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Vergewaltigung: sechs Jahre Haft

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Als das Urteil in dem Vergewaltigungsprozess vor dem Heilbronner Landgericht gesprochen ist, wird es noch einmal brenzlig im Gerichtssaal. Der Angeklagte, der die ganze Zeit schon durch Zwischenrufe eine aggressive Haltung gezeigt hat, wehrt sich gegen Justizwachtmeister, die ihm vor dem Transport ins Gefängnis wieder Handschellen anlegen wollen.

Sechs Jahre Haft

Er kritisiert lautstark das Urteil, sortiert seine Unterlagen, will nach einem Kugelschreiber greifen, da schreiten die Beamten ein. Sie drücken ihn zu dritt auf den Tisch, bringen den sich wehrenden Mann dann zu Boden, bis sie hinter seinem Rücken die Handschellen schließen können. "Der lügt“, hatte er zuvor in Richtung des Richters noch ausgerufen. 

Zu sechs Jahren Haft für besonders schwere Vergewaltigung ist der 24-jährige Mann aus Heilbronn gerade verurteilt worden. Weil er nach Überzeugung des Gerichts eine 19-jährige Bekannte mit Drohungen gegen sie und ihre Mutter und mit dem Vorhalten eines Messers an Heiligabend 2017 in seiner Wohnung zum Sex gezwungen hatte.

Messereinsatz

Das Opfer "hatte Todesangst“, stellte Richter Roland Kleinschroth fest. Ihr Verhalten im Gerichtssaal, als sie als Zeugin zitternd eine Messerattrappe entgegennahm, um das Vorgehen des Angeklagten nachzuahmen, habe Bände gesprochen. Bis heute sei die junge Frau traumatisiert, habe ihre Ausbildung abgebrochen. Und der Angeklagte habe die Naivität der jungen Frau an dem Tag ausgenutzt. Nach der Tat ist die 19-Jährige splitternackt durch ein Badezimmerfenster geflohen, hatte sich an Scherben der kaputten Scheibe verletzt und war rund drei Meter in die Tiefe gesprungen

"Frauen sind kein Freiwild“, schärfte der Richter dem immer wieder dazwischen redenden Angeklagten ein. Der hatte in seiner Aussage eine Vergewaltigung und einen Messereinsatz abgestritten. Allerdings hatte ihn seine getrennt von ihm lebende Ehefrau belastet, gewalttätige Übergriffe gegen sie bestätigt. Dass der Angeklagte im Gericht rüde dazwischenpolterte und ihr vorgab, sie solle "die Fresse“ halten, stärkte nicht gerade seine Glaubwürdigkeit. Ein "unterirdisches Frauenbild“ attestierte Richter Kleinschroth dem Mann auf der Anklagebank.

Schmerzensgeld

Eine psychotische Grunderkrankung hatte ein Sachverständiger dem Angeklagten bescheinigt. Eine Erkrankung, die die das Gericht als strafmildernd wertete. Die erniedrigende Tat aber und den Messereinsatz zog das Gericht als strafverschärfend heran. 

Zusätzlich zur Vergewaltigung zog das Gericht eine noch offene Geldstrafe wegen eines Verkehrsdeliktes ein, die mit weiteren zwei Monaten Haft geahndet wurde. Wegen der rüden Zurechtweisung seiner Ehefrau im Gericht verhängte die Kammer zudem 200 Euro Ordnungsgeld.

Und: Der Verurteilte wird verpflichtet, der 19-Jährigen ein angemessenes Schmerzensgeld zu zahlen. Zumindest bis zu seiner Verhaftung hat der 24-Jährige ganz gut verdient. Der gelernte Fertigungsmechaniker arbeitete in der Autobranche im Landkreis Heilbronn. 

 

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