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Regionalexpress ersetzt Stadtbahn-Eilzüge

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Ab Dezember 2022 wird ein neuer Regionalexpress zwischen Heilbronn und Karlsruhe fahren. Der im Stundentakt verkehrende Zug verbindet auf direktem Weg beide Hauptbahnhöfe und rollt nicht durch die Innenstädte. Nach einer europaweiten Ausschreibung soll die Verkehrsleistung im Frühjahr 2019 vergeben werden.

Mehrere Kandidaten

"Der Teilnahmewettbewerb ist abgeschlossen“, teilt Babett Waschke, Pressesprecherin des baden-württembergischen Verkehrsministeriums, auf Anfrage mit. Wie viele Interessenten haben sich gemeldet? Bei dieser Frage hält sich Stuttgart bedeckt. "Während eines laufenden Vergabeverfahrens dürfen Anzahl und Namen der Bieter nicht veröffentlicht werden“, erklärt die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW).

Bei Schienenexperten kursieren mehrere Namen. Die Deutsche Bahn wird von ihnen ebenso genannt wie Go-Ahead oder Abellio Rail. Letzterer privater Anbieter betreibt ab Juni 2019 auch die bisherige Stadtbahnlinie zwischen Mühlacker und Bruchsal, die in Bretten den künftigen Regionalexpress kreuzt.

Außen vor ist die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), die mit der S4 die Strecke Heilbronn – Karlsruhe bedient. "Wir beteiligen uns nicht an dieser Ausschreibung“, erläutert ihr Pressesprecher Nicolas Lutterbach. Mit dem Land gibt es eine Übereinkunft, dass sich die AVG auf ihr Kerngebiet zurückzieht, damit aber die Zukunft des Karlsruher Modells sichert.

Verkürzte Reisezeit

Mit Vollbahnfahrzeugen soll die Expresslinie zwischen Heilbronn und Karlsruhe gefahren werden. Sie lösen die bisherigen Eilzüge der Stadtbahn ab. Die Reisezeit zwischen beiden Oberzentren verkürzt sich damit auf 70 Minuten. Fahrgäste aus Eppingen sind in einer Dreiviertelstunde in der badischen Metropole. Damit ist der neue Express fast so schnell wie der bisherige Sprinter, der dann entfällt. Die Anzahl der bedienten Haltepunkte wird deutlich reduziert. In Leingarten fährt der Zug ebenso durch wie in Flehingen oder Bauerbach.

Der Express durchquert weder die Heilbronner Innenstadt, noch nimmt er den Weg in den künftigen Karlsruher Stadtbahntunnel. Die neuen Wagen sind mit Klimaanlage und Toilette ausgestattet.

Direkte Vergabe

Neben dem Express sind auf der Kraichgaubahn weiterhin die gelb-roten Wagen der S4 unterwegs, deren Normalzüge an allen Stationen halten und das Herz der beiden Großstädte erschließen. Ministeriumssprecherin Waschke: "Die parallele Stadtbahnleistung, die auch in Richtung Weinsberg weitergeführt werden soll, wird nicht europaweit ausgeschrieben, sondern an die AVG direkt vergeben.“

Ohnehin hat sich das Karlsruher Verkehrsunternehmen die weitgehend eingleisige Schienenstrecke durch den Kraichgau langfristig gesichert. Bis 2045 läuft der Pachtvertrag mit der Bahn. "Wir werden weiterhin als Infrastrukturbetreiber tätig sein“, betont Nicolas Lutterbach. Ausbaupläne gibt es für den Abschnitt Leingarten – Schwaigern.

 

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