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Ellhofener stellen Haus für junge Leute

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Es ist ein besonderes und neues Projekt, so dass Siegfried Gruhler, Geschäftsführer der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn (DJHN), von einem Leuchtturmprojekt spricht. Ein Leuchtturm in Ellhofen, der den Namen Casa Claudia trägt, und vom Ehepaar Herrmann und Waltraud Preßler initiiert worden ist. "Ich wollte etwas für die Jugend und Völkerverständigung tun", erklärt der langjährige Vorsitzende des Ellhofener Partnerschaftsvereins. Also beschloss er, sein ehemaliges Wohn- und Geschäftshaus, das zwischenzeitlich an Studierende vermietet war, zur Verfügung zu stellen. Denn er wusste: Raum ist im Moment wichtiger als Geld

Neuland 

Doch es gab Hürden. Brigitte Krüger, bei der Kreissparkasse Heilbronn Fachfrau für Stiftungen, musste ein neues Stiftungskonstrukt schaffen. Denn ein privates Spenderpaar, das ein großes Haus einbringt in eine Stiftungsgemeinschaft, war auch für die Bankerin Neuland. Wichtig war den Preßlers, dass Tochter Claudia, die auf einen Teil ihres Erbes verzichtete, einverstanden war und in die Stiftungsgemeinschaft eintrat. Das Haus gehört also der Stiftungsgemeinschaft, geführt wird es von der DJHN.

Ein Eindruck verschaffen von dem Projekt konnten sich Nachbarn und andere Interessierte bei einem offenen Nachmittag. Nach Abschluss der Renovierung sind drei Wohneinheiten für zwei Leute und eine für drei junge Menschen entstanden. Zu jeder Wohneinheit gehören eine Küche, ein Bad sowie Privatzimmer. Dazu kommen ein Gemeinschaftsraum mit Wintergarten sowie der Gartenbereich, außerdem ein Büro für die DJHN.

Perspektiven

Momentan wohnen in der Casa Claudia Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 21 Jahren, die vorwiegend aus Syrien, aber auch Eritrea und Afghanistan stammen. Einige stehen bereits in einem Arbeitsverhältnis, andere machen gerade ihren Hauptschulabschluss. Alle sprechen bereits sehr gut Deutsch und sehen Perspektiven. "Wir möchten die jungen Leute in die volle Selbstständigkeit führen", nennt Gruhler das Ziel. Bankgeschäfte, Haushalt führen oder Bewerbungen schreiben nennt er als Beispiele.

Tagsüber ist mindestens ein Mitarbeiter der DJHN vor Ort, nachts sind die Bewohner allein. "Beschwerden von Nachbarn hat es bislang noch keine gegeben, die Bewohner werden als ruhig und höflich geschildert", weiß Markus Schnizler von der DJHN. Eine Ansicht, die auch Anliegerin Paula Friedrich teilt. Beim Rundgang fällt auf, wie ordentlich und aufgeräumt alles ist. Mal hängt eine Deutschlandflagge an der Wand, mal sitzen Kuscheltiere auf dem Bett.

Neues Leben

Ein emotionaler Moment ist es für Waltraud Preßler, als sie im Zimmer von Tesfit ihre alte E-Orgel entdeckt. Der Eritreer erklärt ihr, dass er sich das Spielen selbst beigebracht habe. "Alle Bewohner sind hochmotiviert und verstehen sich gut miteinander", lobt Betreuer Klaus Rohling. Wer so weit ist, dass er in die Selbstständigkeit entlassen werden kann, weiß wiederum, dass es für sein Zimmer eine lange Warteliste gibt.

 

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