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Stadt will neue Schule in der Kernstadt bauen

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Nach den Sommerferien startet in Neckarsulm die neue Verbundschule. Mit der Einrichtung, die Werkreal-, Gemeinschafts- und Realschulzweig unter einem Dach vereint, wollen Stadtverwaltung und Gemeinderat den Standort Neckarsulm stärken. Zunächst geht es in Räumen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums los, nach einem Schuljahr wechselt die Verbundschule in die Johannes-Häußler-Schule. Parallel dazu soll mit dem Bau eines Gebäudes auf dem ehemaligen Gelände des Hallenbads begonnen werden. Der Gemeinderat, der sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit dem Thema befasst hat, entscheid diesen Donnerstag über den Standort. Oberbürgermeister Steffen Hertwig ist sich nach der Klausursitzung sicher, dass sich das Gremium für diese Lage ausspricht. 

Entwicklung

Aus Sicht der Stadtverantwortlichen ist die Verbundschule der konsequente Schritt, um auf die Entwicklungen in der Schullandschaft zu reagieren. "Die Schülerzahlen an Gemeinschaftsschulen sinken fast überall", betont Oberbürgermeister Hertwig im Gespräch mit unserer Zeitung. Dafür steigen die Anmeldezahlen an Realschulen und den Gymnasien. Das macht sich auch in Neckarsulm bemerkbar. Beschlossen wurde deshalb, die beiden weiterführenden Schulstandorte in Obereisesheim und Amorbach auslaufen zu lassen. Um aber weiterhin eine Werkreal- und Gemeinschaftsschule zu haben und zudem mehr Platz für Realschüler zu schaffen, kommt die Verbundschule. Die Greiner-Realschule bleibt erhalten. 

Zunächst war angedacht, die Räume der Johannes-Häußler-Schule für die neue Schule zu nutzen und zudem mit einem Teil der Kinder und Jugendlichen nach Amorbach zu gehen. Diese Lösung ist vom Tisch. "Wir müssten einen großen Aufwand für die Interimslösung betreiben", erklärt Hertwig. Zudem müsste die Stadt erneut eine Schule im laufenden Betrieb sanieren – so wie das bereits an der Hermann-Greiner-Realschule der Fall ist. Alternativen wurden geprüft, beispielsweise mit der Verbundschule nach Amorbach oder Obereisesheim zu gehen oder sie in einem Gewerbegebiet zu eröffnen. Es soll nun aber einen Neubau bei der Pichterichhalle geben – auf dem ehemaligen Areal des Bads. 

Klares Signal

Oberbürgermeister Hertwig erhofft sich dadurch ein Signal an die Eltern: "Wir sehen die Verbundschule als ein absolutes Erfolgsmodell." Der Gemeinderat hat zwar noch nicht endgültig darüber entschieden, allerdings laufen bereits die Abstimmungsgespräche mit den zuständigen Stellen: Wie groß muss die Schule werden, welche Räume sind erforderlich? Patrick Rickenbrot, der im Rathaus das Hochbauamt leitet, rechnet aufgrund der Erfahrungswerte mit Baukosten in Höhe von 3.800 Euro je Quadratmeter. Unterm Strich erwartet er Ausgaben in einer Größenordnung von 35 Millionen Euro. Nicht alles muss die Stadt allein stemmen, das Land bezuschusst solche Vorhaben. Der Oberbürgermeister gibt selbst zu, dass dies "sehr viel Geld" sei. Allerdings wären auf die Stadt, unabhängig eines Neubaus, große Summen zugekommen. "Wir haben an allen Schulstandorten einen großen Investitionsbedarf", betont der Rathauschef. 

Pläne für leere Gebäude

Laut Martina Möhl, Mitarbeiterin im Amt für Bildung und Soziales, plant die Stadt mit einer Schule, die pro Klassenstufe viereinhalb bis fünfzügig ist. Die neue Schule soll aus Sicht des Oberbürgermeisters im Jahr 2025 fertig sein, an der Häußler-Schule bleiben die Klassen eins bis vier. Hertwig rechnet damit, dass das übrige Gebäude – so wie auch die langfristig leerstehende weiterführende Schule im Teilort Obereisesheim – benötigt werden. Auch die freien Räume in Amorbach seien erforderlich. Zusätzliche Kita-Plätze werden gebraucht, die Politik wünscht sich mehr Ganztagsgrundschulen, der Oberbürgermeister spricht über die Ärzteversorgung. "Ich habe keinerlei Sorgen, dass die Gebäude längere Zeit leer stehen werden." 

 

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