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Warnstreik: Busse bleiben im Depot

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Erstmals in der laufenden Tarifrunde des öffentlichen Dienstes wurden gestern die Auswirkungen für die Bürger spürbar: Mehr als 200 Busfahrer, Werkstatt- und Verwaltungsmitarbeiter der Verkehrsbetriebe Heilbronn legten im Rahmen eines Warnstreiks, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, die Arbeit nieder. Es war die erste Streikaktion eines kommunalen Nahverkehrsunternehmens in Baden-Württemberg.

Forderungen 

Den Einnahmeausfall beziffert Tilo Elser, Direktor der Verkehrsbetriebe, auf "grob geschätzt“ 10 000 Euro. Ab 13 Uhr kehrten die 66 Stadtbusse in das Depot an der Georg-Vogel-Straße zurück. Gewerkschafter brutzelten Steaks und Grillwürste zur Stärkung. Für den Rest des Tages fuhren keine Stadtbusse mehr. An Haltestellen wiesen Plakate Fahrgäste auf den Warnstreik hin. Nicht betroffen von der Aktion waren Busbetriebe des Heilbronner, Hohenloher, Haller Nahverkehrs (HNV) sowie Linien der Regionalbus Stuttgart GmbH.

Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro monatlich angehoben werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen. 

Bislang lehnen die kommunalen Arbeitgeber diese Verdi-Forderungen mit der Begründung ab, sie passten nicht zur Realität in den Kommunen und kommunalen Betrieben. Dabei verweisen sie darauf, dass die Städte und Gemeinden bundesweit mit 141 Milliarden Euro verschuldet seien. Außerdem herrsche ein Investitionsrückstau von rund 126 Milliarden Euro.

Belastung

Für den Fall, dass die Sechs-Prozent-Forderung Erfolg haben sollte, rechnet Tilo Elser mit einer Mehrbelastung für die städtischen Verkehrsbetriebe von knapp einer Million Euro: "Die Folge wäre die Erhöhung der Fahrpreise.“ Die Stadt Heilbronn hat eine zweiprozentige Tarifsteigerung eingeplant. 
Den Warnstreik hält Verkehrsbetriebechef Tilo Elser für etwas verfrüht: "Die Gewerkschaft hätte zumindest die jetzt laufende zweite Tarifrunde abwarten sollen, ob die Arbeitgeber an diesem Dienstag nicht doch ein akzeptables Angebot vorlegen.“ "Mit der Ausweitung der Warnstreiks reagieren wir auf die ablehnende Haltung der Arbeitgeber zu praktisch allen Forderungen schon am ersten Verhandlungstag“, erklärt Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Weiss.

Zeichen setzen 

"Wir wollen ein Zeichen setzen, dass endlich die verantwortungsvolle Arbeit der Busfahrer von der Politik honoriert wird“, sagt Michael Müller. Der Vorsitzende des Betriebsrats bei den Verkehrsbetrieben weiß: "Die Fahrer müssen immer 100 Prozent bringen.“ Das Anfangsgehalt eines Busfahrers liegt bei 2740 Euro brutto.

Für Andreas Schackert zeigen die Arbeitgeber "wenig Interesse an unseren Anliegen“. Der Verdi-Fachbereichsleiter erwartet nunmehr, dass in den Verhandlungen ernsthaft gesprochen wird: "Schöne Worte gab es genug.“

Heutige Aktionen 

Weitere Streikaktivitäten finden heute statt. Von 11.30 bis 13.30 Uhr treffen sich Mitarbeiter der SLK Klinik am Gesundbrunnen zu einer längeren Mittagspause. Gegen 16.45 Uhr ist eine Streikaktion bei der SLK Klinik Am Plattenwald in Bad Friedrichshall geplant. 

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