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Familien sind die größten Verschwender von Essen

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Donnerstags ist in der Mensa der Dualen Hochschule Burger Day. Rund 3,5 Quadratmeter Boden braucht es rein rechnerisch, um eine Burger-Mahlzeit zu erzeugen, der Großteil der Fläche entfällt auf das Fleisch, berichtet Martina Böhm, Professorin im DHBW-Studiengang Food Management. Lässt man die Hälfte auf dem Teller liegen, werden Ressourcen verschwendet. 

Nachhaltiger 

Auch Willi Kopp, der sich als Dozent mit Nachhaltigkeit und unternehmerischer Verantwortung beschäftigt, hat Zahlen parat, die kein gutes Licht auf den Lebensstil der westlichen Welt werfen: Unser Ressourcenverbrauch benötigt bereits 1,5 Planeten. Kämen Inder und Chinesen auf das gleiche Level, würden 3,5 Erden verbraucht.

Nachhaltiger Konsum und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung – diese Themen sollen verstärkt Einzug halten in den Studiengängen Food Management und Konsumgüterhandel. Unterstützung gibt es von Friedlinde Gurr-Hirsch. Für die Staatssekretärin im baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium hat die Vergeudung von Essen weitreichende ökonomische, ökologische und soziale Folgen. "Ob Boden, Wasser Energie, Fläche, Transport oder Entsorgung, Verschwendung kostet Ressourcen. Das hatten wir lange nicht im Blick.“

Zudem werde durch Vernichtung von Essen auch die Arbeit des Landwirts gering geschätzt, der die Lebensmittel unter Mühen erzeugt habe. Nicht nur, weil es ein Ziel der UN ist, bis 2030 die weltweite Verschwendung (siehe Hintergrund) zu halbieren, sei Handeln auf allen Ebenen gefragt. Das gebiete auch der religiöse und ethische Anspruch in Anbetracht von mindestens 800 Millionen Menschen, die weltweit Hunger leiden, erklärt Gurr-Hirsch bei einer Auftaktveranstaltung mit rund 100 Studierenden. 

Handlungsbedarf 

Die größte Verschwendung von Lebensmitteln geschieht in Familienhaushalten. "Deshalb ist es wichtig, an Verbraucher heranzukommen“, sagt die Staatssekretärin. Sie erhofft sich einen Effekt über den Ernährungsführerschein an Grundschulen: Darüber könne man auch die Eltern erreichen.

Im Handel fallen etwa fünf Prozent der Lebensmittelabfälle an. Sabine Hagmann, Geschäftsführerin des Handelsverbands, verweist auf eine Reihe von Maßnahmen, die Verschwendung vermeiden helfen: von der Weitergabe nicht mehr verkäuflicher Ware an Tafelläden und Foodsharing-Initiativen bis zu Kochbüchern für die Restverwertung.

Dringenden Handlungsbedarf sehen alle beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Das verhindert die Weitergabe vieler Produkte, etwa an die Tafeln, weil bei einem Regress der Handel belangt werden könnte. Aus juristischer Sicht müsse sie leider jedem Händler raten, die Produkte wegzuwerfen, sagt Hagmann.
Für Willi Kopp können Unternehmen in der Zukunft nur dann erfolgreich sein, wenn sie Nachhaltigkeit praktizieren und die Verantwortung in der ganzen Tragweite verstehen. Er ist überzeugt, dass das Thema längst auch in den Köpfen der Studierenden angekommen ist.

 

 

 

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