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50 Umweltschützer

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Jugendliche in Heilbronn wollen nicht nur reden, sondern sich aktiv für den Klimaschutz engagieren. Rund 50 Schüler sind am Nachmittag nach der Schule in der Stadt unterwegs, um Müll einzusammeln. Alle zwei Wochen soll es künftig im Wechsel mit den Fridays-for-Future- Demonstrationen eine Aktion geben. "Wir wollen zeigen, dass wir etwas bewegen", sagt Gamzel Döner.

Überzeugte Aktivisten 

Die 18-jährige Gymnasiastin gehört zum Orga-Team. Sie verteilt Handschuhe, Säcke und Zangen unter den Teilnehmern. Die Entsorgungsbetriebe der Stadt haben die Utensilien zur Verfügung gestellt. "Die waren sehr aufgeschlossen", erzählt Kaltrina Krasniqui. In vier Gruppen ziehen die Schüler schließlich los, um rund zwei Stunden lang in der Stadt Müll einzusammeln. Anschließend wird getrennt.

"Ich möchte dabei helfen, die Umwelt sauber zu halten", sagt Jenni Poller. Gemeinsam mit Clemens Rech ist die Abstatterin nach Heilbronn gekommen. Die Aktion finden die beiden Schüler der Untergruppenbacher Stettenfelsschule sehr gut: "Da kann niemand sagen, wir demonstrieren nur, weil wir keine Lust auf Schule haben", erklärt die 15-Jährige.

Ganz bewusst hat das Organisationsteam die Aktion in den Nachmittag gelegt, nachdem immer wieder Stimmen laut werden, es gehe den Klimaaktivisten nur ums Schuleschwänzen. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Schüler in dieser Woche aufgefordert, freitags wieder den Unterricht zu besuchen: "Das kann nicht ewig so weitergehen", kommentierte er den Protest.

Klarer Mehraufwand 

"Wer nur übers Schwänzen spricht, hält nichts von unserer Bewegung", glaubt Gamzel Döner. "Wir haben doch dadurch Extraarbeit", betont Miray Zabinca. Die 16-Jährige besucht das Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) in Neckarsulm. Sie nutzt Freistunden für den Protest und holt versäumten Unterrichtsstoff nach.

Die Müllaktion sei eine sehr gute Idee, sagt Dr. Andreas Meyer, Schulleiter am Mönchsee-Gymnasium (MSG) in Heilbronn. Probleme mit Schwänzern gibt es an seiner Schule nicht, obwohl sich einzelne Schüler bei den Protesten engagieren. Die Regeln sind klar: Wer bei Klassenarbeiten unentschuldigt fehlt, muss mit einer Sechs rechnen. Ansonsten müssen MSG-Eltern schriftlich bestätigen, dass sie die Fehlstunden zur Kenntnis nehmen. "Das reicht uns", sagt Meyer.

An der Dammrealschule in Heilbronn erwartet Rektor Sven Hertner ein Entschuldigungsschreiben der Eltern, aber Probleme gibt es auch hier damit nicht. Es gebe "keine signifikante Steigerung" streikender Schüler.

Müllaktion unterstützen

Im Einzelfall entscheidet der Schulleiter, aber unentschuldigtes Fehlen "ist in der Schulbesuchsordnung klar geregelt", sagt Marco Haaf, Direktor am ASG. Das Gesetz gebe den Rahmen der Schulpflicht vor. "Wir sind restriktiv", betont Haaf. Die Schüler müssten jedoch zwei Güter abwägen und entscheiden, wie viel Unterricht sie opfern wollen. "Wenn man bald Prüfungen hat, geht man besser in die Schule", sagt ein Mädchen beim Müllsammeln. Sie ist nur nachmittags dabei, trotzdem sei ihr die Umwelt wichtig. Andere betonen: "Auch ein Abeiter streikt nie nach der Schicht."

Der Klimawandel wird allerdings auch in den Schulen längst in verschiedenen Fächern thematisiert. "Wir haben einen Bildungs- und Erziehungsauftrag", erinnert Marco Haaf. Deshalb sei Unterricht wichtig. Der Schulleiter aus Neckarsulm hofft, dass aus der Bewegung klare Aktionen entstehen und der Protest "nicht nur ein Feuerwerk unserer Zeit ist". Der Müllaktion in Heilbronn sollen weitere folgen, eine Kleidertauschparty ist beispielsweise geplant. Die Jugendlichen wollen beweisen, dass sie "wirklich hinter FFF stehen", so die Initiatoren.

 

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