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Yoga im Freien

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"Und jetzt der Sonnengruß.“ Larissa Hauser steht vor der knapp 60-köpfigen Truppe und macht es vor. Eine fließende Übung, die aus insgesamt zwölf Bewegungsabläufen besteht. Alle gehen ineinander über. Auch ich habe mich unter die Gruppe gemischt. Ich will es ausprobieren: Die Yogastunde als Outdoor-Erlebnis.

Yoga als Lebensschule 

Zugegeben, als absoluter Sportmuffel, Körperklaus und Yoga-Neuling eine echte Herausforderung, aber Larissa beruhigt mich: "Es ist nicht ausschlaggebend, wie hoch oder gestreckt das Bein ist. Es geht um das Gefühl und darum, die Verbindung zum Körper wieder zu spüren.“ Ich erfahre, dass es bei Yoga nicht so sehr um die "Körperhaltung oder den Sport an sich geht, sondern darum, im Inneren was zu verändern“. Auch, wenn es am Anfang schwer oder ungewohnt ist, erzählt Larissa, so lehrt uns Yoga etwas fürs Leben: In sich zu gehen und wieder die eigene Stimme zu hören. Das Wetter scheint den Sonnengruß verstanden zu haben. Es ist frühsommerlich warm. Und die Abendsonne strahlt. Perfekt für Yoga unter freiem Himmel.

Wenn Larissa spricht, strahlt sie geradezu mit der Sonne um die Wette. Sie ist quirlig und die ganze Zeit am Lachen. Sie hat auch allen Grund dazu. Jeden Montag und Donnerstag lädt die 29-Jährige von Ayu Happy zur Yogastunde unter freiem Himmel im Wertwiesenpark in Heilbronn-Sontheim ein. Das Training setzt sich aus einem Power-Warm-up mit Sonnengrüßen, Kundalini-Yoga-Elementen, Tiefenentspannung und einer abschließenden Meditation zusammen.

Die Idee für Yoga im Park entsteht, als die gebürtige Weinsbergerin ihren Bürojob als Einkäuferin bei dem Modeversandhandel Otto kündigt und zurück nach Heilbronn zieht. Sie will mehr vom Leben. Beginnt ihren Nine-to-Five-Job zu hinterfragen und absolviert eine Kundalinia-Ausbildung. Das ist wie ein Wendepunkt in ihrem Leben. Sie hat seither viel gelernt. Über Ernährung, Atmung, den Umgang mit Stress, mit sich selbst und anderen. "Es war wie eine Art Lebensschule für mich.“

Anlaufstelle für Jung und Alt 

Zurück in Heilbronn, stellte sie fest, dass es Yoga im Freien nicht gibt. In Hamburg dagegen schon. "Als ich hier angekommen bin, hat mir das gefehlt. Dann habe ich mir einfach vorgenommen, das selber anzugehen.“ Gesagt, getan. Mittlerweile sind ihre Kurse begehrt und gut besucht. Die Gruppe wächst und wird von Mal zu Mal größer. Ganz egal, ob Studenten, Berufstätige, Senioren oder Kinder. "Die Leute verbinden sich und es entsteht eine liebevolle Gemeinschaft.“ Für Larissa war es wichtig, dass es besonders "für junge Leute eine friedvolle Anlaufstelle gibt. Gerade, wenn man neu in der Stadt ist“.

Ihre Mission?  "Yoga möglichst vielen Menschen zugänglich machen und die Verbindung zwischen Mensch und Natur wiederherstellen.“ An diesem Abend lerne auch ich Yoga in all seiner Schönheit kennen. Jedoch erst, als ich anfange mir Larissas Worte wirklich zu Herzen zu nehmen. Es ist egal, wie ich dabei aussehe. Wichtig ist, dass es sich gut für mich anfühlt. Das muss ich mir immer wieder in Erinnerung rufen, wenn mich gewisse Übungen die Anatomie meines Körpers in Frage stellen lassen. Die Stimmung unter all den Teilnehmern ist friedlich. Keine komischen Blicke, wenn man mal lachend aus einer Verrenkung fällt oder mangels Kondition schlapp macht. Ich fühle mich angenommen. Komische Blicke gibt es eher von paar Schaulustigen, die stehen bleiben und unsere Yoga-Verrenkungen beobachten. 

Begeistert 

Nadine Steiner geht es ähnlich. Die 21-Jährige studiert Wirtschaftsinformatik und ist zum ersten Mal heute dabei. Sie findet die Zuschauer zwar auch "gewöhnungsbedürftig“, kommt aber auf jeden Fall wieder.  "In der Natur komme ich besser runter. Es ist schön mit dem Wind und dem Vogelgezwitscher“, sagt sie und strahlt. Auch ihre Freundin Rebecca Hahn ist begeistert. Die 20-jährige Studentin ist zum zweiten Mal mit dabei. Am besten gefalle ihr die Mischung aus sportlicher Herausforderung und Entspannung, die Yoga mit sich bringt. "Und dass man draußen ist und unter freiem Himmel Sport macht, nicht alleine.“ 

Zum Abschluss singt Larissa noch das Mantra: Sat Nam, was so viel heißt wie: "Die wahre Identität.“ Damit ist gemeint, dass Jeder sein wahres Ich leben soll. Nicht die Überzeugung von anderen. Man soll schauen, wo das wahre Potenzial liegt und diesem dann nachgehen. Am Ende steht für mich fest: Potenzial liegt nicht unbedingt in meiner Sportlichkeit, aber im Versuch, mich darauf einzulassen. Und ich weiß: Ich komme wieder. Nach der Stunde fühle ich mich tatsächlich ausgeglichen, entspannt und beflügelt. Da ist der Muskelkater in Bauch, Beine, Po die Tage danach, glatt vergessen. 

Probiere es aus 

Immer montags und donnerstags um 18 Uhr ist (bei gutem Wetter) Yoga im Wertwiesenpark! Wo? Am Eingang Neckarhalde, geradeaus, hinter dem ersten kleinen Hügel. Mitbringen brauchst du nicht viel: Deine MatteWasser und wenn du magst eine kleine Decke für die Tiefenentspannung! Die Yogastunde ist Donation based! Das heißt, du gibst was du für angemessen hältst. Mehr Infos zu "Yoga im Park“ findest du hier oder auf Larissas Facebook Profil

 

 

 

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