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Pyro Games in Tripsdrill

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Die Sterne und der schmale Mond haben einfach Sendepause. Mit Einbruch der Dunkelheit explodieren Kugelbomben, Wasserfälle und Kometen in allen Farben über dem idyllisch gelegenen Freizeitpark Tripsdrill. 2500 Besucher, weniger als in den Jahren zuvor, sind zur sechsten Auflage der Pyro Games gekommen. Drei Teams inszenieren hier eine Show für Liebhaber von Feuerwerken, die genau im Takt der Musik tanzen. 

Feuriges Spektakel

Vier Tonnen Material gehen an diesem Abend in die Luft. Rauschwaden bleiben am Ende noch lange über dem Land stehen. 

Nicht zum ersten Mal dabei: Jürgen Matkowitz. "Wir sind gern hier“, sagt der Inhaber der Firma Apollo Art of Laser & Fire, der zwischen zwei Feuerwerken eine Lasershow beisteuert, bei der er selbst live als Gitarrist auftritt. "Wer kann das schon?“, fragt der Berliner, bevor es losgeht: "Für einen kurzen Moment den Himmel bemalen.“ Atemberaubend sind die drei Feuerwerke, die an diesem Abend in Cleebronn gezündet werden. Atemberaubend ist anfangs aber auch die Schlange, die sich vom Parkplatz zu einem Nebeneingang des Freizeitparks zieht. Doch es ist wie beim Discounter an der Kasse: Es geht schneller als gedacht.

Thomas Fröbe, Teilhaber der Firma A und O Event, ist mit knapp 50 Personen vor Ort, um alles dafür zu tun, "dass sich die Besucher wohlfühlen“. Vielleicht wegen der Ferienzeit seien dieses Mal weniger Leute gekommen, meint er. Dabei finden Spektakel, wie die Magdeburger sie anbieten, immer mehr Anhänger. Erst im Mai gab es in Heilbronn die "Flammenden Sterne“, ebenfalls als Wettbewerb zwischen Pyrotechniker-Teams angelegt.

Atemberaubende Show

Das Konzept funktioniert auch in Cleebronn. "Im Vergleich zu Silvester bekommt man hier ziemlich viel Feuerwerk für sein Geld“, findet etwa Stefan Nitschke aus Hessigheim. Vor der Vorstellung verkürzen die Dirty Saints, eine Coverband aus Esslingen, die Wartezeit. Dann treten Feuerkünstler auf. Gegen 21.50 Uhr beginnt die eigentliche Show

Hunderte von Handys gehen hoch, kaum dass die Zuschauer dem Schlachtruf des Moderators, "Fünf, vier, drei: Feuer frei“, zum ersten Mal gefolgt sind. Jeder will festhalten, wenn eine besonders schöne Chrysantheme erscheint oder wenn die Teams von MSK Pyro Tec aus Wettin, Mathias Kürbs aus Pirna und Apollo aus Berlin bei ihren Finals wirklich alles raushauen, was sie zu bieten haben: Kugel- und Zylinderbomben, Feuertöpfe und Schweizer Vulkane, von Schwarzpulver angetriebene Raketen, die mit Hilfe von Holzkohle, Schwefel oder Nitraten die Farben erzeugen. 

Augen gen Himmel

Auf der Wiese vor der Wilden Sau und überall dort, wo keine Zäune den Stehplatz- vom etwas teureren Sitzplatzbereich trennen, liegen Besucher auf Decken und schauen in den Himmel. Kinder mit Leuchtspielzeug wuseln umher. Die ganz Kleinen tragen meist Gehörschutz. "Wir haben hier viele Familien“, sagt Thomas Fröbe. Oft mit Großeltern im Gepäck. Die Pyro Games verbinden ganze Generationen. Sie sind perfekt für einen schönen Abend, wie ihn sich etwa Yvonne Wolter aus Sankt Leon-Rot mit Mann und Nachbarn machen will. Die Tickets sind ein Geburtstagsgeschenk, erzählt sie: "Wir haben einfach Lust auf Feuerwerk.“

Die teilnehmenden Teams wissen Musik und Leuchtkörper perfekt aufeinander abzustimmen. Bei langsameren Passagen fliegen sie niedriger, bei treibenden Liedern, etwa von Alice Cooper oder Rammstein, explodieren sie scheinbar über den Köpfen der Zuschauer. Eine Fontäne nach der anderen regnet herab. Der Schatten der Mammut-Holzachterbahn erhebt sich vor den glitzernden Elementen wie ein Fels. "Wir kommen gern hierher“, sagt Fröbe, "weil das Drumherum stimmt“. Vor allem bietet der Freizeitpark Tripsdrill eine großartige Kulisse.

 

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