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Schneller, bunter, höher

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Fröhlicher Ausnahmezustand in Bad Wimpfen im Tal: Mit Eröffnungsfestzug, Andacht und Fassanstich ist der Talmarkt in seine 1053. Saison gestartet. Gestern eroberten trotz Regens zahlreiche Besucher das Gelände mit 17 Fahrgeschäften, Krämermarkt und zehnter Gewerbeschau. Noch bis Dienstag gibt es Jubel, Trubel und Heiterkeit. "Der Talmarkt ist fest in die DNA übergegangen“, spielte Bürgermeister Claus Brechter auf den "unbändigen Drang“ nicht nur der Bad Wimpfener zum Besuch sowie auf die Tradition des wichtigsten Festes der Stauferstadt an. Was seit dem Jahr 965 vor dem Kloster als beschauliche Gelegenheit zu Handel und Vergnügen begonnen wurde, hat sich zum modernen Volksfest mit Spaßfaktor entwickelt. 

Tradition

Der Eröffnungstag bediente zunächst die Traditionen: Um 17.30 Uhr machten sich die Festveranstalter mit Fanfarenzug, Stadthauptmann Peter Reinmuth, Gemeinderäten, Gewandeten der Vereine Aderlass und Zunftmarkt, Stadtkapelle sowie eine große Abordnung der Concordia vom Rathaus her auf. Der Rathauschef brachte mit stilechter Talmarktskrawatte im Festzelt Gollerthan den Hammer beim Fassanstich zum Einsatz, um anschließend den Steinsbergern und Nicole die Bühne zur Party pur zu überlassen. 

Danach stand der Festgaudi nichts mehr im Wege. Schnell, bunt und hoch hinaus: Die von Marktmeister Jochen Großkopf organisierten Fahrattraktionen erlebten ihre erste Hochkonjunktur: Etwa der ultimative Überkopfspaß "Predator“ und der familienspaßige "Big Spin“ als Neuheiten, aber auch der Adrenalinkick "Artistico“ und das bayrische Lach-Freu-Haus.

Riesenrad

Herrliche Ausblicke über das Festgelände hinaus bot das Riesenrad. Zwei Tage hatte der Aufbau nach dem millimetergenauen und tonnenschweren Transport gedauert. "Dem Baukran in Darmstadt sei Dank“, wie Inhaber Eckehard Vogel von der Münchner Schaustellerfirma Willenborg bemerkte: Weil dieser beim dortigen Fest im Weg gestanden hatte, erhielt Bad Wimpfen nicht die kleinere, sondern die 55 Meter hohe und mit 36 Gondeln bestückte Version des Riesenrads. Mit langer Talmarktpräsenz wartete der frisch aufgemachte Klassiker "Feuer & Eis“ auf. Für den neuen Inhaber Roland Barth eine Premiere: "Der Talmarkt genießt deutschlandweit einen sehr guten Ruf: Ich bin froh, hier sein und ihn miterleben zu dürfen“, versicherte der Bonner. Gerhard Merkel unterstrich: "Ich war schon als Kind dabei und freue mich immer wieder.“ Sein Sinsheimer Familienbetrieb für Textilvertrieb und Druck hatte gegenüber dem Festzelt Station aufgeschlagen. Immerhin seit rund 150 Jahren.

Adolf Groß aus Karlsruhe, mit Schießwagen und Losbude dabei, erinnerte an die Idee zur Wiederbelebung des Hammelessens vor 40 Jahren: "Damals ist aus einer Chronik von der mittelalterlichen Armenspeisung vorgelesen worden.“ Inzwischen hat es sich zum kulinarischen Vergnügen mit vier Hammeln am Spieß entwickelt.

Blauer Turm 

"22 bis 25 Grad, leicht bewölkt und vorzugsweise frühmorgens ein bisschen Regen“, machte Imbissbetreiber Peter Sperzel als Wunsch und optimale Voraussetzung für guten Umsatz aus. "In Bad Wimpfen sind wir als Nierenspieß-Stand seit über 40 Jahren bekannt.“ Von der durch Schwester Bettina Wenzel mit Liebe gekochten Spezialität "verkaufen wir hier mehr als auf allen anderen Festen in der hessischen Heimat“. Ein Herz für den Blauen Turm: Plätzchen-Ausstecher in Wahrzeichenform gab es bei Ulrich und Carola Sauter zu entdecken. Zum guten Zweck: "Ein Euro von jedem Förmle geht an die Stadt für die Sanierung“, erzählte der Beschicker aus Biberach an der Riß, der im Krämermarkt bei der Solvay Stellung bezogen hatte. Er hoffte: "Beim Weihnachtsmarkt sind schon 500 Euro zusammengekommen, vielleicht machen wir auf dem Talmarkt den Tausender voll.“ 

 

 

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