dass die Schüler ihre Schule "nachhaltig mitprägen“ wollen. Wie man Diskriminierung begegnen und überwinden kann, darüber will man sich an der Schule künftig noch mehr Gedanken machen. Die beiden Schülersprecher Lisa Schramm und Simon Carle möchten mit diesem Thema alle Schüler aller Stufen erreichen. Deshalb hatten sie die Idee, dies im Rahmen von Projekttagen am Ende des Schuljahres zu tun. 

Nachhaltiges Zusammenleben

Schülersprecher Simon Carle, der in seinem Engagement nicht nur von seinen Kollegen aus der SMV, sondern auch von den Verbindungslehrern Catherine Armbruster, Barbara Schmitt und Thorben Dijkstra unterstützt wird, hat erste Ideen für die Projekttage. "Wir werden das Oberthema Nachhaltigkeit haben“, sagt Simon. Den Begriff Nachhaltigkeit will er dabei nicht nur im Bezug zur Umwelt verstanden sehen. Für den Schülersprecher ist auch "nachhaltiges Zusammenleben“ sehr wichtig, deswegen wird in Workshops über Rassismus und Diskriminierung gesprochen werden. 

Der Schülersprecher teilte im HZ -Gespräch mit, dass man auch plane im Rahmen der Projekttage eine "Vielfalt-AG“ zu gründen. Schüler, die sich künftig in dieser AG engagieren, könnten dann beispielsweise zu Seminaren geschickt werden. Sie würden hier lernen, wie man mit Unterstufenschülern Themen wie Rassismus spielerisch bearbeiten könne. 

Auch Schülerin Yadel Aydinoglu will sich engagieren. Die 14-jährige ehemalige Schülersprecherin hat schon an einem solchen Seminar teilgenommen und sich beim Demokratiezentrum Baden-Württemberg zum Vielfalt-Coach ausbilden lassen. Sensibel achtet sie nun darauf, wie Schulkameraden miteinander sprechen und umgehen. "Ich habe das Gefühl, dass es schon notwendig ist aufzuklären, denn man hört bei manchen Gesprächen schon auch mal Vorurteile heraus“, findet die Neuntklässlerin. Yadel erzählt, dass sie im HGÖ nun bald in Klassen gehen wird, um dort mit Fünft- und Sechstklässlern über Klischees und Vorurteile zu reden und auch, um diese auszuräumen.

Aufbruchstimmung

Schüler Max Burkardt geht einen anderen Weg. Er lädt dazu ein, sich von Unbekanntem doch selbst ein Bild zu machen, bevor man sich zu Vorurteilen hinreißen lässt. Der 16-Jährige besucht mit anderen Jugendlichen regelmäßig einen Spieletreff im Mehrgenerationenhaus. Hier trifft er sich mit jungen Flüchtlingen, verbringt Freizeit mit ihnen und erfährt durch Gespräche auch etwas aus ihrem Leben. Vorurteile sind kein Thema für den jungen Mann, der auch erzählt: "Unsere Freunde und unsere Familie finden es total gut, dass wir das machen.“ 

Es ist Aufbruchstimmung zu spüren bei den jungen Leuten. Gegenseitige Achtung – dafür wollen sich Lisa, Yadel, Simon und Max an ihrer Schule und darüber hinaus stark machen. Und auch die Lehrer sitzen mit im Boot. Allen voran der Schulleiter. "Wir reden nicht, wir machen. Wir als Schulgemeinschaft unterstützen gelebte Demokratie, gelebtes Verständnis für die Gesellschaft“, unterstreicht Frank Schuhmacher. Ein erster großer Schritt dahin sind nun die geplanten Projekttage, von denen Verbindungslehrerin Barbara Schmitt denkt: "Es sind nicht nur normale Projekttage. Es soll etwas Großes dabei rauskommen. Es soll etwas über einen längeren Zeitraum nachhaltig entstehen.“ 

 

 

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