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Aus für beide Gemeinschaftsschulen

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Die Gemeinschaftsschulen in Amorbach und in Obereisesheim wird es langfristig nicht mehr geben. Grund dafür sind zu niedrige Anmeldezahlen. Stattdessen haben sich Stadtverwaltung und Schulleiter in Neckarsulm auf ein neues Konzept geeinigt, über das die Lehrerkollegien am Freitag informiert wurden. Auf dem Areal der Johannes-Häußler-Schule in der Kernstadt soll eine neue Verbundschule entstehen: mit Haupt- und Werkrealschule, Realschule und Gemeinschaftsschule, so dass alle Schularten in Neckarsulm erhalten bleiben.

Veränderungen 

Die bisherigen Gemeinschaftsschulen – die Amorbachschule und die Wilhelm-Maier-Schule (WMS) in Obereisesheim – werden eigenständige Grundschulen, ebenso die Johannes-Häußler-Schule. Der Realschulzweig soll die Hermann-Greiner-Realschule entlasten, die im Gegensatz zu den Gemeinschaftsschulen steigende Anmeldungen verzeichnet. Das Kultusministerium habe bereits Zustimmung signalisiert. Eine Verbundschule in dieser Form gibt es in Baden-Württemberg bisher nicht. Die Beschlüsse sollen vom Gemeinderat im April gefasst werden. Bis zur endgültigen Umsetzung könnten fünf oder sechs Jahre vergehen. 

"Das sind Veränderungen, die absehbar waren“, sagt Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig. Das neue Konzept sei eine Zäsur, "aber auch eine Chance“. Überlegungen zur Schulentwicklung habe es seit Anfang 2016 gegeben, sie wurden von den aktuellen Entwicklungen überholt. Die WMS kann dieses Schuljahr keine zehnte Klasse einrichten, weil sie zu wenige Schüler hat (wir berichteten). Die Anmeldezahlen für die Klasse fünf liegen in Neckarsulm relativ stabil bei 330 Kindern. "Das sind zu wenige bei fünf Sekundarschulstandorten“, erklärt Ralph-Arno Klumbach, Leiter des Schul-, Kultur- und Sportamts. "Und die Anmeldezahlen sind nicht mehr kalkulierbar.“

Gutachten

Schuld daran sei auch die unstete Bildungspolitik. Nach der Einführung der Gemeinschaftsschulen waren Haupt- und Realschulen angezählt. Nun würde die Realschule wieder gestärkt, an der man jetzt auch den Hauptschulabschluss machen könne. Zugleich attestierte ein Gutachten der Stadt Anfang 2016 einen Investitionsbedarf von 27 Millionen Euro an allen Schulhäusern. "Der Ausbau aller Standorte ist aber nicht zu schultern“, sagt Klumbach. Die Realschulzahlen gingen steil nach oben, die an der Gemeinschaftsschule zurück – landesweit wie in Neckarsulm. Die Hermann-Greiner-Realschule wird in den kommenden fünf Jahren saniert und viereinhalb-zügig ausgebaut. "Wir könnten aber mindestens eine Klasse mehr starten lassen, sogar zwei.“ Die Entscheidung hat auch personelle Konsequenzen für Schulleiter, aber auch Lehrer an den Schulen. 

Mit der Zusammenführung in einer Verbundschule soll künftig flexibler auf die Anmeldezahlen reagiert werden und Personal entsprechend eingesetzt werden können. In der Amorbachschule würden Außenklassen eingerichtet, um die Räume dort nicht ungenutzt zu lassen. Die Grundschule in Obereisesheim bräuchte ohnehin mehr Räume. Die Entscheidung für die Gemeinschaftsschulen sei rückblickend dennoch richtig gewesen.

Konzeption

"Die Konzeption stammt aus der Feder der Schulleiter“, erklärt Wolfram Karg, geschäftsführender Leiter der Neckarsulmer Schulen, der den offenen Prozess mit allen Beteiligten lobte. Die Entwicklung sei kein Fehler der Schulen, betont Karg. "Das Wahlverhalten der Eltern ist nicht mehr kalkulierbar.“ Er sei froh, dass die Pläne nach langem Vorlauf nun auch nach außen kommuniziert werden könnten. "Es ist ein mutiger Schritt. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir eine langfristige Lösung gefunden haben.“ 

 

 

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