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Ganz schön heiß, dieses Fest

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Karl Müller, der sogenannte Bürgermeister der Kischtleshocker, sitzt mit 13 seiner Kollegen am Schausteller-Stammtisch im Biergarten beim Göckelesmaier-Zelt. Die Schatten werden länger. Die Hitze des Tages verfliegt. Die frische Brise vom Neckar her mischt sich mit dem Wind des Karussells The Real Shake. "Man muss es nehmen, wie es ist"?, sagt Müller und bringt damit das Thema dieser Tage auf den Punkt: die Hitze.

Freibad statt Volksfest

Bei 30 Grad im Schatten zog es am ersten Ferien-Wochenende viele Unterländer und Hohenloher tagsüber eher ins Freibad als aufs Heilbronner Volksfest. Festwirt Karl Maier hat sich deshalb entschlossen, den Rummelplatz wochentags nicht schon um 15 Uhr, sondern erst um 16 Uhr zu öffnen; nur mittwochs geht´s bei ermäßigten Preisen schon um 15 Uhr los - und im Zelt sowieso täglich schon um 12 Uhr.

"Je später der Abend, desto voller die Gassen", sagt Maier. So geht er davon aus, dass bis Sonntagabend 100.??000 Besucher auf die Theresienwiese kamen. "Wir liegen damit auf dem guten Vorjahresniveau. Das ist bei diesem Wetter absolut ok. Bliebe zu hoffen, dass meine Wetter-App nicht recht behält." Für die nächsten Tage kündigt sie 37 Grad an.

Ventilatoren gegen die Hitze

"Dann spritzen wir halt alles mit dem Schlauch ab", gibt Schausteller Karl Müller zu verstehen. Auch Kollege Winfried Grupe ist guter Dinge. "Also ich bin zufrieden, wie überhaupt die ganze Saison bisher gut lief, Gott sei Dank sind die Deutschen früh aus der WM geflogen." Gegen die Hitze in seiner durch zwölf Spielautomaten aufgeheizten "Gambling Hall" hat sich Grupe im Baumarkt einen Ventilator beschafft - während sich Festwirt Maier mit seiner Klimaanlage im Wohnwagen einen Schnupfen eingehandelt hat. Für seine Ehefrau Daniela tut es ein Fächer mit dezentem Göckelesmaier-Logo, während im Hintergrund die "Lollies" die Stimmung im Zelt anheizen. Zumindest in den ersten Reihen sind alle klatschnass.

Mit der Hitze auf Du und Du stehen Vasile Lihet und Dragoi Alexandru, die in Stoßzeiten wie nach dem Stimme-Firmenlauf an sechs mit über 80 Grad befeuerten Gasöfen bis zu 360 Hähnchen grillen.

Tipp vom Arzt

Dass die leeren Maßkrüge 30 Grad warm sind, lässt Braumeister Herrmann Mayerle cool. Er legt die Hand auf einen 1000-Liter-Tank und sagt "sehr beruhigend". Mit zwei Grad wurde das Löwenbräu-Volksfestbier aus Schwäbisch Hall angeliefert, hinterm Zelt lagert es bei vier Grad, "und im Krug hat es dann sieben, acht, das passt," sagt Mayerle.

"Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, muss man an solchen Tagen viel trinken", weiß der Urologe Dr. Jens Rassweiler, der sich im Zelt zwei Radler gönnt. "Ein Liter Bier oder zwei Radler am Abend, das ist für mich die Richtgröße. Danach gibt´s nur noch Alkoholfreies." Der Arzt gibt zu bedenken, dass das Blut bei Hitze den Alkohol schneller aufnimmt und schneller die Sinne trübt.

Polizeikontrollen

Davon kann Polizeirevierleiter Thomas Nürnberger ein Lied singen. Er mahnt zum "maßvollen Umgang mit Alkohol" und damit zum "verantwortungsvollen Verhalten auf dem Fest und auf der Straße." Gerade wochenends habe es die Polizei mit vielen aggressiven Betrunkenen zu tun, wobei es beim Volksfest "für ein Fest dieser Größenordnung relativ wenig Probleme gibt". Nürnberger führt dies auch auf ein Sicherheitskonzept zurück, zu dem die verstärkte Präsenz von Sicherheitspersonal sowie Taschenkontrollen gehören. Verstärkt kontrolliert wurde am Wochenende auch im Straßenverkehr.
 

 

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