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Rettungsaktion für den Bikepark

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"Wir werden alle Energie reinstecken, damit der Bikepark da bleibt, wo er ist“, sagt Felix Rieker. "Wir wollen zeigen, dass der Bikepark sich etabliert hat und über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist“, ergänzt Jan-Luca Winter. Als die Leingartener Dirtbiker erfahren haben, dass ihr Platz als Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus in der Diskussion ist, haben sie einen Krisengipfel abgehalten. Ihre Online-Petition zum Erhalt des Geländes hatte bis Sonntag mehr als 1400 Unterzeichner. Auch zu ihrem Statement auf Facebook haben sie viel Resonanz bekommen.

Viel investiert

"Ausgerechnet eine Sportstätte für Jugendliche soll weichen.“ Felix Rieker und das Bikepark-Team wollen das nicht glauben. Sie haben allen Gemeinderäten eine E-Mail geschrieben. Ende der Woche treffen sie sich mit Bürgermeister Ralf Steinbrenner. Seit 2009 gibt es den Bikepark an der Auffahrt zur Bundesstraße 293 Richtung Schwaigern. Und im Lauf der Jahre haben die jungen Leute viel Arbeit hineingesteckt. Das aktuelle Streckennetz ist durch einen fortwährenden Prozess entstanden. Den Aufwand für Bau und Pflege des Geländes schätzt Rieker auf 800 bis 1000 Stunden jährlich.

Die Sprünge müssen regelmäßig neu gerichtet, Gras geschnitten, Spurrillen geglättet werden. Wenn es zu trocken ist, wird der Boden mit der Gießkanne bearbeitet. Erst seit diesem Jahr gibt es Unterstützung vom Bauhof beim Mähen der Freiflächen. "Wir sind sehr aktiv“, betont der 21-jährige Student.

Lange Suche

Froh ist das Team darüber, dass auch die jüngeren Nutzer, hauptsächlich 13- bis 15-Jährige, mitanpacken und Verantwortung übernehmen. "Die haben jetzt auch einen Schlüssel für den Container mit dem Grill und den Schaufeln“, erzählt Niclas Keicher (22), der unter anderem durch die Mitwirkung an dem Projekt zu seinem jetzigen Beruf als Landschaftsgärtner gefunden hat.

"Die Akzeptanz ist höher, als wenn die Gemeinde etwas Fertiges hinstellt. Hier ist eine Sportkultur entstanden“, sagt Markus Schulin. Der 45-Jährige war Radsport-Abteilungsleiter beim Sportverein Leingarten – dem Pächter des Bikeparks – als die Standortsuche begann. "Es hat mehr als zwei Jahre gedauert“, blickt er zurück. Genauso schwierig wäre es wohl auch jetzt, eine geeignete neue Fläche zu finden, ist er überzeugt. In der Bevölkerung sei der Bikepark möglicherweise gar nicht so präsent: "Die Jugendlichen sprechen auf Facebook genau die Gruppe an, die es betrifft.“

Familiäre Zusammengehörigkeit

"Wir haben uns etabliert und sind inzwischen der einzige Bikepark in der Umgebung“, betont Niclas Keicher. Marvin Merker war "vom ersten Bau-Tag an“ mit dabei. "Für uns ist das etwas ganz Einzigartiges, sehr familiär“, beschreibt der 21-Jährige das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Auch ins Gemeindeleben bringen sich die Radler ein. Seit sechs Jahren beim Ferienprogramm, 2018 erstmals mit einem Stand beim Gassenfest. Auf den Kirschblüten-Jam im Frühjahr sind sie stolz: Das Event mit Kulturprogramm und Graffiti-Workshop war die Generalprobe für das Zehn-Jahr-Jubiläum 2019, um das sie nun bangen müssen.

 

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