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Mehr Jugendbeteiligung im Raum Weinsberg

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Zwanzig Minuten. So viel Zeit hatte Isabel Steinert, um neulich beim Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Raum Weinsberg einen Sachstandsbericht abzugeben. Eigentlich müsste es heißen: So wenig Zeit hatte sie. Denn was die Leiterin des Kinder- und Jugendreferats vorzutragen hatte, war eine ganze Menge. Es hat sich einiges getan, seit sie Mitte 2016 die Stelle antrat, die sie zur Ansprechpartnerin für Kinder und Jugendliche im Raum Weinsberg, Ellhofen, Eberstadt und Lehrensteinsfeld macht.

Großes Projekt

Gnurpsel City – mit der Ferienspielstadt, die alle zwei Jahre in Weinsberg über die Bühne geht, wird das Kinder- und Jugendreferat oft in Verbindung gebracht. So sehr die City auch in ihrer zehnten Auflage die Herzen erobert hat, so arbeitsintensiv war sie für Isabel Steinert. "Ich habe im Oktober 2017 angefangen und bin noch nicht fertig“, sagt sie ein Jahr später. "Es ist ein sehr großes Projekt.“

Doch unabhängig davon hat die Kinder- und Jugendreferentin noch eine Reihe anderer Vorhaben auf dem Tisch. Seit sie die Arbeit in Weinsberg aufgenommen hat, gibt es beispielsweise zusätzlich zur offenen Jugendarbeit im Weinsberger Jugendhaus je eine feste Mädchen- und Jungengruppe und einen offenen Treff für Kinder von sechs bis zehn Jahren. Die Mädchengruppe hat Steinert in Zusammenarbeit mit Jaqueline Kraft-Henschel, der Auszubildenden zur Jugend- und Heimerzieherin, und Lena Freyer von der Schulsozialarbeit des Justinus-Kerner-Gymnasiums aus der Taufe gehoben. "Wir haben regen Zulauf.“

Konferenz für Jugendliche

Wobei die Kooperation mit anderen ein wesentlicher Punkt für Steinert ist. Ein Beispiel dafür war die Jugendregionalkonferenz im vergangenen Jahr. Rossäcker-Bildungszentrum, Stadt- und Kreisjugendring und Kreisjugendpflege zogen dabei mit der Kinder- und Jugendreferentin des GVV an einem Strang. Zum Schluss diskutierten 60 Jugendliche mit Landtagsabgeordneten drei Stunden lang darüber, was sie bewegt.

Diese Konferenz dient Steinert nun als Vorbild für ihre weitere Arbeit – mit der Jugendgemeindekonferenz, die ab nächstem Jahr Achtklässler mit Gemeinderäten und Bürgermeister an einen Tisch bringen soll. Warum Achtklässler? In ihrem Gemeinschaftskunde-Unterricht steht das Thema "die Gemeinde“ an. "Das ist der perfekte Startpunkt für uns“, sagt Isabel Steinert.

Eine solche Jugendgemeindekonferenz soll dann jedes Jahr in Weinsberg stattfinden. "So kommt jeder Schüler damit in Kontakt.“ Auch im Vorfeld der Kommunalwahl im kommenden Jahr plant Steinert ein Projekt im Jugendhaus. "Letztes Jahr“, so zieht sie Bilanz, „war Gnurpsel City. Nächstes Jahr wird Jugendpolitik und Jugendbeteiligung.“

Jugendliche müssen beteiligt werden

Letzteres ist seit der Reform der baden-württembergischen Gemeindeordnung ein Thema von wachsender Bedeutung. Denn in Paragraph 41a heißt es: "Die Gemeinde soll Kinder und muss Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen. Dafür sind von der Gemeinde geeignete Beteiligungsverfahren zu entwickeln.“ Genau darin sieht Isabel Steinert die Herausforderung: dass jede Kommune schauen muss, wie sie das umsetzt. "Es gibt keine Kriterien für eine gelungene Jugendbeteiligung.“

Langfristiges Ziel der Kinder- und Jugendreferentin ist ein Jugendforum im GVV-Bereich. Davor will sie eine Sozialraum-Analyse erstellen, den Bedarf erfragen. "Das ist ein langfristiger Prozess“, sagt Isabel Steinert. Das sei wichtig, weil sich der Verband stetig weiterentwickelt. "Es gibt heute viele Kinder im Kleinkindalter, die in fünf bis zehn Jahren unsere Zielgruppe sind. Darauf müssen wir uns einstellen.“

 

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