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Wie geht's beim Aquatoll weiter?

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Warum sie bei der Zukunft des Neckarsulmer Aquatolls keine Rolle mehr spielen möchte – dazu äußert sich die Schwarz-Gruppe am Dienstag nicht. Was man zu sagen habe, decke sich mit den Aussagen der Stadtverwaltung von tags zuvor, lässt eine Sprecherin wissen: Die Verwaltung hatte bestätigt, dass der Handelskonzern sein Angebot für das Aquatoll zurückgezogen hat. Mit fünf Millionen Euro wollte das Unternehmen den Umbau des Freizeitbads zu einem Fitness- und Gesundheitszentrum unterstützen – dieses hätten dann auch Lidl- und Kaufland-Mitarbeiter nutzen können, die zur Schwarz-Gruppe gehören.

Dieses Ziel wolle sie nun am eigenen Standort auf dem nahen Stiftsberg weiterverfolgen, so die Erklärung der Stadt. Bei der Frage nach Gründen für den überraschenden Rückzug spricht Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig am Dienstag von unterschiedlichen Schwerpunkten bei Stadt und Unternehmen. "Es war von Anfang an klar, dass die Bedingungen einer Zusammenarbeit noch geklärt werden müssen“, sagt Hertwig. Dass die Schwarz-Gruppe jetzt zurückzieht, sei völlig in Ordnung. Die Idee eines Gesundheitszentrums sei dennoch nicht vom Tisch, erklärt er. Im Gegenteil: "Es kann sein, dass wir am 9. April bereits einen Investor benennen können.“ Dann lädt die Stadt zu einem Bürgerforum Aquatoll ein, mit dem eine Beteiligung starten soll. Am Ende entscheidet der Gemeinderat.

Varianten

Zur Diskussion stehen nach wie vor die drei Varianten, die die Stadt Ende Januar vorgestellt hatte: ein kompletter Abriss des 27 Jahre alten, sanierungsbedürftigen Spaßbades samt Sauna, eine Sanierung beider Bereiche oder eben der Abriss beziehungsweise Teilabriss des Bades, bei dem die Sauna erhalten bliebe, und um ein Gesundheitszentrum erweitert würde. Sieht man vom Abriss ab, rechnet die Stadt bei allen Optionen mit Kosten von rund 20 Millionen Euro. Eine finanzielle Beteiligung der Stadt an einem Fitnessbereich schließt Hertwig aus, ebenso wie eine Trägerschaft. 

Neckarsulms OB betont, dass es richtig gewesen sei, die Bevölkerung jetzt zu informieren – auch über das Angebot der Schwarz-Gruppe. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir den Weg der Beteiligung gehen müssen.“ Dies habe für das Unternehmen ebenso wenig den Ausschlag gegeben wie Gespräche mit Investoren. Ob der Konzern als potenzieller Kunde für einen Betreiber noch infrage komme, weiß Hertwig nicht. "Das kommt darauf an, was die Schwarz-Gruppe am eigenen Standort realisiert.“ Die Fitness-Variante öffentlich zu machen sei richtig gewesen, um mögliche Interessenten zu gewinnen.

Kritik kommt von der CDU. "Wir werden genau nachfragen, was zu dieser Entscheidung und wer die Gespräche geführt hat“, kündigt Eberhard Jochim, Vorsitzender der CDU im Gemeinderat, an. Seine Fraktion fordere eine Aufklärung darüber, was schiefgegangen sei. "Wenn ein Konzern eine solche Aussage tätigt, dann steht er normalerweise auch dazu.“ Jochim kritisiert auch den Zeitpunkt: "Einen Investor zu nennen, ist schlechter Stil.“ Solange es eine offene und öffentliche Diskussion gebe, hätte die Verwaltung zurückhaltender agieren müssen. „Ich kann jemanden auch verprellen.“

Bürgerinfo

Bedauern kommt auch von der SPD. "Das wäre eine Chance gewesen, zumindest einen Teil zu erhalten“, sagt Fraktionschef Karl-Heinz Ullrich. Von vorne beginne der Prozess deshalb nicht. "Am 9. April ist die Bürgerinfo, dann werden wir entscheiden.“ Horst Strümann (Grüne) plädiert dafür, mit der Schwarz-Gruppe im Gespräch zu bleiben: „Ein Bewegungszentrum wollten wir schon immer.“ 

 

 

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