Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Salziger Koloss zum Schmecken

Übersicht

Behutsam legen die Besucher ihre Finger an den riesigen Koloss und streichen vorsichtig über seine mittlerweile kraterartige Oberfläche. "Ist das wirklich Salz?“ Ungläubig leckt einer nach dem anderen an dem gigantischen Salzquader, der sich im Salzgarten der Buga befindet. 

Eine Premiere

"Das gab es hier so noch nie“, erzählt Svenja Krauskopf, Sprecherin der Heilbronner Salzwerke. Mit guten acht Kubikmetern ist der Quader der größte Natriumchlorid-Brocken, der jemals in Heilbronn am Stück abgebaut und ans Tageslicht befördert wurde.

Seinen Ursprung hat er im Salzbergwerk Heilbronn, das er mit seinen stolzen 20 Tonnen Gewicht am 15. März durch den Schacht Konradsberg verließ. Seitdem findet er nun auf dem Buga-Gelände sein neues Zuhause.

Am Eröffnungstag der Buga wurde die Abdeckung des 250 Millionen Jahre alten Riesen entfernt. Bis heute ist er konstant Wind und Wetter ausgesetzt. "Es handelt sich hier auch um ein Experiment“, meint Krauskopf. Denn zuvor hatte man noch nie die Wetterauswirkungen auf so eine große, unbehandelte Masse an Salz beobachten können. Der Quader könnte den Jahresbedarf einer 7000 Einwohnerstadt decken. Dokumentiert wird das Projekt mit Fotos, die regelmäßig gemacht werden.

Optische Veränderungen

Im Umfang hat sich der Titan in seinen vier Monaten auf der Buga noch nicht wesentlich verändert. Dafür optisch umso mehr. Die aus dem Bergwerk geschnittenen Kanten waren anfangs noch ziemlich gleichmäßig. Heute werden sie von Unebenheiten und einem Netz aus weißen Salzblüten überzogen. Es ist das Salz, das sich durch den Regen vom Quader gelöst und mit dem Wasser vermischt hat. Nachdem das Regenwasser verdunstet ist, bleibt diese Salzkruste zurück. Überall sind kleine Risse, Löcher und Einkerbungen zu sehen. Beim Betasten ist Vorsicht angebracht. Besonders die obere Kante ist durch ihre kristalline Kraterlandschaft ziemlich spitz. Die Salzwerke sind selbst gespannt, was in den nächsten zwei Buga-Monaten noch passieren wird. 

Es lässt sich beobachten, wie sich der Quader teilweise selbst regeneriert. Kleinere Risse werden von verdunsteter Sole wieder mit dem übriggebliebenen Salz verschlossen. Selbst die Heilbronner Salzwerke sind erstaunt von diesen Entwicklungen. Restaurieren wollen sie den Klotz bei Beschädigungen durch Umwelteinflüsse nicht. Er soll ganz sich selbst überlassen werden.

Star der Besucher

Die Lebensdauer lasse sich nicht vorhersagen. Der Quader steckt eben voller Überraschungen. Bedenken zur Sicherheit der Besucher haben sich keine ergeben. "Salz hat so eine Beständigkeit, dass keine größeren Brocken einfach abfallen können“, erklärt Krauskopf.

Die Besucher nähern sich dem Ausstellungsstück neugierig und interessiert mit allen Sinnen. Der Salzwürfel wird angeschaut, angefasst und nicht selten auch mal abgeleckt. Besonders Kinder kommen nicht mehr aus dem Staunen und Probieren heraus. 

"Wir wollten das Thema Salz für die Besucher erlebbar machen“, sagt Krauskopf. Durch das Experiment kann man die Veränderung des Klotzes hautnah miterleben. Der Würfel sieht nämlich nie gleich aus. Ob durch unterschiedliche Lichteinwirkung oder Blickwinkel, es lassen sich immer wieder neue Details entdecken.

Wissen rund um Salz

Die Informationstafeln, die den Salzgarten umgeben, bringen den Besuchern die Heilbronner Salzwerke näher und zeigen, was Salz eigentlich bedeutet. "Salz ist lebensnotwendig“, ist hier die Devise.
Die Buga möchte den Gästen die Geschichte Heilbronns näher bringen, erklärt Suse Bucher-Pinell, Buga-Sprecherin.

Was mit dem riesigen Klotz nach der Gartenschau passieren wird, ist noch nicht entschieden. Eines ist aber klar: Das Experiment an einem anderen Ort weiter zu beobachten, das wäre für alle Beteiligten mehr als nur interessant.

 

 

Galerien

Regionale Events

Würth feiert Jubiläum

Im Jahr 2020 blickt die Adolf Würth GmbH & Co. KG auf ein 75-jähriges bestehen zurück. Gefeiert wird dies mit den Würth Philharmoniker, Open Air und einem Tag der offenen Tür.