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Kleiner Roboter als neue Lehrkraft

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Arme, Beine, Rumpf und Kopf – der nur 60 Zentimeter große Roboter sieht tatsächlich fast wie ein kleiner Mensch aus Plastik aus. Humanoid, also menschlich, ist er auch in seinen Fähigkeiten. Er kann sehen, hören – sogar Berührungen kann er über seine vier Sensoren wahrnehmen. Spricht man ihn an, so dreht er den Kopf und nimmt Blickkontakt auf. Gesteuert wird er über ein Tablet. Die Batterie hält eine Schulstunde, dann muss die kleine Lehrkraft nachgeladen werden.

Anonymer Spender

Schulleiter Jürgen Kovácz freut sich den Schülern einen neuen Zugang zu Informatik und Technik bieten zu können. Das Justinus-Kerner-Gymnasium (JKG) hat vom Vater eines Schülers eine Spende von 7000 Euro erhalten und sich für die Anschaffung des Roboters der Firma Softbank Robotics entschieden. "Wer weiß, vielleicht entscheidet sich dadurch ja auch ein Schüler für einen technischen Beruf“, hofft der Spender, der anonym bleiben will.

Nur beim Namen hat er sich ein Mitsprachrecht gewünscht. Getauft ist der sechs Kilo schwere Maschinenmensch auf den Namen JKG2 – in Anlehnung an den berühmten Roboter R2-D2 aus den Star-Wars-Filmen. Laut Kovácz ist er der einzige seiner Art an Schulen in der Region und macht das Gymnasium damit zum Vorreiter.

Schüler begeistern

Für die Schule kommt dieses Geschenk genau zur richtigen Zeit. Mit der geplanten Einführung des neuen Profilfachs Informatik, Mathematik, Physik (IMP) baut das Justinus-Kerner-Gymnasium sein naturwissenschaftliches Profil aus. Der Roboter soll in Zukunft dabei helfen, Schüler aller Klassenstufen für Informatik zu begeistern. Um erste Berührungspunkte mit dem Thema zu schaffen, wurde für die fünften Klassen eigens eine Robotik-AG ins Leben gerufen.

In Klasse 7 folgt dann der verpflichtende Aufbaukurs Informatik, in dem die Schüler lernen, erste Befehle wie "Steh auf“ mit der grafischen Oberfläche des Tablets umzusetzen. Vertieft werden Lehrinhalte zum Thema Programmieren dann in den Klassen acht bis neun im Fach Naturwissenschaft und Technik sowie auch bald in IMP. Hier können die Schüler erste Erfahrungen mit Programmiersprachen wie C++ und Python machen. Die Schule hofft, mit dem kleinen Kerl auch Mädchen für die Naturwissenschaften zu gewinnen. Das scheint zu funktionieren.

Tanzender Roboter

"Für einen Roboter ist er echt süß“, findet Melis (15). Die Neuntklässlerin freut sich darauf, im Fach Naturwissenschaft und Technik mit dem Roboter zu arbeiten. Auch Luca (14) findet es total spannend, mehr über die Technik zu erfahren, die den Roboter zum Leben erweckt. Am liebsten würde er auch mal gucken "wie der von innen aussieht“. Auseinandergenommen wird JKG2 allerdings erst einmal nicht. Die Bildungseinrichtung hofft, dass er noch vielen Schülergenerationen zum praktischen Arbeiten erhalten bleibt.

Seinen ersten großen Auftritt wird der Roboter am Tag der offenen Tür haben. Über ein Betriebssystem können die Bewegungen gesteuert werden. Nicht nur einfache Befehle wie Aufstehen oder Hinsetzen lassen sich damit ausführen. Da lag die Idee für die Präsentation nahe, den Roboter zu Musik tanzen zu lassen. NWT-Lehrer Kai Balle (30) will mit den motivierten Schülern eine kleine Choreographie entwickeln.

 

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