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Hoffnung liegt auf jungen Frauen

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Für Erika Glaser (81) und ihre 90-jährige Freundin ist der Frauentagsempfang am 8. März ein Muss, seit sie in Rente sind. "Wir Älteren müssen die jungen Frauen unbedingt unterstützen, wenn es um mehr Gleichberechtigung und um die Rechte von uns Frauen geht.“ Im Heilbronner Rathaus haben sie gestern Abend aufmerksam zugehört, wie es um die Sache der Frauen steht: in Heilbronn, im Land, in der ganzen Welt. 

Frauentag 

Die städtische Frauenbeauftragte Silvia Payer räumt ein, dass viel erreicht, aber noch unendlich viel zu tun ist. Schon formierten sich konservativ-fundamentalistische und antidemokratische Strömungen, die die Uhr zum Nachteil von Frauen wieder zurückdrehen wollten: "Dem müssen wir alle sichtbarer und entschiedener entgegentreten.“

Auf dem Kiliansplatz haben die Courage-Frauen eine Bodenzeitung ausgelegt. Auf Zetteln formulieren Passanten, warum der Frauentag keineswegs antiquiert, sondern wichtiger denn je ist: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Missstände aufdecken, 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, Freiheit“ steht da zu lesen. Migrantinnen und einheimische Frauen tanzen. 

Hoffnung 

Im Rathaus haben sich zur selben Zeit fast 300 Frauen und Männer, Ältere und Junge, eingefunden. Für die gastgebenden Heilbronner Stadträtinnen spricht Eva Luderer von den Grünen. Sie bedauert, dass von 40 Stadträten nur zehn weiblich sind, was sich bei der nächsten Kommunalwahl 2019 unbedingt ändern müsse. Der Jugendgemeinderat steht viel besser da: 75 Prozent Frauenanteil, viele Migranten.

Die achtzehnjährige Jugendgemeinderatsvorsitzende Melanie Puglia zeigt Fotos von den widrigen Lebensumständen der Frauen früher und dankt ausdrücklich" allen Frauen vor unserer Zeit, die für die Rechte, die wir heute alle haben, gekämpft haben.“

Auch Silvia Payer richtet den Blick voller Hoffnung auf junge, selbstbewusste Feministinnen, die sich weltweit – noch bevorzugt in sozialen Netzwerken – bunt, widersprüchlich und mit neuen Ausdrucksformen den "alten“ Themen zuwenden: Sexismus, Gewalt gegen Frauen, Männerdominanz.

Rechte einfordern 

Oberbürgermeister Harry Mergel ermutigt alle Frauen, ihre Rechte einzufordern: "Frauen, die nichts fordern, bekommen auch nichts.“ In Heilbronn stünden gebührenfreie Kindergärten und Ganztagsschulen für Chancengleichheit und Gleichberechtigung und für Entscheidungsfreiheit in Sachen Familie und Beruf. Silvia Payer und Eva Luderer machen sich in ihren Reden stark für mehr politischen Einfluss von Frauen. Doch dafür müssten sich mehr weibliche Wahlberechtigte aufstellen lassen. 

Das Wahlrecht im Land müsse endlich reformiert werden. Nur so könne die hausgemachte männliche Dominanz in den politischen Gremien beendet werden. Was fehle, sei eine Länderliste, die paritätisch mit Frauen und Männern besetzt ist und die Einführung einer Zweitstimme zur Folge hat. Das vor hundert Jahren erkämpfte Frauenwahlrecht bedürfe dringend einer Korrektur. Die sei zwar 2016 im Koalitionsvertrag versprochen worden, doch fühlten sich die Fraktionen offenbar nicht daran gebunden. 

 

 

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