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Fremde Kulturen verstehen

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Im Klassenzimmer 219 des Hartmanni-Gymnasiums ist es ruhig. Wahrscheinlich würde man eine Stecknadel auf den Boden fallen hören, wenn nicht Lehrerin Gitta Geising vorne an dem Multimediaboard stehen würde und erzählt. 13 deutsche und 13 israelische Schüler verbringen diese Woche zusammen. Sie werden sich intensiv mit der Geschichte der Juden in Deutschland beschäftigen. Dazu besuchen sie ein Konzentrationslager, lassen sich von Oberbürgermeister Klaus Holaschke durch Eppingen führen und jüdische Plätze zeigen.

Völker verständigendes Seminar

An diesem Dienstag geht es um den Film "Zahor-Remember". Darin geht ein Nachwuchsspieler der TSG Hoffenheim der Geschichte zweier jüdischer Brüder aus seiner neuen Heimat nach. Heinz und Manfred Mayer, wie die Geschwister heißen, lebten zur Zeit des Holocaust in Hoffenheim. Der Film erzählt anhand von Fotos, wie sie aus Hoffenheim vertrieben wurden und danach sehr unterschiedliche Wege in ihrem Leben einschlugen.

"Zahor-Remember“ sei erst dieses Jahr veröffentlicht worden und biete sich daher an im Seminar besprochen zu werden, erklärt Lehrerin Gitta Geising. Ziel dieser Woche, die Teil eines ganzen Seminars ist, in dem sich die deutschen Schüler ein Jahr lang mit dem Thema Israel beschäftigen, sei es mehr Verständnis füreinander aufzubringen. "Das Seminar ist Völker verständigend“, sagt Geising weiter.

Im Klassenzimmer diskutieren die Schüler mittlerweile über die Frage, was die Brüder fühlen, als sie sich wiedertreffen. Alles natürlich auf Englisch. Schon zum siebten Mal findet der Workshop statt. Entstanden durch eine gemeinsame Initiative des Eppinger Bürgermeisters, der Schulleitung, des Vereins jüdisches Leben Kraichgau und der Stadtverwaltung Zichron Ya'akov, woher die israelischen Schüler kommen. Mit dem Austausch sollten sich die Gemeinden näherkommen.

Neue Heimat an neuem Ort

Zwischenzeitlich sind fast alle Schüler von ihren Plätzen aufgestanden. Ein Zeichen, dass sie der Aussage, die Lehrerin Geising an die Tafel projiziert hat, zustimmen. "I believe you can find a new home in a completely new place" steht da. Sie alle glauben daran, dass man ein neues Zuhause an einem völlig neuen Ort finden kann. "Das hängt nicht vom Land ab, wo ich mich daheim fühle, sondern von den Menschen", sagt ein Junge mit blonden Haaren.

Zwischen 16 und 17 Jahren sind die Schüler des Hartmanni-Gymnasiums, die an diesem Seminar teilnehmen. Ihre israelischen Kollegen sind im Durchschnitt ein Jahr jünger. "Ich habe an diesem Seminar teilgenommen, weil wir wenig von dieser Kultur wissen", sagt Helen Rickert. "Das ist mega interessant." Außerdem habe sie viele naturwissenschaftliche Leistungskurse und wollte Abwechslung haben, erzählt Rickert. Auch Tabea Bokelmann gefällt das Seminar gut. Es gebe eine tolle Gruppendynamik und viel Kontakt zwischen den Kulturen. "Genau so habe ich mir das vorgestellt", sagt sie begeistert.

 

 

 

 

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