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"Schönheit ist vergänglich."

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Anahita Rehbein kann ihr Glück kaum fassen. Ihr Traum, Miss Germany zu werden, ist wahr geworden. Dafür hat sie hart gearbeitet. "Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch“, sagt die 23-Jährige. Wenn sie verzweifelt ist, findet sie Trost bei ihrer Mutter. Überhaupt bezeichnet sie sich als Familienmenschen. An Fans, die ein Autogramm von ihr wollen und an das gestiegene Medieninteresse muss sie sich erst noch gewöhnen. 

Im Gespräch mit der schönsten Frau Deutschlands 

Wann haben Sie sich zum letzten Mal äußerlich unwohl gefühlt?
Anahita Rehbein: Oh, das ist gerade die Tage der Fall. Nach der Wahl habe ich gefühlt nur Schokolade und Pizza gegessen. Und keinen Sport gemacht. Jetzt trainiere ich aber wieder und esse ganz normal. 

Wie ist es, Miss Germany zu sein?
Rehbein: Es ist immer noch komisch. Wenn ich den Fernseher einschalte, sehe ich mich selbst. Das sind Erlebnisse, die sind unrealistisch. Als ich aus dem SWR-Studio kam, standen zehn Leute da und wollten ein Autogramm von mir. 


Wie reagiert denn Ihr Umfeld?
Rehbein: Meine Schulfreunde haben mir gratuliert. Menschen auf der Straße wollen dauernd Fotos mit mir machen. Mir haben wildfremde Menschen geschrieben, wie toll sie finden, wie ich das mache. 

Was ist Schönheit für Sie?
Rehbein: Schönheit kommt von innen. Und dann natürlich die Art und Weise, wie ein Mensch ist, wie er mit anderen umgeht. Es muss ein Leuchten innen da sein. Wenn jemand nur optisch schön ist und überhaupt keine Ausstrahlung hat, ist das gut für Fotos. Aber wenn du so eine Person live siehst, dann denkst du, da ist nichts, da kommt nichts rüber. 

Wann ist ein Mann schön?
Rehbein: Mein Typ Mann ist ein großer mit langen Haaren und Tattoos. Mein Freund sieht gar nicht so aus. Dennoch strahlt er auf mich 100 Prozent Männlichkeit aus. Er ist für mich so wunderschön. Es kommt in meinen Augen nicht nur auf das optische Idealbild an. 

Welche inneren Werte machen einen Menschen schön?
Rehbein:
Freundlichkeit und Offenheit müssen da sein. Er sollte empathisch und einfühlsam sein. Auf jeden Fall auch höflich und hilfsbereit, nicht eingebildet oder hochnäsig. Da gibt es viele Charaktereigenschaften, die wichtig sind. 

Welche Eigenschaften treffen auf Sie zu?
Rehbein:
Ich bin ein liebevoller und empathischer Mensch. Ich kann gut auf andere eingehen und versuche, ihnen zu helfen oder sie glücklicher zu machen. Ich gehe nicht mit einer mürrischen Miene durch die Gegend, sondern immer mit einem Lächeln auf den Lippen. 

Kann man so etwas lernen?
Rehbein:
Das hat ganz viel mit der Erziehung zu tun. Wie zufrieden man mit sich selbst ist, wie die Einstellung zum Leben ist, wie man über sein eigenes Leben denkt und welche Ziele man sich setzt. 
 

Wie denken Sie über Ihr Leben?
Rehbein:
Ich glaube, dass ich relativ viel Glück in meinem Leben hatte. Ich bin gesund. Ich darf studieren, es hat mir nie an irgendwas gefehlt. Klar, musste ich arbeiten. Aber nie übermäßig viel. Ich konnte Leistungssport ausüben. Egal, was ich in meinem Leben gemacht habe, meine Eltern standen immer hinter mir. Ich musste mich nie alleine durchkämpfen. 


Gab es in Ihrem Leben mal einen herben Rückschlag?
Rehbein:
Ich habe bis zum Abitur Triathlon gemacht. Und ich habe extrem viel trainiert, weil ich unbedingt in den Kader wollte. Da ich sehr ehrgeizig bin, habe ich alles gegeben. Dann habe ich es trotzdem nicht geschafft und mit dem Triathlon aufgehört. Das ist der einzige Tag, den ich wiederholen und eine andere Entscheidung treffen würde. 
 

Welche?
Rehbein:
Heute würde ich mit dem Triathlon weitermachen. 

Wie geht man mit so einer Enttäuschung um?
Rehbein:
Es war eine wunderschöne Zeit. Die hat mich geprägt. Ich glaube, ich wäre heutzutage auch nicht so ehrgeizig, wenn ich damals Triathlon nicht gemacht hätte. Ehrgeiz entwickelt man durch diesen Sport, bei dem es nicht nur auf die körperlichen Fähigkeiten ankommt, sondern vieles mit dem Kopf zu tun hat. Damals war ich aber echt fertig. 


Bei wem fanden Sie Trost?
Rehbein:
Bei meiner Mama ( lacht ). Das ist auch heute noch so. Bei der Vorbereitung auf die Miss-Wahl auf Fuerteventura war ich die letzten paar Tage so am Ende mit meinen Nerven. Ich habe mich selbst nicht mehr gekannt. 
 

Sagt eine ehemalige Triathletin.
Rehbein:
Ich bin da an meine Grenzen gestoßen. Ich habe wegen allem losgeheult. Die erste, die ich angerufen habe, war meine Mama. 

Was war denn so anstrengend?
Rehbein:
Du hast einfach dauerhaft Druck. Klar, habe ich mir den auch selber gemacht. Ich wollte unbedingt Miss Germany werden. 

Man sagt, Schönheit ist vergänglich.
Rehbein:
Ja, das habe ich bei der Pressekonferenz beim Finale der Miss-Wahl auch gesagt. 

Und? Anahita Rehbein in 20 Jahren?
Rehbein:
Weil Schönheit vergänglich ist, habe ich einen Plan B. Nämlich nach dem Studium in einem Unternehmen beginnen. Mein Traum für die Zukunft ist, ein kleines süßes Café zu eröffnen. So mit Puppengeschirr und lecker gebackenen Kuchen. Aber erst in 20 Jahren. 

Wieso ausgerechnet ein Café?
Rehbein:
Ich gehe total gerne im Stuttgarter Süden oder Westen in so kleine süße Altbau-Cafés. Mir macht es total Spaß, wenn ich in etwas investiere und ich weiß, es ist für mich. 

Wie sieht Ihre Familienplanung aus?
Rehbein:
Mein Leben ist erst erfüllt, wenn ich Familie und Kinder habe. Das ist für mich Nummer eins, das kommt vor allem anderen. 

Sprechen Menschen Sie auf Ihre Schönheit an?
Rehbein:
Ja, darauf werde ich sehr oft angesprochen. 

Was an sich finden Sie schön?
Rehbein:
Meine Ausstrahlung. Dass ich natürlich geblieben bin. Das sagen total viele Menschen aus meinem Umfeld. 

Von wem sind Komplimente am schönsten, abgesehen von der Familie?
Rehbein:
Die Drittplatzierte beim Finale der Miss-Wahl hat mich bewundert. Und obwohl wir Konkurrentinnen waren, war sie die, die gesagt hat: Du bist so wunderschön. 

Wenn man so viele Komplimente bekommt, ändert das den Charakter?
Rehbein:
Ich hoffe nicht. Ich kann es nicht beurteilen. Vielleicht wird man in bestimmten Dingen selbstbewusster. Ich bin ja in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Das prägt einen fürs Leben. 

Was nimmt eine junge Frau aus dem kleinen Inzigkofen für Werte mit?
Rehbein:
Zu jedem nett zu sein. Dass man an sich arbeitet und nie aufgibt. Dass du dir nicht alles an den Allerwertesten tragen lässt, sondern selbst was dafür tust. Als ich nach Stuttgart kam, fand ich es komisch, dass auf Materielles so viel Wert gelegt wird. 

Sie geben sich dieser materiellen Welt aber auch hin.
Rehbein:
Dieses Oberflächliche nimmt dich ein und man passt sich an. Es wäre gelogen, zu sagen, man passt sich nicht an. Jeder passt sich ein wenig an. Wenn ich in der Heimat bin, ist das ganz anders. 

Was ist da anders?
Rehbein:
Auf dem Land gibt es einen ganz anderen Zusammenhalt. Die Menschen sind hilfsbereit. Jeder kennt jeden. Man grüßt sich, wenn man sich auf der Straße begegnet. Der Bürgermeister hat mich für eine Autogrammstunde eingeladen. Und die Kindergärtnerin hat ein Foto im Kindergarten aufgehängt. Da spürt man Heimat. 

Halten Sie die Gegensätze gut aus?
Rehbein:
Ich werde meine Wurzeln nie vergessen. So wurde ich erzogen. Zu meinen WG-Zeiten haben meine Mitbewohner das Geschirr auf die Spülmaschine gestellt, anstatt es einzuräumen. Wenn ich das daheim gemacht hätte, ich hätte den Hintern voll gekriegt. Das sitzt in mir drin. Es ist wie Fahrradfahren. Das vergisst man auch nicht. 

 

 

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