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Unterricht fällt ständig aus

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Nach einer von Elternvertretern erhobenen repräsentativen Umfrage zum Unterrichtsausfall an Gymnasien im Regierungsbezirk Stuttgart haben allein in den ersten neun Wochen des laufenden Schuljahrs 13,49 Prozent des Unterrichts nicht wie geplant stattgefunden. 7,81 Prozent des Unterrichts hätten überhaupt nicht stattgefunden, 5,68 Prozent seien als Vertretungsunterricht gehalten worden. Für 3,32 Prozent des Ausfalls waren demnach Fortbildungen und Studienfahrten die Ursache. Übers gesamte Schuljahr gehen die Elternvertreter noch von einer deutlich höheren Zahl an ausfallenden Unterrichtsstunden aus. 

G9, G8, G7

Diese Zahlen liegen damit deutlich höher als die vom Kultusministerium nach der letzten Stichprobe vom November vorgelegten Zahlen, wonach landesweit an den Schulen lediglich 3,6 Prozent des Unterrichts ausfallen. "Wenn man das hochrechnet, praktiziert Baden-Württemberg nicht G9 oder G8, sondern G7 – bis zum Abitur fällt insgesamt ein ganzes Unterrichtsjahr aus“, schimpft Michael Mattig-Gerlach, Vorsitzender der Elternbeirats-AG (ARGE) der 151 Gymnasien im Regierungsbezirk Stuttgart, der gestern in Stuttgart gemeinsam mit dem Stuttgarter Gesamtelternbeirat die Ergebnisse vorstellte. Rund eine halbe Stunde Arbeitsaufwand, schätzen die Elternvertreter, habe die Schulen das Ausfüllen der gemeinsam von der ARGE mit der Bildungsgewerkschaft GEW erarbeiteten Erhebungsbogen jeweils gekostet – "und das für eine Aufgabe, die das Kultusministerium bislang damit abgelehnt hat, dass die Erhebung EDV-seitig eine Herkulesaufgabe sei“, so der ARGE-Vorsitzende.

Reaktion

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zeigte in einer ersten Reaktion Verständnis für die ARGE-Initiative, ohne die vorgelegten Zahlen zu kommentieren. "Ich halte das Anliegen der Eltern, über den Unterrichtsausfall informiert zu werden, absolut für nachvollziehbar. Wir brauchen eine deutlich verlässlichere Datenbasis, um besser reagieren zu können“, so Eisenmann. Das Kultusministerium will nun noch vor Beginn der Sommerferien die Ergebnisse einer Vollerhebung zum Unterrichtsausfall vorlegen, die Mitte Juni über eine Woche hinweg landesweit an allen öffentlichen Schulen stattgefunden hat. 

Repräsentativ

In Eigeninitiative hat die ARGE Stuttgart zumindest für den gymnasialen Bereich nun aber vor dem zuständigen Ministerium erhoben, was Bildungsgewerkschaften und Eltern schon fordern. "Für die Stichprobe des Kultusministeriums gelten bereits 25 Schulen im Regierungsbezirk als repäsentativ, wir haben Rücklauf aus 26 Städten und von 37 der 151 Gymnasien im Regierungsbezirk Stuttgart erhalten, das entspricht 24,3 Prozent“, so Mattig-Gerlach. Kathrin Grix, Vorsitzende des Stuttgarter Gesamtelternbeirats, geht davon aus, dass die Zahlen auf alle Schularten übertragbar sind. Die Elternvertreter rechnen hoch, dass über das gesamte Unterrichtsjahr noch mehr Stunden ausfallen, als die in den ersten Wochen des Schuljahres erhobenen Daten vermuten lassen.

Vertretung statt Ausfall

Allein während der Abiturprüfungen falle regelmäßig Unterricht aus, zudem seien zu Beginn eines Schuljahres die Lehrer noch fit, während sich der Krankenstand im Lauf des Schuljahres deutlich erhöhe. "Zudem wird auch Vertretungsunterricht, in dem nur Betreuung stattfindet, nicht als Ausfall gerechnet“, sagt Grix. Das Kultusministerium wertete diese Aussage als unfair gegenüber Lehrkräften: "Das bedeutet ja, dass man unseren Lehrkräften jegliches Recht abspricht, krank zu sein. Das ist fernab der Realität“, so Eisenmann. Auch die Forderung nach einer 120-prozentigen Lehrerversorgung, um Ausfälle zu kompensieren, erteilte Eisenmann eine Absage.

 

 

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