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Die Mischung macht’s

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Selbst in dieser Mittagsstunde herrscht auf dem Krämermarkt reger Betrieb. Zwischen Wurzelbürsten und Brotzeit-Steakmessern flanieren die Menschen an den mobilen Fachgeschäften vorbei, um das ein oder andere einzukaufen. Der Bad Wimpfener Talmarkt kann auf seine Fans bauen – zu jeder Tageszeit. 

Standbeine 

"Wir haben ein gutes Publikum hier in der Region.“ Seine Aufgabe macht Jochen Großkopf Spaß. Im 23. Jahr fungiert der Mitarbeiter der Bad Wimpfener Stadtverwaltung als Marktmeister. Was reizt ihn daran? "Das sind die Gestaltungsmöglichkeiten“, sagt Großkopf.

Die Mischung macht’s. Krämermarkt, Festzelt, Rummel – und dazu noch eine Gewerbeschau. "Wir sehen uns als viertes Standbein“, meint Andreas Brink. Der Messeveranstalter aus Minden ist zum zehnten Mal beim Talmarkt. In zwei Hallen mit zusammen 900 Quadratmetern und auf einem Freigelände präsentieren sich heimische Firmen und reisende Profis. Von Möbeln bis zum Dampfsauger ist alles vertreten. "Wir stellen fest, dass die Besucher gezielt herkommen und sich beraten lassen“, erläutert Bring. "Das sorgt für eine gewisse Konstanz.“ 

Attraktion

Unter einem Sonnenschirm im Biergarten lässt es sich Thomas Kaiser schmecken. Was gehört für ihn zum Talmarkt? "Radler und Hähnchen – oder eine Wurst“, erklärt der Stuttgarter, der zum vierten oder fünften Mal die Traditionsveranstaltung besucht.

Nachher will er mit der Enkelin seiner Freundin unbedingt noch Riesenrad fahren. 36 Gondeln bringen den Besucher in 55 Meter Höhe. Von oben reicht der Blick über die Stauferstadt und das Neckartal bis zum Katzenbuckel, dem höchsten Berg des Odenwalds. Auf die Attraktion aus München ist Jochen Großkopf besonders stolz: "Solche Räder stehen normalerweise auf ganz großen Veranstaltungen wie dem Cannstatter Wasen.“ Familie Stieler aus Heinsheim kommt gerade aus einer Gondel. "Das ist sehr zu empfehlen“, resümiert Mutter Kristin nach den drei Runden. "Man sieht von da oben aus alles.“ Und der frische Wind sorge für eine schöne Erfrischung.

Ausbeute

Mit Tüten in der Hand stehen Brigitte Lutz und Herbert Britsch vor einem Geschäft. Ihre Talmarkt-Motivation? "Gewürze kaufen – ganz banal“, lacht die Roigheimerin. Spezielle Sorten gebe es nur auf solchen Märkten. Mit Pfeffer und Knoblauch hat sich das Paar eingedeckt. "Das reicht dann wieder ein ganzes Jahr“, betont Brigitte Lutz. Herbert Britsch ist auf dem Markt ebenfalls fündig geworden. Seine Ausbeute: "Eine Arbeitshose für einen Rentner.“ Dass sie mittags gemütlich einkaufen können, ohne Andrang und Rummel, schätzen die beiden Besucher.

Sommer

Warm ist es an diesem Tag in der Talstadt. Doch klagen will Marktmeister Großkopf nicht. "Das ist eigentlich in Ordnung“, findet er. "Wir haben Sommer.“ Mutig erscheint das Angebot beim "Gesundheitsapostel“ aus der Pfalz dennoch. Erik Schuster hat etwa 500 Naturprodukte rund um die Wolle aufgebaut – von Lammfellschuhen über Kissen bis zu Fußsäcken. 80 Prozent sind Schafschurwaren. "Viele wissen nicht, dass Wolle im Sommer eine kühlende Eigenschaft hat“, klärt Schuster auf. Etliche Stammkunden kauften auch im Sommer ein Bett: "Die wissen, im Herbst oder Winter wird es wieder kalt.“ 

 

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