Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Mund auf im Kampf gegen Blutkrebs

Übersicht

Die Diagnose Blutkrebs ist für die Erkrankten niederschmetternd. Zumal, wenn Chemo und Bestrahlung nicht helfen. Die erfolgreiche Behandlung der Leukämie per Stammzellenspende wird von den Empfängern oft als zweiter Geburtstag gefeiert. Zu potenziellen Lebensrettern wurden rund 60 Schüler der Jahrgangsstufe, Lehrer und Eltern am Hohenstaufen-Gymnasium (HSG), die sich an der Registrierungsaktion der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) in der Mensa beteiligten. 

Mit Wattestäbchen 

Langsam und gründlich fährt sich Daniel Binder mit drei Wattestäbchen im Mund umher. Die Wangenschleimhautabstriche tütet der 17-jährige Fürfelder mit Hilfe von Elternvertreterin Ulrike Neuner ein und lässt sich in der Datenbank der DKMS registrieren. "Es ist eine gute Sache, wenn man anderen durch so eine einfache Sache helfen kann: Stäbchen rein und fertig“, sagt er. Auch wenn die Wattestäbchen zunächst nur der Registrierung dienen: Im Fall einer Spende erfolgt die Gewinnung der lebensrettenden Stammzellen per Blutentnahme oder in seltenen Fällen per chirurgischem Eingriff.

Trotzdem versichert Binder: Würde die Organisation ihn als Spender anfragen, wäre er sofort dabei. 
Bei ihrem Vortrag vor 140 Schülern verdeutlicht Tanja Gingel von der DKMS das Motto: "Dein Typ ist gefragt.“ Auch wenn über acht Millionen mögliche Stammzellenspender bei der Organisation erfasst sind, gleiche die Suche nach einem passgenauen genetischen Zwilling der Nadel im Heuhaufen.

50 Millionen Kombinationen

Zehn Gewebemerkmale als eine Art Fingerabdruck auf den Zellen müssten für die periphere Stammzellenspende per Blutentnahme übereinstimmen. "Bei über 15.000 verschiedenen Ausprägungen der Marker ergeben sich 50 Millionen Kombinationen“, führt sie aus. Nur noch in wenigen Fällen würden Stammzellen chirurgisch dem Knochenmark entnommen.

Im Fall der Heidelberger Biochemiestudentin Gingel hat es gepasst. Sie hat vor anderthalb Jahren für eine erkrankte Person gespendet und betont: "Es gibt keine Garantie auf Heilung, aber eine Chance.“

Chancen steigen

Dem Motto stellt sich auch Michelle Wiesenthal. "Je mehr Menschen mitmachen, umso höher ist die Chance“, sagt die Fürfelderin. "Jeder in so einer Situation ist froh, wenn jemand bereit ist zu helfen.“ So sehen das auch Selina Müller, Annika Guckeisen und Alexis Jung aus Bad Wimpfen, die sich im Trio der Stäbchenprobe stellen. 

Vor zwei Jahren hat Lehrerin Daria Wilhelm die Registrierungsaktion verpasst. Umso wichtiger ist es ihr, diesmal mitzumachen. "Es ist eine Spende, die man geben kann, ohne danach Einschränkungen zu haben“, spricht sie die Unkompliziertheit an. Auch Carol Winkler kommt auf dem Rückweg von der Arbeit vorbei. In ihrer Familie gab es bereits Leukämie: "Deshalb wollte ich das schon lange machen.“

 

 

Galerien

Regionale Events

Mallorca-Party

Am 17. August steigt die Mallorca-Party beim TTC Zaisenhausen.