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Aus sechs Metern unbesiegbar

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Mit Komplimenten wurde das U19-Team des VfB Eppingen am Sonntag regelrecht überschüttet. "Ihr seid absolut verdient deutscher Meister geworden“, lobten Fußballer aus der ganzen Republik die Eppinger Jungs mit Trainer Harald Wilkening

Am vergangenen Freitag war die Eppinger U19 zur deutschen Futsal-Meisterschaft nach Dortmund gefahren. Vier Spiele später haben sie den Titel – und das ohne einen Sieg in der Vorrunde des Turniers? Wilkening kann die Frage schon nicht mehr hören. "Für mich sind die Sechsmeter entscheidend.“ Und da hätten seine Jungs mehrmals Nerven bewiesen. "Die Stimmung war natürlich phänomenal“, erzählt Wilkening. Als er erkannt hatte, welches fußballerische Niveau seine Mannschaft erwarten würde, beschlich ihn ein leiser Zweifel: "Können die Jungs alles abrufen?“ Pro Spiel hatten sie 18 Minuten lang Zeit. Bei einem Remis gab es fünf Minuten Verlängerung.

Wieder Meister

In der bisherigen Saison stolperte sein Team immer wieder über das taktische Spiel und die Defensive – auf dem Rasen und in der Halle konnte man das beobachten. Auch deshalb hätte Wilkening im letzten Spiel vor Weihnachten, als seine U19 zu Hause gegen Neckarelz gewann und diese Schwäche nicht zu spüren war, am liebsten direkt weitergespielt. Nach der Vorbereitung in der Halle holten sich die Jungs erst den badischen und dann auch den süddeutschen Meistertitel. "Danach haben sie gemerkt: Wahnsinn, wir sind es wirklich.“ Das habe alle beflügelt. Kapitän Maurice Lange bestätigt: "Das haben wir uns nicht träumen lassen. Wir waren schon bei den Süddeutschen überrascht und die deutsche Meisterschaft jetzt ist einfach nur geil!“ 

In der ersten Turnierbegegnung in Dortmund gegen den JFV Rhein-Hunsrück lag der VfB lange mit 1:0 vorne. "Kurz vor Ende haben wir den Ausgleich kassiert“, sagt Wilkening. Am Samstagabend spielten die Eppinger gegen den zweiten Gegner ihrer Gruppe eine "vermeintlich schwächere Mannschaft“. Der SV Schott Jena zog aber mit 2:0 davon – der VfB verfiel in Schockstarre. Wilkening wechselte die Taktik zur offensiveren Zwei-Zwei-Aufstellung und verhalf seinem Team zum Anschlusstreffer von Klemens Kinzel. Zudem unterstützten die rund 80 mitgereisten Fans das Team zuverlässig, um es zurück ins Spiel zu bringen. Die Jungs bewahrten einen kühlen Kopf, zwei Minuten vor Schluss gelang Luca Wieland der 2:2-Ausgleich. Das reichte für den Halbfinaleinzug. "Da haben sie gemerkt, dass sie bloß nichts Wildes mehr riskieren sollten“, sagte Wilkening.

Team funktioniert

Das wichtigste Anliegen des Trainers – "als Gruppe im Kollektiv sehr stark zu sein“ – scheinen die Jungs verinnerlicht zu haben. Wilkenings regelmäßige Herausforderung, besteht darin, neue Spieler aus der U17 schnell ins Team einzugliedern, damit es ohne die Abgänger, die bei den Aktiven anfangen, weitergeht. "Klar braucht man auch gute Einzelkönner, aber auch sie müssen im Team funktionieren“, sagt er. Seine Jungs hätten eine riesen Entwicklung hingelegt. Das macht ihn stolz, keine Frage. Auf der Busfahrt zum Hotel am Samstagabend sei der Jubel nach der Vorrunde lauter gewesen als nach dem Sieg im Finale. "Da war dann langsam die Luft raus“, sagt Wilkening. 

Das Halbfinale gegen den Blumenthaler SV war dramatisch. Erst im Sechsmeterschießen setzte sich Eppingen mit 3:2 durch. Das zweite Halbfinale entschied der TSV Hertha Walheim gegen den JFV Rhein-Hunsrück mit 3:0 für sich. So stand – anders als manche zu Beginn des Turniers gedacht hatten – nicht der Blumenthaler SV im Endspiel gegen den VfB Eppingen, sondern der TSV Hertha Walheim. "Wir sind da rein und wussten, dass wir schon alles erreicht hatten“, sagt Wilkening. Auch nach der Verlängerung stand es noch 0:0. "Keiner wollte mehr riskieren als nötig“, sagt er. Doch im Shootout bewahrten Wilkenings Jungs einmal mehr einen kühlen Kopf und gewannen mit 3:2 gegen die Walheimer. Maurice Lange, Julian Frick und Julius Reinbold trafen wie zuvor gegen den Blumenthaler SV. Auf der Heimfahrt machte sich im Bus Erschöpfung breit. Pünktlich zur Ankunft waren die Jungs aber wieder in Feierlaune. Die Vereinsführung empfing den deutschen Meister zur Party im Clubhaus. Urlaub gibt es nach dem Erfolg aber nicht. "Die Jungs wollen jetzt trainingsfrei, aber sie kennen mich“, sagt der Trainer und lacht. Diese Woche Dienstag und Donnerstag wird trainiert, das Osterwochenende bleibt spielfrei. Am folgenden Wochenende steht das Auswärtsspiel gegen Tabellenführer Schwetzingen an. Da will Wilkening den Schwung mitnehmen.

VfB Eppingen (U19): Kevin Neumann, Maurice Lange, Till Schweizer, Guzman Cristo, Christian Rook, Kevin Strack, Julius Reinbold, Nojus Zigmantavicius, Klemens Kinzel, Giaco Wiczynski, Luca Wieland, Julian Frick 

 

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