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Fast wie in Woodstock

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Zum 35. Mal ging am Wochenende das Römersee-Festival bei der Villa Rustica am Römersee zwischen Zimmerhof und Siegelsbach über die Bühne. Diesmal gab es zusätzlich zu Musik und entspannter Atmosphäre auch viel Regen und Matsch. Der Stimmung auf Festgelände und Zeltplatz tat dies indes keinen Abbruch. "Eintritt frei, Zelten frei, Gedanken frei" hieß auch heuer das Gesetz, und Schilder unterstrichen das Motto des "Hippie-Festivals", wie Organisator Michael Hofmann die Sause liebevoll nennt: "Frieden wahren!" war darauf zu lesen. 

Außer der Bühne gab es noch viel zu sehen und erleben, etwa das schon traditionelle Teezelt. Das Festgelände war fantasievoll dekoriert, die Ruine etwa mit löchrigen weißen Tüchern. Vor allem die Einbildungskraft von Kindern wurde dadurch angeregt, sie waren plötzlich Ritter oder Raumfahrer.

Kleines Publikum

Am Samstag, dem zweiten Festivaltag, eröffneten die Singer-Songwriter Polara aus Weinsberg das Treiben auf der Bühne. Anders als bei den meisten ihrer Konzerte traten Sängerin Sophia Hagenlocher und Gitarrist Alexander Eckbauer diesmal auch mit Schlagzeuger auf. Dem drohenden Wetterumschwung gezollt, waren gerade einmal zwei Handvoll Fans um die Bühne versammelt. Doch die Klänge verströmten sich übers ganze Gelände, so dass auch die, die vor oder in ihren Zelten saßen oder lagen, mithörten und dabei gemütlich chillen konnten. 

Die Flatterbänder, die ein als Parkplatz genutztes Feld begrenzten, machten da schon ihrem Namen alle Ehre: Sie flatterten und schlackerten durch die Luft. Dann setzte der Regen ein. Im Lauf des restlichen Nachmittags und Abends wurde es auf dem Festivalgelände immer nasser und matschiger.
So waren es vor allem Stammgäste, die zur 35. Auflage des Festivals am Ortsrand von Zimmerhof kamen. Auch viele Familien mit Kindern waren dabei. Wanja (9) und seine Schwester Emilia (7) waren zum ersten Mal auf einem Festival. Ihre Eltern wohnten früher in Mosbach und waren Stammgäste auf dem Fest. Jetzt, da die Kinder so groß sind, dass sie mitfeiern können, kehrten sie nach einer Babypause zurück und brachten die Kinder erstmals mit. Emilia und Wanja hatten viel Spaß, spielten mit anderen Kindern in der Ruine. Wanja war ganz aufgeregt, erzählte: "Das ist genauso wie in Woodstock. Ich habe das vor ein paar Tagen im Fernsehen gesehen." Und am Römersee sei es genau wie dort.

Große Fans

Simone und Harald Weiler aus der Nähe von München hatten sich am Donnerstag kurzfristig entschlossen, bei ehemaligen Studienfreunden in Heilbronn zu übernachten, statt wie häufiger in der Vergangenheit im mitgebrachten Zelt am Römersee. "Wir sind beide schon über 40 und daher nicht mehr ganz so wetterfest wie früher", meinte Harald Weiler lachend, und Simone fügte augenzwinkernd hinzu: "Wir sind halt kleine Weicheier geworden, feiern aber trotzdem immer noch genauso gern wie früher." 

Kleinere Pannen löste das Fest-Komitee ohne Drama: Am Freitagabend waren zu wenig Eiswürfel für die Cocktailbar da, erzählte Michael Hofmann, einer der Organisatoren. Doch dies sei kein Grund zur Panik gewesen, denn sofort seien mehrere Gäste spontan losgeeilt, um Eis zu besorgen. Am Sonntagfrüh waren noch zahlreiche Camper auf dem Platz. "Und um halb sieben waren die ersten Kinder schon wieder auf den Füßen", meinte Hofmann erschöpft, aber zufrieden lachend. Hofmann gehört zu den jungen Leuten aus Siegelsbach und Bad Rappenau, die das Festival einst initiierten. Seine damalige Band Squealer war auch die erste Formation, die jemals beim Römersee-Openair spielte.

 

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