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Passgenaue Angebote für kreative Schulen

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Vier Jahre lang hat sich Beate Schick um die kulturelle Bildung an vier Heilbronner Schulen gekümmert. Jetzt hat die Kulturagentin eine Ausstellung mit Schülerarbeiten aus Helene-Lange-Realschule, Albrecht-Dürer-, Fritz-Ulrich- und Gerhart- Hauptmann-Schule organisiert. "Das ist mein Abschluss", erzählt die 49-Jährige. Das Landesprogramm, das ihre Stelle im Rathaus finanziert, läuft Ende Dezember aus. Beate Schick hofft, dass die Schulen trotzdem am Thema dranbleiben. Sie hätte die Kulturarbeit gerne weiter begleitet: "Man müsste die Schulen weiter betreuen", sagt sie. 

Seit 2015 hat Beate Schick viel angestoßen. Klassenprojekte, Kulturwochen, AGs und Museumsbesuche haben den Unterricht bereichert. "Das Wichtigste ist, dass die Kinder selbst kreativ sind", meint Beate Schick. Die Schulen haben deshalb mit Institutionen und Künstlern kooperiert, 20.000 Euro standen dafür pro Jahr zur Verfügung. Heilbronn ist eine von zehn Städten im Land, die derzeit einen "Kulturagenten für kreative Schulen" der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung beschäftigen. Baden-Baden, Freiburg, Göppingen, Heidenheim, Konstanz, Mannheim, Pforzheim, Schwäbisch Gmünd und Ulm sind beteiligt. Das Projekt wird durch das Kultusministerium gefördet, Initiatoren sind die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator.

Programm

Jede Schule hat zusätzlich einen Lehrer als Kulturbeauftragten benannt, aber genutzt haben alle das Programm unterschiedlich. Bei allen hat die Gesamtlehrerkonferenz beschlossen, am Projekt teilzunehmen, so dass die Bereitschaft groß war. In der Gerhart-Hauptmann-Schule wurden jeweils Projekte in den ersten und in den dritten Klassen durchgeführt. Während die älteren sich mit dem Thema Märchen beschäftigen, besuchen die Erstklässler das Museum und dessen Werkstatt. 

In der Fritz-Ulrich-Schule ist eine jährlich stattfindende Kulturprojektwoche entstanden, die die ganze Schulgemeinschaft begeistert. An der Albrecht-Dürer-Schule legten die Verantwortlichen laut Beate Schick Wert darauf, dass alle Schüler vom Programm profitieren. Deshalb haben die Klassen zahlreiche Einzelprojekte auf die Beine gestellt, bei denen Kinder sich selbst ausprobieren konnten. "Viele haben zu Hause keinen Kontakt mit Kunst", weiß Beate Schick. So sorge das Programm auch für Teilhabegerechtigkeit. "Schule ist der Ort, an dem man alle Kinder erreicht."

"1.000 Ideen hatten die Schüler und Lehrer der Helene-Lange-Realschule", erzählt Beate Schick. Die Lehrer gründeten ein Kulturbüro und boten unterschiedliche Arbeitsgemeinschaften an. "So viel Partizipation sieht man selten", freut sich die Kulturagentin. Die Realschüler haben im Rahmen des Projekts vor allem die eigene Schule verschönert. Bei der Vernissage der Ausstellung im Deutschhof haben sie mit einer Sprayeraktion eine Kostprobe ihrer Kreativität gegeben.

Vor den einzelnen Projekten haben alle vier Schulen einen Kulturfahrplan erstellt und Ziele definiert, um Kunst und Kultur nachhaltig im Schulalltag zu integrieren. "Es gibt überall kulturelle Bildung", sagt Beate Schick. Man müsse sie nur strukturieren. Die Neckarsulmerin hat empirische Kulturwissenschaft studiert und zuvor in der Museumspädagogik gearbeitet. Als Kulturagentin hat sie passgenaue Angebote geschneidert und an jeder Schule eine Kulturgruppe gegründet. 

Erlebnisse

"Nach vier Jahren ist es so weit, dass die Schulen an Verstetigung denken können", sagt Beate Schick. Kultur ist sichtbarer geworden, seit sie ihre Stelle angetreten hat. Jetzt hofft sie, dass die positiven Erlebnisse alle Beteiligten motivieren, selbstbewusst weiterzumachen und ihre Kontakte mit Künstlern weiter zu nutzen. "Der Boden ist bereitet", sagt Beate Schick. Sie selbst bedauere sehr, dass ihre Tätigkeit beendet ist. "Kultur ist sehr wichtig", betont sie. Die Projektergebnisse seien nicht messbar, aber jeder trage die Erlebnisse in sich. 

 

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