Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Studenten in Uniform spielen fulminantes Konzert

zurück zur Übersicht

Didgeridoo und Schwirrhölzer in einem Orchester der Bundeswehr erwartet man nicht auf Anhieb. Umso größer dann der Überraschungseffekt. Die 65 Orchestermitglieder des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr, die am vergangenen Dienstag in der Jagsttalhalle ein fulminantes Benefizkonzert zugunsten der Musikschule Möckmühl gaben, setzen diese außergewöhnlichen Instrumente der australischen Aborigines ein. Viele Zuhörer empfanden das selten aufgeführte Werk "Outback“ von Thomas Dost, das die Mystik der Aborigines, die Naturtöne und Landschaften des Kontinents vertont, als Höhepunkt des Konzerts

Tour

"Das war absolute Spitzenklasse“, entfuhr es dem Musikexperten Hans Span aus Untergriesheim. Studenten in Uniform sind die Musiker, manche stehen aber kurz vor dem Abschluss. Ihr Chef, Oberstleutnant Michael Euler, hat mit seinem Orchester eine Tour mit acht Konzerten geplant. Eines führte sie jetzt nach Möckmühl. Das hatte einen Grund: Die Möckmühlerin Fabienne Abel hat bei der Musikschule ihrer Heimatstadt eine Ausbildung am Saxophon erhalten und sich danach zu einem Studium entschlossen, das sie und ihre Kommilitonen innerhalb von vier Jahren in Kooperation der Bundeswehr und der Robert Schumann Hochschule für Musik in Düsseldorf zu professionellen Orchestermusikern ausbildet. Inzwischen ist sie Musikfeldwebel. Ihr Vater Jürgen Ehnle hat das Benefizkonzert maßgeblich organisiert. 

Musikgenuss

Rund 500 Zuhörer bekamen von dem Orchester einen Musikgenuss der besonderen Art geboten, bei dem das symphonische Blasorchester den hohen Ausbildungsstand demonstrierte und mit einem breiten musikalischen Spektrum die Zuhörer begeisterte. Die klassische Militärmarschmusik darf bei einem Orchester der Bundeswehr natürlich nicht fehlen. Michael Euler nahm daher mit dem "Präsentiermarsch Großer Kurfürst Nr. 1“, dem Marsch "Große Zeit, neue Zeit“ und "The Washington Post“, drei tolle Repräsentanten dieses Genres auf, denen am Konzertende noch der "Radetzkymarsch“ als Zugabe folgte.+

Transkriptionen von internationalen Werken aus Film, Musical, Swing und klassischen Stücken bildeten aber den Schwerpunkt der symphonischen Blasmusik. Schon die Eröffnung mit einer "Festfanfare“, vermittelte den Zuhörern, was sie an dem Abend erwarten durften.

Mit Leichtigkeit kamen die exakten und präzisen Einsätze in perfekt abgestimmter Lautstärke. Ebenso akkurat war das Dirigat Eulers, der dennoch sehr locker wirkend am Pult agierte. Toll das Saxophon-Solo von Kristian Palaunek, der das "Concert Capriccio“ virtuos spielte.

Zugabe 

"Das Sousaphon haben wir nicht dabei, das klingt auch gar nicht gut“, sagte Euler schmunzelnd; dafür aber einen Marsch von John Sousa. Lateinamerika war mit dem Stück "Danzon Nr. 2“ vertreten. Nach zwei Zugaben standen Musiker und Zuhörer auf, als die Nationalhymne erklang, mit der das Orchester ein fantastisches Klangerlebnis beendete. 

 

 

Galerien

Regionale Events