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Bittere Niederlage

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Dieser Abend taugt für eine Legende – auch wenn er ein ganz bitteres Ende nahm. Nach einem völlig desolaten Auftritt im ersten Drittel kommen die Heilbronner Falken verwandelt zurück, drehen die Partie – und müssen doch in die Verlängerung. Am Ende verlieren sie Spiel vier der Serie gegen die Bietigheim Steelers mit 4:5 (1:2, 2:0, 1:2) nach Verlängerung und liegen in der Serie nun mit 1:3 zurück. Damit könnte die Saison für die Falken bereits am Freitag beendet sein.

Was war das bitte schön für ein Auftakt? Die Falken waren in der Anfangsphase physisch allenfalls anwesend – das war es aber auch schon. Spielten die Steelers am Sonntag im ersten Drittel noch richtig gut, mussten sie diesmal eigentlich nichts tun, um besser zu sein. Die Falken: Sie waren zum Beginn so unfassbar schlecht, eines Playoff-Spiels nicht würdig. Eines Derbys sowieso nicht.

Hinten schlecht, vorne harmlos

Bereits in der vierten Minute lag die Scheibe im Tor von Marcel Melichercik – aber schon zum zweiten Mal. Denn in der zweiten Minute hatte Rob Brown die Gäste mit einem gar nicht mal so harten, aber verdeckten Schuss von der blauen Linie in Führung gebracht. Die Scheibe flog an allen vorbei zum 0:1 ins Tor. Das 0:2 war eine Kopie des ersten Treffers: Nur diesmal fälschte der bei den Falken-Fans besonders beliebte Bad Boy Shawn Weller die Scheibe ab. Verteidigung? Nicht anwesend. Auch nach vorne ging: überhaupt nichts.

Einzig produktiv war Marcus Götz, der seinem Gegenspieler Frédérik Cabana bei einem Gerangel noch eine Linke mitgab. Das war aber auch schon alles. Ansonsten fielen die Falken durch Passivität auf. Die erste Chance: in der neunten (!) Minute ein Schuss von Brandon Alderson in Überzahl. Ansonsten schien es, als würden die Falken auf Genehmigung eines Visums zu warten, um ins Drittel der Steelers einreisen zu dürfen.

Der Rückstand war schmeichelhaft, zumal Bietigheim eine Reihe bester Chancen ungenutzt ließ. Kurz vor Drittelende aber gab es einen unverhofften Lichtblick aufseiten der Falken: In Überzahl nahm Brandon Alderson Maß und hämmerte die Scheibe mit Wut im Bauch von der blauen Linie in die Maschen. Die Falken waren trotz ihres unfassbaren Auftritts wieder im Spiel. Unglaublich.

Unglaubliche Verwandlung

Unglaublich war auch die wundersame Verwandlung, die die Falken in den 18 Minuten Pause vollzogen. Klar: Auf der einen Seite konnte es nur besser werden. Aber die Falken verdienten sich nun rückwirkend, dass sie noch im Spiel waren – und fingen einfach noch einmal von vorne an. Einstellung und Leidenschaft stimmten nun, keine Scheibe wurde mehr verloren gegeben und das zahlte sich in Chancen und Szenenapplaus aus. Richtig Fahrt nahm die Partie in der 29. Minute auf – nach einem bösen Check gegen die Bande von Cabana an Tim Bernhardt.

Nachdem der Falke liegen blieb, und später auch nicht wieder kam, platzte Marcus Götz der Kragen: Der Schwede nahm sich den Stürmer der Steelers vor und setzte den Faustkampf aus dem ersten Drittel fort. Den verlor er zwar, dafür durfte sein Widersacher danach aber duschen: Cabana handelte sich eine Spieldauerstrafe ein. Die Steelers spielten fortan fünf Minuten in Unterzahl, nach einer weiteren Strafe gegen Bietigheim hatten die Falken sogar doppelte Überzahl: Und die nutzten sie. Zwei Sekunden vor Ablauf der Strafe glich Brad Ross (33.) mit einem trockenen Schuss aus.

Steelers fast permanent in Unterzahl

Die Steelers frequentierten die Strafbank auch in der Folge fleißig und spielten bis zur Pause fast permanent in Unterzahl. Und diese Chance ließen sich die Falken nicht entgehen: Kevin Lavallée vollendete nach feinem Pass von Alderson zur Führung – und das Spiel war gedreht. Erst gegen Ende des Drittels, als die Gäste kurzzeitig komplett waren, erinnerten die Steelers mit zwei gefährlichen Schüssen daran, dass sie auch noch da waren.

Es war wie in den drei Spielen zuvor ein enges, ein Duell auf Augenhöhe – diesmal lief die Zeit für die Falken. Und die drängten, obwohl auch noch Dennis Palka verletzt raus musste, auf die Entscheidung. In Unterzahl setzte Justin Kirsch dem Treiben die Krone auf: Mit einer artistischen Meisterleistung bugsierte er die Scheibe im Fallen vorbei an Ilya Sharipov zum 4:2 ins Tor (48.). Doch mit einem dummen Fehler hinter dem Tor brachten die Falken den Gegner zurück ins Spiel: Max Prommersberger sagte danke und erzielte das 3:4 (55.). Für die Falken kam es noch dicker: In Überzahl schaffte Bietigheim das 4:4: Norman Hauner rettete die Steelers in die Verlängerung.

Das Spiel war nun eine Nervenschlacht – mit dem besseren Ende für die Gäste. Marcus Sommerfeld stand in der 77. Minute goldrichtig und traf zum 5:4.

Tor: Melichercik, Kristian. Abwehr: Heywood – Kurz, Mapes – Götz; Martens –Kronthaler, Eckl. Angriff: Kirsch – Plihal –Palka; Alderson –Ross – Bernhardt; Lavallée –Heatley – Eberhardt; Fink.

Tore: 0:1 (2.) Brown; 0:2 Weller (4.), 1:2 (19.) Alderson, 2:2 (33.) Ross; 3:2 (35.) Lavallée, 4:2 (48.) Kirsch, 4:3 (55.) Prommerberger, 4:4 (59.) Hauner, 4:5 (77.) Sommerfeld.

Strafen: 30/29.

Schiedsrichter: Benjamin Hoppe, Christoffer Hurtik. Zuschauer: 2689.

 

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