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Schwarze Passagen in der Abizeitung

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Eigentlich war es ein Grund zum Feiern: 118 Abiturienten des Eppinger Hartmanni-Gymnasiums (HGE) haben am Freitagabend ihr Zeugnis für die bestandene Reifeprüfung erhalten. Doch die Entlassfeier wurde von einem Aufsehen erregenden Vorfall überschattet: Schulleiter Uwe Wittwer-Gärttner hatte zuvor den Verkauf der Abizeitung wegen antisemitischer Kommentare untersagt

"Rassistische Anspielungen können wir nicht hinnehmen“, erklärte Wittwer-Gärttner. Man wolle nicht wegsehen, die Schule werde den Vorfall aufarbeiten. Es sei wichtig, auch mit jüngeren Schülern darüber zu reden. "Wir akzeptieren keine Diskriminierung“, betonte der Schulleiter. Für rassistische Äußerungen gebe es keinen Toleranzspielraum. Auch Oberbürgermeister Klaus Holaschke betonte, man müsse den Vorfall aufklären. Als Schulträger werde die Stadt das HGE unterstützen. "Tendenzen gegen unseren Wertekonsens dürfen nicht Fuß fassen“, so der OB.

Deutliche Worte 

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Bei der Abschlussfeier fand Uwe Wittwer-Gärttner deutliche Worte. Aus gegebenem Anlass sehe er sich gezwungen, in Erinnerung zu rufen, wofür das HGE stehe: "Wir sind eine Wertegemeinschaft, die der Landesverfassung Baden-Württembergs und dem Grundgesetz verpflichtet ist“, bekräftigte er. "Antisemitismus und Rassismus haben an unserer Schule keinen Platz.“ Drei Säulen trügen die Schule: Neben ganzheitlicher Erziehung und zahlreichen Austauschprogrammen gehört das Konzept der Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage zum Profil des Gymnasiums. 

Die Kommentare, die zwei Schüler in ihren Steckbriefen in der Abizeitung veröffentlicht haben, seien "schlicht und ergreifend durchs Raster gefallen“, sagte Schülersprecher Riccardo Ehrenberger. Das Zeitungskomitee habe ein Jahr lang an der Ausgabe gearbeitet: 304 Seiten mussten geschrieben, gestaltet und Korrektur gelesen werden. Über eine App konnten alle Zwölftklässler Bilder und Steckbriefe platzieren.

Die zum Teil antisemitischen Äußerungen, die sich auch gegen einen Lehrer richteten, fielen erst auf, nachdem die ersten Zeitungen verkauft waren. Ehrenberger distanzierte sich bei der Zeugnisausgabe ausdrücklich "von jeglichen antisemitischen oder rassistischen“ Kommentaren. "Wir haben null Bock auf Nazis“, sagte der Abiturient.

Zensiert

Bereits vor dem Druck hatte die Schulleitung 23 Bilder zensiert, die Waffen und Folterszenen zeigten. Trotzdem betonte Uwe Wittwer-Gärttner am Freitagabend: "Die Vorgänge um die Abizeitung sollen nicht den Blick auf den Jahrgang verstellen.“ Das wünschte sich auch Riccardo Ehrenberger: "Rückschlüsse sind nicht gerechtfertigt.“ Die Schüler seines Jahrgangs seien empathisch, tolerant und politisch engagiert. Viele von ihnen waren beim Israel-Austausch dabei, den das HGE seit Jahren organisiert. 

Das Zeitungskomitee reagierte umgehend und schwärzte die betroffenen Stellen. Die Zeitung darf nicht mehr auf dem Schulgelände verkauft werden. "Es ist meine Pflicht als Landesbeamter, da einzugreifen“, sagte Uwe Wittwer-Gärttner. Bei der Abiparty am Samstag wurde die Zeitung wieder verkauft, da es sich nicht um eine Schulveranstaltung handelte. Die betroffenen Passagen waren jedoch alle unkenntlich gemacht.

 

 

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