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Urteil zu Raserprozess

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Ein 24-Jähriger ist gestern vor dem Amtsgericht Heilbronn zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe, dem Entzug der Fahrerlaubnis für mindestens acht Monate und einer Geldzahlung von insgesamt 6360 Euro verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Verurteilte im August 2017 in der Heilbronner Oststraße mit 128 Stundenkilometern (erlaubt sind 50) geblitzt wurde. Anschließend kehrte er zur Messstelle zurück und verletzte einen Beamten mit einem Faustschlag am Auge. 

Einsicht 

Gegen ein Bußgeld über 35 000 Euro und ein dreimonatiges Fahrverbot legte der 24-Jährige über seine Anwältin Einspruch ein. Er konnte das Bußgeld offenbar nicht bezahlen. 

Das von Jan Jäger, Richter am Amtsgericht Heilbronn, verhängte Urteil liegt über den Forderungen der Staatsanwaltschaft Heilbronn, die eine Geldzahlung von 6250 Euro, den Führerscheinentzug für drei Monate und ein achtmonatiges Fahrverbot forderte. "Es ist unmöglich, wie Sie sich gegenüber Staatsbediensteten verhalten haben. Das geht schlechterdings so nicht“, sagte Richter Jäger. Der Angeklagte, der während der Verhandlung meist zusammengekauert neben seiner Verteidigerin saß, räumte den Vorfall ein. "Es tut mir leid. Es war idiotisch“, sagte er leise. Während der Urteilsbegründung drückte er sein Kinn gegen die Brust, den Blick Richtung Fußboden gerichtet. 

Beleidigung 

Der als Zeuge geladene Messbeamte der Stadt Heilbronn sprach zuvor von einem Autorennen mit einem anderen Fahrer, das sich in der Tatnacht um 23.42 Uhr auf der Oststraße zugetragen habe. Laute Motorengeräusche seien bereits aus der Ferne zu hören gewesen. Der 24-Jährige raste mit seinem 380-PS-starken AMG-Mercedes in die Geschwindigkeitskontrolle. Da die Messung nur auf eine Spur eingerichtet war, wurde das zweite Auto nicht geblitzt. Der Mercedes-Fahrer kehrte zur Kontrollstelle zurück.

Eigenen Angaben zufolge wollte sich der 24-Jährige erkundigen, ob die Geschwindigkeitsübertretung zum Entzug des Führerscheins führe. Als ihn ein Polizist nach seinen Papieren fragte, soll er beleidigend geworden sein. Dass er die beiden Beamten als "Dackel“ bezeichnete, räumte der Raser ein. Um ihn an der Flucht zu hindern, stellte sich der Messbeamte vor die Fahrertür des Mercedes. Dann kam es zum Faustschlag. Erst als Verstärkung der Polizei eintraf, gelang es den Beamten, die Personalien des Fahrers aufzunehmen. 

Die Strafe wurde auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss der Verurteilte und jetzt Vorbestrafte 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Zugute kam ihm, dass er bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war. Drei Punkte hatte er wegen zu schnellen Fahrens bereits auf dem Konto.

 

 

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