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Ärger um Weihnachtsmarkt-Hütte

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Ein Artikel im Amtsblatt sorgt zu Beginn der Adventszeit für Unruhe in Leingarten: Darin greift der Förderverein des ASB-Seniorenzentrums den Förderverein der Schulen an. Dieser lasse als Organisator des dreitägigen Weihnachtsmarktes nur Vereine und Aussteller zu, "die ihm angenehm sind". Der ASB-Förderverein war am vergangenen Wochenende zum ersten Mal nicht mit dabei. 

"Gerne hätten wir Sie wieder mit unserem Acolon-Feuer oder dem Märchentraum verwöhnt", schreibt der ASB-Fördervereins-Vorsitzende Bernhard Löwe in der Ausgabe vom 28. November an die "Freunde, Gönner und Besucher des Weihnachtsmarktes". Aber leider müsse er ihnen mitteilen, "dass wir dieses Jahr nicht teilnehmen dürfen".

Verärgert

"Über diese Art und Weise, mit einer Absage umzugehen", ärgert sich der Vorsitzende des Schul-Fördervereins, Heiko Funke. Mit ihm könne man doch reden. "Ich hatte nur elf Hütten zur Verfügung, und die wurden nach Reihenfolge der Anmeldung vergeben." Drei zusätzliche Häuschen, die die Firma Holz-Hauff sonst bereitstelle, seien nicht verfügbar gewesen. 

"Ich bin davon ausgegangen, dass der ASB wie in den Jahren zuvor seine eigene Hütte aufbaut", so Funke, der als Nachfolger von Monika Schneider zum ersten Mal für die Vergabe der Standplätze zuständig war. Mehr will der Ehrenamtliche zu dem Thema nicht sagen: "Wir machen einen schönen Weihnachtsmarkt. Das ist Antwort genug." Die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Schulen, Cornelia Rinaldi, die auch Rektorin der Hans-Sauter Schule ist, erklärt: "Ich erwarte einen respektvollen Umgang. Schließlich sind wir alle ehrenamtlich tätig, und der Erlös aus den Einnahmen des Weihnachtsmarkts kommt den Kindern der Leingartener Schulen zugute."

Sie wolle keine Schlammschlacht. Allerdings werde der Förderverein im neuen Amtsblatt zu diesem Thema Stellung beziehen, "aber auf einer sachlichen Ebene".

"Ich hätte nicht gedacht, dass der Artikel so heftig wirkt", erklärt die Schriftführerin des ASB-Fördervereins, Renate Löwe. "Aber die meisten Reaktionen, die wir bekommen haben, waren positiv." Ihr Verein fühle sich "ausgebootet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hütten so schnell vergeben waren". Zwar habe der ASB tatsächlich jahrelang ein eigenes altes Holzhäuschen gehabt. Dieses sei jedoch nach einem Verleih an eine andere Organisation stark reparaturbedürftig gewesen. "Das ehrenamtlich zu leisten, ist schwierig", so Löwe. "Deshalb hatten wir schon 2018 eine Hütte von der Gemeinde." Die Schlüsselübergabe durch Heiko Funke habe damals sehr gut geklappt.

Aus einem Schriftverkehr zwischen Löwe und Funke von Anfang Oktober geht allerdings hervor, dass der ASB-Förderverein durchaus noch die Zeit gehabt hätte, mit einer eigenen Hütte teilzunehmen.

Animositäten

Die Animositäten haben in den Augen des ASB-Vereinsvorstandes aber schon vor drei Jahren begonnen, als der Schul-Förderverein die Organisation der Veranstaltung komplett vom örtlichen Wirtschaftskreis übernommen hat. Damals ging es um den Glühweinverkauf. "Plötzlich hieß es, die Schulen hätten da das Monopol", sagt Renate Löwe. Der ASB-Förderverein hat seinen Glühwein deshalb in Acolon-Feuer umbenannt, den Kinderpunsch in Märchentraum. Der Haus- und Pflegedienstleister des ASB-Seniorenzentrums am Heuchelberg, Simon Jakob, bestätigt die Sichtweise seines Fördervereins, auch wenn er über die Formulierung im Amtsblatt "etwas unglücklich" ist: "Man wollte uns nicht mehr dabei haben. So ist es in den letzten drei Jahren rübergekommen." 

Budget fehlt

Je nach Wetterlage zwischen 1.000 und 1.500 Euro hat der ASB-Förderverein mit seinem Stand beim Weihnachtsmarkt eingenommen und dem Seniorenzentrum zur Verfügung gestellt. "Das ist ein großer Batzen im Budget, der uns fürs nächste Jahr fehlt", bedauert Simon Jakob. Vor allem Ausflüge für die Bewohner seien mit dem Geld finanziert worden, etwa zur Buga oder den Freilichtspielen Neuenstadt. Der ASB-Förderverein sucht jetzt nach alternativen Einnahmequellen. Im kommenden Jahr wäre er gerne wieder auf dem Weihnachtsmarkt dabei. "Die Heuchelbergkellerei hat signalisiert, uns eine Hütte auszuleihen", berichtet Renate Löwe. 

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