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Was es wert ist, das Grundgesetz zu haben

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Der Raum ist stockdunkel. Sirenen heulen, auf einem Leintuch flimmert ein Film, zeigt wie Flugzeuge eine Stadt angreifen. Krachend explodieren Bomben. Jugendliche eilen zu Flak-Geschützen. Eine Radiostimme fordert schnarrend die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusuchen. Das Licht in einem Schaukasten beleuchtet gespenstisch vom Krieg zerstörte Häuserruinen. So startet die interaktive Ausstellung "Das Grundgesetz – alles in bester Verfassung“ in der Realschule Obersulm, die nun nach zehn Tagen endet. "Wir wollen mit diesem Einstieg zeigen, in welcher Atmosphäre die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes in der Nachkriegszeit die Verfassung erarbeitet haben“, erläutert Ausstellungsmacher Tim Behrensmeier, Gemeinschaftspastor des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Heilbronn. 

Premiere 

Die Realschule Obersulm ist die erste Schule, in der die Ausstellung, die 2017 konzipiert wurde, zu sehen ist. 250 Realschüler der Klassenstufen acht bis zehn haben die Ausstellung mit ihren Klassenlehrern besucht. Täglich hat Behrensmeier an den Ausstellungstagen ab 16 Uhr zwei bis drei Führungen für interessierte Besucher außerhalb der Schulzeit angeboten.

Die Idee für die Ausstellung gehe auf eine Anregung aus einer christlich-arabischen Gemeinde zurück, erläutert der Gemeinschaftspastor. Die Schau sollte ursprünglich Flüchtlingen erklären, wie Demokratie in Deutschland funktioniert. "Die Ausstellung ist liebevoll und interessant gestaltet. Ich denke, dass unsere Schüler in vieler Hinsicht von ihr profitieren“, meint Realschulrektor Daniel Grupp. Er hat die Schau an seine Schule geholt. Es würden nicht nur geschichtliche Hintergründe vermittelt. "Die Schüler profitieren auch von der Art der Präsentation für eigene Projekte.“

Abwechslung 

Nach der Lektion in Verfassungshistorie erhält jeder Schüler ein Grundgesetz. Mit seiner zehnten Klasse besucht Lehrer Heiko Brauch die Ausstellung. "Mit ihrem Anschauungsmaterial ist sie für uns Lehrer eine willkommene Abwechslung zu den im Unterricht theoretisch behandelten Themen“, sagt Brauch. Mit ihrer pfiffigen Gestaltung schlage die Präsentation einen Bogen von der Antike zur Neuzeit.

So symbolisiert ein altes Telefon mit Wählscheibe unter dem Bild der Akropolis das demokratische Wahlrecht. Hinter einem Vorhang wartet ein "Rollkino“ mit der Präambel auf die Besucher. Türen verbergen zunächst die Schautafeln mit Grund- und Menschenrechten. "Mir hat haben die Präsentationen mit den Vorhängen zum Aufziehen und das Panoptikum mit Menschenrechten als Sternenhimmel gefallen“, lobt Schülerin Milea (15) die interaktive Präsentation. "Es ist für uns ein Glück, dass wir nach dem verlorenen Weltkrieg so eine moderne Verfassung bekommen haben, die unsere Freiheit garantiert“, meint Kevin (15). Er verstehe jetzt viele Zusammenhänge besser. 

 

 

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