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Kurstadt erlebt WLAN-Pleite

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Mit Unterstützung aus EU-Fördertöpfen will Ittlingen WLAN-Hotspots im Ortszentrum einrichten. Ein Blick in die Nachbarschaft zeigt: Solche Angebote werden in den Kommunen sehr unterschiedlich genutzt – und zum Teil fast gar nicht. 

Fördertopf

Kostenlos surfen, schnell und überall ohne das eigene Datenbudget zu strapazieren. Das ist vielerorts Standard, zahlreiche Cafés, Restaurants oder Geschäfte bieten ihren Kunden den Service. Aber auch Kommunen sind längst unter die WLAN-Funker gegangen. Auch in Ittlingen wird das demnächst der Fall sein. Das Elsenztaldorf ist mit 15.000 Euro aus dem Förderprogramm WiFi4EU gesegnet. 

Die Finanzspritze aus Brüssel reicht aus, um geplante Hotspots für drei Jahre zu betreiben, ohne dass der Gemeinde Kosten entstehen. Eine beauftragte Firma hat Standorte in der Ortsmitte, am Rathaus, bei der Feuerwehr, der Fest- und der Sporthalle, dem Sportplatz und dem Bürgerhaus vorgeschlagen. Der Ittlinger Gemeinderat ist dem Projekt sehr gewogen, so gab es im Gremium eine Vielzahl von Vorschlägen für Standorte, die man unterversorgt sieht.

Ernüchterung

Einige Kilometer weiter in Bad Rappenau ist die Begeisterung längst wieder verflogen. Gemeinsam mit einem Dienstleister bietet die Stadt Gratis-WLAN in einem großen Radius um Marktplatz und Rathaus an. Wie die Verwaltung auf Nachfrage mitteilt wurden zwischen Januar und Juni gerade einmal 180 Verbindungen registriert. "Das ist nicht so, wie wir erwartet haben", räumt Rathaussprecherin Eva Goldfuß-Siedl ein. Von weiteren Ausbauplänen hat sich die Kurstadt angesichts der geringen Nachfrage verabschiedet. 

Besser läuft es in Eppingen. Dort betreiben die Stadtwerke zwei Einwahlknoten am Markt- und am Ludwigsplatz. Die Zahl der monatlichen Logins schwankte in diesem Jahr von knapp 1.700 im Januar bis über 4.000 im Juli. Auch die Datennutzung war folglich im Juli am höchsten, 131 Gigabyte Daten haben die WLAN-Nutzer heruntergeladen.

Vorreiter

Sinsheim ist früh auf die WLAN-Welle aufgesprungen. Unter dem Namen "SNHotspot" hat die Stadt schon vor Jahren in Eigenregie Einwahlpunkte eingerichtet, zunächst am Freibad. Dort war der Erfolg auch durchschlagend, bis zu 2.000 Verbindungen pro Tag registrierte die Stadt in der Hochsaison allein im Bad. Mittlerweile ist das Netz gewachsen, mehr als 20 Hotspots gibt es in der Stadt. Demnächst soll auch an jeder Verwaltungsstelle in den Ortsteilen einer eingerichtet sein. "Die Rückmeldungen sind nur positiv", berichtet Wolfgang Wagner, Leiter des städtischen Amtes für Informations- und Kommunikationstechnik. 

Mit Zahlen kann er den Eindruck nicht untermauern, Nutzerdaten werden nicht mehr erhoben. Sinsheim wertet das Angebot jedenfalls als großen Erfolg. Im kommenden Jahr richtet die Stadt baden-württembergische Heimattage aus und rechnet mit vielen Besuchern. "Da sind wir natürlich bestrebt, dass auch das WLAN gut funktioniert", sagt Amtsleiter Wagner.

Ittlingens Bürgermeister Kai Kohlenberger ist überzeugt vom Potenzial des Projekts. "Wir haben uns bewusst für Standorte im Ortszentrum entschieden", rund ein Dutzend sollen es werden. Im Ort seien gerade im Sommer viele Radfahrer unterwegs, der Elsenztalradweg führt durch Ittlingen. Bei entsprechender Nachfrage sei das WLAN-System jederzeit erweiterbar.

 

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