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Zentrum der Kultur

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Heilbronn soll ein soziokulturelles Zentrum für die freie Kulturszene bekommen. Das Konzept dafür wird seit Jahren erarbeitet. Doch bislang ist wenig an die Öffentlichkeit gekommen. Die SPD fordert nun, dass das Projekt zeitnah umgesetzt wird. Die CDU bremst. 

Verknüpfung der Teile

Mit dem soziokulturelle Zentrum sollen in Heilbronn drei Einrichtungen in der Bahnhofsvorstadt verknüpft werden. Da ist zum einen das Kunst- und Kulturzentrum Zigarre, das bislang schon Heimat zumindest eines Teils der freien Kulturszene ist. Zum zweiten gibt es das Wilhelm-Waiblinger-Haus in der Schützenstraße, bisher Sitz des Stadt- und Kreisjugendrings. An dritter Stelle soll das Olga-Jugendzentrum mit seiner Sport- und Veranstaltungshalle die zentrale Rolle spielen.

Für Oberbürgermeister Harry Mergel steht außer Frage, dass eine Stadt wie Heilbronn "jenseits der etablierten kulturellen Spielstätten Orte braucht, um etwas auszuprobieren, zu experimentieren“. Jedes der drei Häuser würde bisher schon einen Teil abdecken, doch nur im Zusammenspiel kann das entstehen, was gemeinhin als "soziokulturelles Zentrum“ gilt. Wie genau das aussehen soll, wurde in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet.

Zu laut?

Ein Problem scheint gelöst. Für die im bestehenden Olga-Zentrum ansässigen Gruppen und Vereine und auch für das Jugendzentrum wird es eine neue Bleibe oder eine Perspektive an alter Stelle geben, erklärt Kulturamtsleiterin Karin Schüttler. Wie genau das im Einzelfall aussieht, wird dem Gemeinderat gemeinsam mit dem Gesamtkonzept erläutert, wenn der Punkt im September oder Oktober auf die Tagesordnung kommt. Noch in diesem Jahr soll das Zentrum starten.

Zu Details möchte Karin Schüttler noch nicht Stellung nehmen. Auch nicht bei einer zentralen Frage: Wo sollen künftig größere Konzerte stattfinden? Sie gehören zur Kulturszene und damit auch zu einem soziokulturellen Zentrum. Auch OB Mergel ist sich bewusst: "Für laute Musik ist an keinem der drei Orte der richtige Platz.“ Für Kabarett und ähnliches sei die Halle des Olgazentrums gut geeignet – dafür wären bis auf die Bühnentechnik wohl keine größeren Investitionen notwendig. Doch sobald der Lautstärkeregler nach oben geschoben werden soll, sind Probleme mit der Nachbarschaft vorhersehbar. 

Kompromisse

Insgesamt hält Mergel diese Frage aber nicht für entscheidend. Wichtig sei, dass alle drei Einrichtungen koordiniert ihr Profil schärfen. Mergel wird grundsätzlich: "Es ist eine große Chance für die kulturelle Szene und für die Bahnhofsvorstadt insgesamt.“ Deshalb möchte er auch Rücksicht nehmen auf das Wohnumfeld. Er könne sich vorstellen, besonders "laute Veranstaltungen“ aus der Stadt herauszuhalten. "Vielleicht könnte man sie auslagern, zum Beispiel in den Block E im alten E-Werk“, schlägt Mergel vor.

Der Gemeinderat wartet derweil gespannt auf das Konzept. 150.000 Euro pro Jahr sind im Haushaltsplan bewilligt. Damit soll das Angebot bezuschusst werden, das der Trägerverein auf die Beine stellen muss. Dazu kämen noch die Investitionskosten – bei der Ausgestaltung der Veranstaltungshalle geht es hier auf jeden Fall um einen höheren sechsstelligen Betrag. 

Sorge um Kosten

Die SPD fordert nun Klarheit. Bei einer Summe jenseits der Million sieht auch Fraktionschef Rainer Hinderer eine Grenze erreicht, die man nicht überschreiten solle. Thomas Randecker (CDU) würde schon früher bremsen: "Wir investieren ins Trappenseeschlösschen, in die Stadtbücherei.“ Da seien ein "paar Hunderttausend Euro“ nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Zumal die Steuereinnahmen demnächst wohl drastisch zurückgingen.

Für Veranstaltungen gebe es auch Hallen wie das Bürgerhaus in Böckingen "mit einer überschaubaren Nutzung“. Susanne Bay (Grüne) bringt für Konzerte einen Anbau ans Wilhelm-Waiblinger-Haus ins Spiel. Die Grünen forderten schon lange ein soziokulturelles Zentrum. Was das Geld angeht, sagt Bay: "Es hängt davon ab, was man dafür bekommt.“

 

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