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Changemaker – Mehr Engagement geht nicht

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T-Shirts für drei Euro sind preiswert. Aber oft stecken dahinter Kinderarbeit, unmenschliche Arbeitsbedingungen und hohe Gewinne für Großkonzerne. Das haben die rund 800 Schüler des Friedrich-von-Alberti-Gymnasiums begriffen. Sie akzeptieren die Umstände nicht. Sie kämpfen dagegen an. Und genau aus diesem Grund hat sich ein Team von rund 15 Leuten zusammengefunden  und eine Schülerfirma gegründet.

Visionäre

"Changemaker“ – zu deutsch "Unterschiedmacher“ nennen sie sich selbst. "Wir alle können uns nur zu gut vorstellen, wie die Textilproduktion in Asien aussieht. Da können wir doch nicht einfach zusehen“, so der 16-jährige Johannes Gacs. Bangladesh und Nachhaltigkeit? Das kann auch funktionieren! Durch die Mutter einer Fünftklässlerin, der die Firma "Roland Bopp GmbH“ gehört, sind sie auf eine geniale Idee gekommen. Denn es gibt auch Textilfirmen, die in Asien produzieren und trotzdem gute Arbeitsbedingungen und einen gerechten Lohn bieten. Das wollten die Veränderer des FvAGs unterstützen. Die Roland Bopp GmbH verkauft Arbeitskleidung und bezieht dabei faire Mode aus Bio-Baumwolle mit Labeln wie zum Beispiel "Fairwear“. "Von dieser Firma beziehen wir unsere T-Shirts und Pollover. Wir lassen sie dann bedrucken mit unserem Hashtag #changemaker und verkaufen diese hier in Deutschland“, erzählt der Gundelsheimer weiter. 

Einfluss der Jugendlichen

Die Jugendlichen sind die Zukunft unseres Landes und deshalb müssen sie angesprochen werden. Die Generation Z lässt sich nicht alles gefallen. Sie hat ihren eigenen Kopf und ihre eigenen Ansichten. Und zum Glück legt sie viel Wert auf die neuen Megatrends. Wichtig ist unter Jugendlichen heute einfach ein gutes Gewissen. "Ich will doch nicht in Kleidung rumlaufen, an der Blut von Kindern hängt. Ich kann nicht zulassen, dass Kinder am anderen Ende der Welt T-Shirts nähen, damit ich hier in einem reichen Exportland billige Klamotten kaufen kann.“ – der 17-jährige Fabian Marter aus Neudenau hat das Prinzip verstanden. Deshalb ist auch er Teil des Teams, das die Jugend in Deutschland in ihrem Kaufverhalten aufmischen möchte. 

Gewinn

"Bisher haben wir etwa 1.000 T-Shirts verkauft“, berichtet der Neudenauer stolz. 13 Euro kostet ein T-Shirt und 23 Euro muss man für einen Pullover ausgeben. Erhältlich sind die guten Stücke in den Farben dunkelblau, grau und weiß. Das nachhaltigste T-Shirt einer Schülerfirma stellen sie her. Und der Gewinn? Der wird hauptsächlich an die Partnerschule in Bangladesh gespendet. Denn "wir Jugendlichen auf der ganzen Welt müssen zusammenhalten“.

Ein Teil des Gewinns geht auch an die Garment Workers Solidarity Gewerkschaft. Diese setzt sich dafür ein, dass die Näherinnen – und ja, sie sind meistens weiblich – in Bangladesh gerecht bezahlt werden und unter guten Bedingungen arbeiten können. Nur ein ganz kleiner Teil gehe an den Nachhaltigkeitsfond der Schule. Dieser soll auch in Zukunft, wenn die überaus engagierten "Changemaker“ ihr Abitur haben und die Schule verlassen, dafür sorgen, dass ihre jüngeren Mitschüler ihre Visionen in Projekte umwandeln und diese auch finanzieren können. 

Zielgruppe: Schüler

Vor allem Schüler tragen zum Gewinn bei. "Unsere Hauptzielgruppe sind die jungen Leute. Wir gehen an andere Schulen, legen jungen Menschen in ganz Deutschland unsere Mission ans Herz und verkaufen auch dort unsere T-Shirts“, Johannes ist stolz und das darf er auch sein. Denn die heutige Nachhaltigkeitsinsel ist nicht ihr erstes Event. Auch auf der Fair Handeln Messe in Stuttgart waren die "Unterschiedmacher“ vertreten. Und schon bald werden sie zu einer Preisverleihung in der Hauptstadt eingeladen. 

Auch Janne Rotter gehört zum Team. Der 15-Jährige ist "erst seit sechs Monaten dabei“ und arbeitet im Vertrieb und Marketing mit. "Ich organisiere zum Beispiel die Fair Lessons. Dazu gehen jüngere Schüler des Albertis an Grundschulen und präsentieren dort faires Lernen. Wir versuchen, das Verständnis schon im frühen Alter zu schaffen“, so der Gundelsheimer. Die Grundschüler seien schließlich die zukünftigen Jugendlichen, die Dinge in die Hand nehmen sollten. 

Highlight

Ein Highlight steht bald für die ganze Gruppe an. "Theorie hier in Deutschland ist zwar schön und gut, aber wir wollen die Praxis da drüben in Bangladesh sehen“, erklärt Johannes. Für ihn und knapp zehn andere Schüler geht es im September für sechs Tage zum Ort des Geschehens. In Bagladesh wollen die "Changemaker“ ihre Partnerschule besuchen, bei der Garment Workers Solidarity vorbeischauen und natürlich, ganz wichtig, die Textilfabrik erkunden. "Mit den Menschen dort reden. Einfach mal vor Ort sein. Schauen, ob wirklich alles so gemacht wird, wie wir es uns vorstellen.“ Das sei gerade ein ganz großes Thema in ihrer Schülerfirma. Auf Instagram, Facebook und ihrer Homepage werden sie dann ihre Mitschüler und alle Interessierten mit auf die Reise nehmen. Und hoffentlich schon bald das Konsumverhalten ihrer Generation "changen“.  

 

 

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