Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Deutliches Zeichen für die Gemeinsamkeit

Übersicht

Gemeinsame Werte werden sowohl am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium (EHKG) in Heilbronn als auch am Justinus-Kerner-Gymnasium (JKG) in Weinsberg längst gelebt. Jetzt haben beide Schulen die Grundlagen auch in ihr Leitbild aufgenommen und werden für ihr Engagement als Weltethos-Schulen ausgezeichnet. Die Weltethos-Stifung aus Tübingen, die sich für ein Miteinander der Religionen und den Dialog verschiedener Kulturen einsetzt, hat bislang deutschlandweit 16 Schulen in diesen Kreis aufgenommen, in der Region sind EHKG und JKG die ersten Weltethos-Schulen. "Damit sind wir Vorreiter“, sagt Jürgen Kovács, Schulleiter in Weinsberg. 

Zusammenarbeit

"Wir erfinden das Rad nicht neu“, betont Isabella Peimann-Schaak, Schulleiterin des EHKG. Weltethos sei schon immer im Religions- und Ethikunterricht thematisiert worden. Bewusste Werteerziehung und friedliches Miteinander praktiziert auch das JKG als "Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ schon lange. Mit ihrer Bewerbung bei der Stiftung wollten beide Gymnasien ein deutliches Zeichen auch nach außen setzen. Es gehe darum, sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren, nicht auf das, was trennt. "Weltethos sucht die kulturelle und religiöse Verbindung“, erklärt Religionslehrerin Heidrun Günther-Weißbeck die Grundsätze der Stiftung. Mit dem Zertifikat werde festgehalten, wofür die Schule steht. Isabella Peimann-Schaak möchte die Vielfalt unter ihren Schülern als Gewinn verstanden wissen, nicht als Bedrohung: "Das macht aus einer bunten Schülerschaft eine Schulgemeinschaft.“

Konsens

Die Positionierung als Weltethos-Schule verankert das Erziehungsziel und schärft das Profil der Schulen. Gleichzeitig biete es eine Grundlage für offene Diskussionen und helfe, Vorurteile abzubauen, sagt Angela Schwager, Ethiklehrerin am JKG. Lehrer, Schulsozialarbeiter, Schüler und Eltern haben sich auf den gemeinsamen Konsens geeinigt, der auf eine Erklärung des Parlaments der Weltreligionen von 1993 zurückgeht. 

Alle Gremien haben der Bewerbung zugestimmt. Die Schulen mussten auflisten, was sie bereits im Bereich Werteerziehung leisten. Dabei wurde deutlich, wie viele Aktivitäten von den Streitschlichtern bis zum Schüler-Lehrer-Feedback es neben Unterrichtsinhalten schon gibt. "Die haben jetzt alle einen gemeinsamen Mantel“, erklärt Isabella Peimann-Schaak. Außerdem sei es eine Bereicherung, dem Netzwerk der Weltethos-Schulen anzugehören. Die Stiftung fördert den Austausch und bietet den Mitgliedern unter anderem Unterrichtsmaterial.

Im Zuge der Bewerbung hat das Weinsberger Gymnasium ein neues Logo entwickelt, das EHKG hat sein Leitbild zum Leitethos umgeschrieben. Dabei befinde man sich nicht in einer ethisch-philosophischen Blase, betont Angela Schwager. "Das ist ganz konkret.“ Fragen des Weltethos sind Teil des Unterrichts, zum Beispiel in den Wirtschaftskursen der Jahrgangsstufen. Gleichzeitig ist der Grundsatz, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, im Alltag verankert und Teil des Konfliktmanagements.

Projekte

Das neue Prädikat, das zunächst für fünf Jahren verliehen wird, soll den Blick auf Werte schärfen. Deshalb werde es nicht zwangsläufig mehr Projekte geben, "aber mehr Qualität im Zusammenspiel“, hofft die Schulleiterin. Sie möchte den Austausch mit den Eltern intensivieren, außerdem sind interreligiöse Feiern am EHKG geplant. 

Ziel sei es, die Schulgemeinschaft und damit auch die Schüler zu stärken, sagt Isabella Peimann-Schaak. "Wir wollen die Kinder in der Vielfalt fit für die Zukunft machen“, ergänzt Jürgen Kovács.

 

 

Anzeige

Galerien

Regionale Events