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Wirbelnde Akrobaten und ein Pferd im Bett

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Das Publikum hat bei der Premiere des Heilbronner Weihnachtszirkus in der Spielzeit 2019/2020 gestern ein klares Votum abgegeben. Immer wieder brandet nach den Nummern tosender Applaus auf, die Zuschauer sind bei der Echo -Familienvorstellung am Nachmittag hörbar begeistert. 

Mit vier preisgekrönten Akrobatenteams, die beim Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo den Goldenen Clown als höchste Auszeichnung erhielten, hat Zirkusdirektor Sascha Melnjak ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Erstmals ist es eine Show ohne Wildtiere, da das Wildtierverbot der Stadt Heilbronn nun auch beim Weihnachtszirkus greift.

Mühelos die Wand hoch

Selbst für Dauerbesucher sind einige Nummern erfrischend neu. Wie die Pferdedressur von Rosi Hochegger, die ihren Apfelschimmel "Scout" über eine ganz niedrige Hürde lotsen will – und dann vom Vierbeiner über das Hindernis geschubst wird. Am Ende schafft es die Pferdeflüstererin, dass sich Scout in ein großes Bett legt – davor noch herzhaft gähnt und im Liegen unter der großen Bettdecke ganz entspannt wirkt. 

Ungewöhnlich ist auch der Auftritt der Truppe Marinelli, die mit einer acht Meter hohen Wandkonstruktion mit mehreren Etagen an zwei Großtrampolinen andockt. Es ist beeindruckend, wie locker die Artisten sich hochkatapultieren, scheinbar mühelos die Wand hochlaufen, um dann zur nächsten Flugeinlage anzusetzen – Salti inklusive.

Clown Steve mit Igelfrisur wird schnell zum Publikumsliebling. Er zeigt Bruder Jones lässig, wie man sich mit dem Smartphone föhnen oder Staub saugen kann. Nur beim Flirtdating mit dem Mobiltelefon erleidet er Schiffbruch – und landet statt bei einer schönen Frau in den Armen eines Manegenreinigers.

Anmut und Eleganz versprüht das vietnamesische "Duo Moment of love" an den Strapaten, festen Bändern, mit denen die Artisten ohne Sicherheitsnetz in luftige Höhen getragen werden. Beeindruckend, wie die zierliche Asiatin Pirouetten dreht, während ihr Partner sie nur mit dem Mund an einem Seilstück festhält.

Auf rund 60 Artisten aus zwölf Nationen verweist Zirkuschef Melnjak. 19 Spieltage mit 38 Vorstellungen stehen bis 6. Januar im Programm. Neuartig ist auch die Nummer der Simets aus Ungarn. In Astronautenanzügen balancieren sie in großer Höhe auf einer sich drehenden, schmalen Metallkonstruktion, die einem Riesentropfen ähnelt. Eine Kurztour zu zweit auf einem Rad und ein Kopfstand in zehn bis zwölf Meter Höhe sorgen für Nervenkitzel.

Doppeltes Flugtrapez

Ein fingerfertiger Bällejongleur und rasante Jockey-Reiter, die auf dem Rücken ihrer trabenden Vierbeiner im Duett balancieren oder mit Salto rückwärts von Pferd zu Pferd springen, wechseln sich ab; viel Applaus erhalten temperamentvolle Südamerikaner, die ihre Partner mit den Füßen mit rasanten Figuren durch die Lüfte wirbeln. Artistische Hunde und kraftvolle Artisten, die auf dem Körper des Partners beeindruckende Salti vom Handstand in den Handstand vollführen, sorgen für Spannung. Am Ende wirbeln die "Flying Tabares" am doppelten Flugtrapez hoch unter der Zirkuskuppel mit beeindruckenden Flugeinlagen durch die Luft. Selbst bei dreifachen Salti werden die Akrobaten von ihren hin- und herschaukelnden Kollegen im richtigen Moment aufgefangen. Eine Show ohne Pause – in Monte Carlo mit Gold belohnt. 

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