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Handgemenge mit Polizisten

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Auf einem Weinfest herrscht normalerweise eine gemütliche Atmosphäre, Geselligkeit wird groß geschrieben. Im Pfedelbacher Teilort Heuholz eskalieren im Mai 2016 die Streitigkeiten zwischen einigen Festbesuchern und der Polizei aber schnell. Zwei größere Personengruppen werden von den Beamten aufgefordert, das Fest zu verlassen. Dann wird die Situation unübersichtlich: ein vermeintlicher Schlag eines Polizeibeamten, Schubsereien, ein Handgemenge, die Polizei fordert Verstärkung an. 

Dreifache Körperverletzung

Vor dem Amtsgericht in Öhringen muss sich am Donnerstag ein Mann aus Künzelsau wegen Widerstand und dreifacher Körperverletzung verantworten. Der 22-Jährige hatte sich nach einigen Wortgefechten auf den Boden gelegt und sich somit der Verhaftung durch die Beamten widersetzt. Bei einem Handgemenge verletzte sich eine Polizistin am Daumen. Sie musste operiert werden und war zehn Wochen dienstunfähig. Zwei weitere Beamte erlitten Schürfwunden

Auslöser der Eskalation war laut dem Angeklagten ein Faustschlag eines Polizisten gegen eine Person aus der Gruppe. "Wir wollten die Lage nur beruhigen und den Namen des Beamten erfragen. Dies wurde uns verweigert. Und auf einmal sollte ich abgeführt werden“, erinnert sich der 22-Jährige. Er habe zwar Alkohol getrunken, sei aber nicht betrunken gewesen. Die drei verletzten Polizeibeamten sind als Zeugen geladen. Eine Beamtin berichtet, sie habe dem Angeklagten ihre Verletzung sofort mitgeteilt. Dieser hätte geantwortet: "Diese Strafe zahle ich gerne“. Auch als "Hure“ habe er sie beschimpft. Selbst im Polizeiauto sei der 22-Jährige "kaum zu bändigen gewesen“ und habe "wild um sich getreten“. 

Die Zeugen berichten auch von psychischen Folgeschäden. "Das war einer der schlimmsten Einsätze. Ich denke noch oft daran“, schildert ein Beamter. "Mein Sicherheitsgefühl im Dienst hat sich dadurch schon verändert“, sagt seine Kollegin. 

Geldstrafe

Der Angeklagte wirkt ruhig und entschuldigt sich bei den Polizisten. "Mein Mandant ist ein Stück weit erwachsener geworden. Er hätte sich einfach festnehmen lassen sollen“, sagt der Verteidiger.
"Das war kein jugendtypisches Delikt und kein jugendtypischer Leichtsinn“, sagt Amtsrichter Lutz Göpfert in seinem Urteil. Das Amtsgericht verurteilt den Künzelsauer zu einer Geldstrafe von 4800 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe in Höhe von 5600 Euro gefordert, die Verteidigung eine Strafe unter 3600 Euro.

Positiv sei, dass der 22-Jährige bislang nicht vorbestraft sei. Jedoch: "Der Angeklagte hat massiv Widerstand geleistet und es wurden drei Personen verletzt. Außerdem hat er mit seinen Aussagen während der Auseinandersetzung eine völlige Gleichgültigkeit zu den Folgen seiner Tat zum Ausdruck gebracht.“

 

 

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